Red Bull Doppel-Ausfall

Super-Gau nach zwei Runden

Daniel Ricciardo - Formel 1 - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com 69 Bilder

Red Bull ging mit großen Zielen in den GP Bahrain. Doch nach zwei Runden waren beide Autos raus. Verstappen bleibt auf Kollisionskurs, Ricciardo setzte ein Batterieschaden schachmatt. Das Problem könnte bald in Startplatzstrafen enden.

Das Rennen war gerade mal zwei Runden alt, da räumte Red Bull seinen Kommandostand, und die Mechaniker begannen mit dem Abbau der Garage. Die beiden Autos parkten verlassen am Streckenrand. Ricciardo stand mit einer Batterie, die keinen Strom mehr spenden wollte, Verstappen mit einem Schaden am Differential.

Es war die Folge einer Kollision mit Lewis Hamilton in der ersten Kurve. „Du bist voller Adrenalin für ein Rennen, das zwei Stunden dauern soll. Dann ist es schon nach zwei Minuten vorbei. Wo soll ich jetzt mit all meiner Energie hin?“, versuchte sich Ricciardo in Galgenhumor

Red Bull verließ Bahrain mit dem gleichen Gefühl wie 14 Tage zuvor Melbourne. Da wäre mehr drin gewesen. Deshalb gab es auf die Frage wie gut der RB14 wirklich ist, erneut keine Antwort. In Melbourne steckten beide Autos im Verkehr. Ricciardos schnellste Rennrunde in einem der wenigen Momente freier Fahrt deutete an, dass mit diesem Red Bull zu rechnen ist, wenn das Rennen mal normal verläuft.

Zweite Batterie von zwei für Ricciardo

Daniel Ricciardo - Formel 1 - GP Bahrain 2018 Foto: sutton-images.com
Ricciardo rollte ohne Power einfach aus.

Motorsportdirektor Helmut Marko glaubt, dass Ricciardo in Bahrain zumindest auf das Podium gefahren wäre, wenn nicht sogar eine Siegchance gehabt hätte, so wie das Rennen später verlief: „Ricciardo hätte mit Mercedes und Ferrari mithalten können. Er hat gesagt, dass er Räikkönen schnell gepackt hätte, so wie der vor ihm herumgerutscht ist. Max ist von seinem schlechten Startplatz unglaublich schnell nach vorne gekommen. Aber es hilft ja nichts. Wir müssen es umsetzen.“

Für Ricciardo war der Ausfall doppelt bitter. Das Kontingent an Batterien pro Fahrer wurde in diesem Jahr halbiert. In China wird der Australier schon den zweiten von zwei Energiespeichern im Auto haben. Es müsste ein Wunder passieren, wenn er ohne Startplatzstrafen durch die Saison kommt.

Die Batterie erwies sich bereits bei den Testfahrten als wunder Punkt im Renault-Paket. Und auch 2017 sorgte sie immer wieder für Ärger. Bei Red Bull spricht man von Schäden im zweistelligen Bereich.

Verstappen wieder zu ungestüm

Verstappen vs.Hamilton - GP Bahrain 2018 Verstappen vs. Hamilton „Ein dummes Manöver“

Max Verstappen setzte in Bahrain seinen Kollisionskurs fort. Der Holländer spürt, dass er ein Auto zum Gewinnen hat, agiert aber hier und da zu ungestüm. In Melbourne beschädigte er sich bei einem wilden Ritt über den Randstein den Diffusor, was ihm wenig später einen Dreher und den Verlust von drei Positionen einbrachte. In der Qualifikation in Bahrain feuerte Verstappen seinen Red Bull ausgangs Kurve 2 in die Reifenstapel. Ein Kommunikationsproblem zwischen Gaspedal und Motorsteuerung führte zu einem unerwarteten Power-Schub.

Schon nach einer Runde tauchte der Mann vom 16. Startplatz auf Rang 11 auf. Verstappen fuhr Slalom durch die Konkurrenz. Doch beim Versuch, Fernando Alonso und Lewis Hamilton in einem Aufwasch zu überholen, blieb der wilde Max am Mercedes hängen.

Beim Stoß rechtes Vorderrad gegen linkes Hinterrad blieb der Mercedes heil. Der Red Bull ging auf Raten zu Bruch. Erst zwang den Heißsporn ein Reifenschaden an die Box. Dann spürte Verstappen, dass mehr kaputt war. „ Der Schlag gegen den linken Hinterreifen hat die Antriebswelle so ins Differential gedrückt, dass da nichts mehr ging. Es ist fürchterlich, wenn du mit zwei Autos ausfällst, die wenigstens aufs Podium fahren könnten“, ärgerte sich Marko.

Hinterher wurde eifrig diskutiert, wer die Schuld an dem Zwischenfall trug. Hamilton feuerte im Warteraum hinter dem Podium das Wort „Schwachkopf“ in Richtung des Unfall-Gegners. Verstappen sah eher seinen Kontrahenten in der Pflicht: „Ich habe ihm genug Platz gelassen und lag von der Mitte der Kurve bis zum Ende vorn. Dass er ungeschoren davon kam, finde ich etwas hart. Der Zusammenstoß hat mich mein Rennen gekostet. Ich bin mir sicher, dass es im umgekehrten Fall mindestens eine Untersuchung gegeben hätte.“

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