Valtteri Bottas - Mercedes - GP Katar 2021 Motorsport Images

Mercedes-Heckflügel: FIA plant verschärfte Tests

Red Bull droht, Mercedes entspannt Verschärft FIA die Heckflügel-Tests?

Der angeblich biegsame Mercedes-Heckflügel umtreibt Red Bull. Immer wieder tauchen die Ingenieure bei der FIA auf. Offenbar mit Erfolg. Die Regelhüter planen einen neuen Test, um die Daumenschrauben anzuziehen. Mercedes gibt sich entspannt.

Es ist seit ein paar Rennen dasselbe Bild. Red Bulls Ingenieure und die FIA befinden sich im ständigen Austausch. Es geht um den angeblich biegsamen Heckflügel am Mercedes. Red Bull sammelt mit Nachdruck Beweise, um gegen den WM-Rivalen vorzugehen. Auch am Samstag vor dem dritten Training wurde wieder gesprochen. FIA-Technikchef Nicholas Tombazis marschierte um 11:45 Uhr Ortszeit in die Red Bull-Hospitality.

In Katar brachte Red Bull einen neuen Beweis hervor. Auf der Innenseite der Heckflügel-Endplatten des Mercedes sind auf Bildern Spuren zu erkennen. So etwas wie Kratzer. Diese Riefen sind Wasser auf die Mühlen des Herausforderers. Teamchef Christian Horner sprach sein Pendant in der Pressekonferenz direkt an. "Wie erklärst du die Schleifspuren an deinen Flügeln?" Toto Wolff erwiderte: "Ich denke, das ist innerhalb dessen, was erlaubt ist."

Max Verstappen vs. Lewis Hamilton - GP Brasilien 2021
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Mercedes hat auf den Geraden klar die Oberhand. Red Bull umtreibt der Heckflügel des Rivalen.

Woher kommen die Schleifspuren?

Im Lager des Weltmeisters sieht man sich auf der sicheren Seite. "Die sehen Geister." Red Bull droht mit Protest, wenn spätestens in Jeddah, also beim nächsten Grand Prix, nichts passiert ist. Mercedes kontert gelassen. "Sollen sie ruhig." Zwischen den Zeilen ist sogar zu vernehmen, dass sich Mercedes über einen Protest freuen würde. Weil es dann endlich zu einer Klarstellung kommen würde, und die Vorwürfe aus dem Raum geschaffen werden.

Man fürchtet sich nicht vor einer Kontrolle. "Ich meine, dass wir in dieser Saison bereits 14 Mal kontrolliert wurden. Also dieser spezielle Flügel. Die FIA hat alle Zeichnungen davon. Diesen Flügel, von dem Red Bull spricht, gibt es nicht. Wir schicken ihn gerne. Sie können ihn auseinander nehmen. Ich schicke auch gerne einen nach Milton Keynes." Dort hat Red Bull seinen Stammsitz.

Die Ingenieure antworten auf die Frage nach den Schleifspuren wie folgt: "Kein Heckflügel ist zu 100 Prozent statisch. Das ist gar nicht möglich." Es ist schwer vorstellbar, dass Mercedes da bewusst trickst. Eine Firma diesen Kalibers kann es sich eigentlich nicht erlauben, eine offene Einladung für eine Überprüfung auszusprechen, und dann durchzufallen. Der Image-Schaden wäre zu groß, als Blender dargestellt zu werden.

Red Bull - Formel 1 - 2021
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Neue Tests wegen Mercedes-Flügel

Red Bull lässt nicht locker, egal was der Erzrivale sagt. Offenbar hat das Team, das mit Max Verstappen die Weltmeisterschaft anführt, erfolgreich bei der FIA lobbyiert. Im Fahrerlager ist zu hören, dass die Regelhüter die zehn Teams bereits vorgewarnt hat. Die Technische Direktive, die erst im Sommer als Reaktion auf angeblich zu biegsame Heckflügel eingeführt wurde – angeschoben von Mercedes gegen Red Bull -, soll um einem neuen Passus mit einem speziellen Test erweitert werden. Speziell auf die Beschwerde von Red Bull abgestimmt.

Ab dem GP Frankreich wurde nicht nur die Biegsamkeit nach hinten, sondern auch nach unten überprüft. Nun soll weiter nachjustiert werden, weil es ein Verfahren, um einen angeblichen Trick wie den von Mercedes zu überprüfen, nicht gibt. Es soll ab dem GP Saudi-Arabien soweit sein. Red Bull will wissen, dass sich der Mercedes-Heckflügel ab einer Geschwindigkeit von 260 km/h gezielt nach unten verbiegt. Und zwar das Hauptblatt. Egal ob in geschlossenem Zustand oder mit DRS.

Dadurch würde sich die Spalte zwischen Hauptblatt und Flap weiter vergrößern. Erlaubt sind bei geschlossenem DRS nur 10 Millimeter. Eine breitere Öffnung senkt den Luftwiderstand, und erhöht dadurch den Topspeed. Es geht hin und her. Mercedes spielt den Ball zurück, indem man auf Red Bulls offensichtliche Probleme mit dem DRS verweist.

Auch in Katar quält sich das Team aus Milton Keynes wieder mit Schäden am Heckflügel. Das geht seit Zandvoort so. Bei Mercedes fragt man sich. "Wie kann es sein, dass sie in den Trainings und in der Qualifikation derartige Schwierigkeiten haben, im Rennen aber nicht? Wieso haben sie mitten in der Saison an ihrem Flügel gearbeitet, offenbar hin zu schlechterem?" Ein Ablenkungsmanöver? Oder nicht?

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