Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017
Jolyon Palmer - Renault - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017
Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Russland - Sotschi - 29. April 2017 64 Bilder

Red Bull fehlen 1,7 Sekunden

Fünfter Platz ist ein Sieg

Red Bull hatte es befürchtet. Sotschi ist Ferrari- und Mercedes-Land. Dass die Niederlage so schlimm ausfallen würde, wollten sich nicht einmal die Pessimisten ausmalen. Auf die Pole Position fehlten 1,7 Sekunden.

Max Verstappen brachte Red Bulls Hoffnungen für den GP Russland auf den Punkt. „Unser Sieg ist ein fünfter Platz hinter Ferrari und Mercedes.“ Red Bull-Berater Helmut Marko befürchtet sogar: „Wenn es kein Safety-Car gibt, könnten wir überrundet werden. Und wenn wir nicht aufpassen, fährt uns auch noch der Massa dazwischen.“

Das ist in der Startaufstellung schon passiert. Während Daniel Ricciardo eine nahezu perfekte Runde hatte, verlor Max Verstappen immer mehr an Speed, je länger die Qualifikation dauerte. „Im Q1 ist es noch ganz gut gelaufen. Im Q2 tauchten die ersten Probleme auf, und im Q3 war die Balance weg. Es wurde immer schlimmer.“

„Mir ist beim Anbremsen von Kurve 13 jedes Mal das Heck ausgebrochen, weil die Hinterräder blockiert haben. Das hat die Reifen überhitzt. Im Rest des Sektors ging dann nichts mehr. Ich habe alles versucht das abzustellen, andere Einstellungen am Lenkrad, andere Linien gewählt. Nichts hat geholfen.“

Großer Heckflügel kostet Top-Speed

Am Ende fehlten Ricciardo 1,711 Sekunden auf die Trainingsbestzeit. Knappe Erklärung von der Teamleitung: „Zu viele Geraden, zu große Probleme die Reifen in das Temperaturfenster zu bringen.“ Das Sochi Autodrom ist eine Anti-Red Bull-Strecke. Da man mit den Aufwärmproblemen gerechnet hatte, brachte Red Bull relativ große Heckflügel mit nach Russland. „Wir brauchen den Abtrieb, um die Reifen zum Arbeiten zu bringen“, erklärte Ricciardo.

Das aber kostete zusammen mit dem Power-Defizit Top-Speed. Dem Australier fehlten 7 km/h, Verstappen 11 km/h auf Kimi Räikkönens Ferrari. Als Ricciardo gefragt wurde, ob er der FIA-Rechnung glaubt, wonach die Motoren von Mercedes, Ferrari und Renault innerhalb von 3 Zehnteln liegen, setzte der Mann aus Perth sein breitestes Grinsen auf. „Ich würde Geld wetten, dass es mehr ist.“

Ricciardo sagt aber auch, dass 1,7 Sekunden Rückstand nicht allein auf den Motor gehen. Die Schuld liegt zu je 50 Prozent bei Chassis und Motor. Das Reifen-Mysterium verschärft das Problem. „Wir bringen die Supersoft-Reifen leichter zum Arbeiten als die Ultrasofts“, rätselte Ricciardo. Man habe auch im Vorjahr lange gebraucht, die Reifen zu verstehen, aber jetzt beginnen Red Bull-Techniker wieder bei Null.

Ricciardo will nicht einmal die Hand ins Feuer legen, dass es ein Einstopp-Rennen wird. „Wenn wir im Feld viel herumrutschen, kann es schnell passieren, dass die Hinterreifen aus dem Fenster fallen. Dann droht uns ein zweiter Boxenstopp.“ Kollege Verstappen grübelt: „Wir tun uns viel schwerer als letztes Jahr die richtige Balance zu finden.“

So bleibt Red Bull nur noch die Hoffnung auf das große Upgrade beim GP Spanien. In den Simulationen sehen die Daten vielversprechend aus. „Ich glaube es aber erst, wenn es auf der Strecke genauso ist“, sagt Ricciardo. Die CFD-Daten versprachen Red Bull vor der Saison ein Siegerauto. Später stellte sich heraus, dass sie mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmten. „Wenn wir bis zum Sommer kein Auto haben, mit dem wir auf das Podium fahren können, wird es eng“, fürchtet Ricciardo.

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Sebastian Vettel hat sich die Pole Position beim GP Russland gesichert.

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