Max Verstappen - Red Bull - GP Deutschland 2019 - Hockenheim xpb
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Toto Wolff - Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying
Toto Wolff - Mercedes - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying 44 Bilder

Red Bull fordert Mercedes

RB15 kann jetzt auch Qualifying

Red Bull profitierte in Hockenheim von den Technik-Pannen bei Ferrari. Trotzdem bestätigt der zweite Startplatz von Max Verstappen, dass der RB15 nun auf verschiedenen Strecken schnell ist. Im Rennen hängt vieles vom Wetter ab.

Es ist nicht Ferrari, das Mercedes in Hockenheim herausfordert. Die roten Raketen hätten in der Qualifikation zum GP Deutschland um die Pole-Position kämpfen können. Vermutlich wären sie sogar ganz vorne gestanden. Stattdessen schied Sebastian Vettel mit einem lahmgelegten Turbolader im ersten Qualifikationsdurchgang aus. Die Luftzufuhr stockte. Und Charles Leclerc kletterte in Q3 vorzeitig aus seinem Auto. Ferrari schob es auf ein fehlerhaftes Benzinsystem. Das Ergebnis sind die Startplätze 10 und 20.

Dagegen freut sich Red Bull über die Positionen zwei und vier. Max Verstappen drängte sich zwischen die Mercedes. Der Rückstand auf Klassenprimus Lewis Hamilton betrug 0,346 Sekunden. Es hätte weniger sein können. „Ein Fehler in der achten Kurve hat ihn zwei Zehntel gekostet“, referiert Red Bulls Sportchef Helmut Marko. Das ist die Kurve vor der Mercedes-Tribüne. Ohne den Verbremser wäre Verstappen knapper dran gewesen. „Hamilton hätten wir aber selbst mit einer fehlerlosen Runde nicht schlagen können. So fair müssen wir sein“, bilanzieren die Red Bull-Ingenieure.

Falsches Mapping in Q2

Es hätte auch nicht mit einer schärferen Motoreinstellung gereicht. Verstappens V6-Turbo hatte im zweiten Qualifikationsteil Schluckauf. Nach der Aufwärmrunde bog der sechsmalige GP-Sieger direkt wieder in die Boxenstraße ab. Der Honda-Motor lief da schon im Sicherheitsmodus. „Wir waren mit den Motorenkennfeldern und der Leistung vielleicht ein bisschen zu optimistisch. Das hat der Motor nicht vertragen. Wir mussten an der Box einen Neustart durchführen. Das geht nur im Stilstand“, erklärte Marko. In der Folge mussten die Honda-Techniker die Motorleistung um eine Stufe herunterfahren. Das kostete ein bisschen Rundenzeit im letzten Durchgang.

Verstappen zeigte sich zufrieden mit seiner Startposition, haderte aber mit seinem Auto. „In Q1 hat es sich besser angefühlt. Klar fährst du zu diesem Zeitpunkt noch nicht am Limit. Aber trotzdem. Zwischen Q1 und Q3 ging sukzessive der Grip nach unten. Vielleicht lag es an den steigenden Temperaturen“, berichtete der 21-Jährige. Trotzdem: Red Bull hat an seiner früheren Schwäche gearbeitet. Im Qualifying werden die dunkelblauen Autos nicht mehr abgehängt.

Seit Österreich hat sich die Situation verbessert. Seither liefert der RB15 konstanteren Anpressdruck. Das Auto hat vor allem in den mittelschnellen Kurven zugelegt. „Wir mussten etwas in den langsameren Kurven opfern. Wir haben uns durch die Veränderungen am Auto allerdings stärker in mittelschnellen Kurven verbessert. In Summe sind wir deutlich besser“, erklären die Ingenieure. Sie führen es auf zwei Überarbeitungen zurück: am Frontflügel und am Unterboden. Seither fliegt der RB15 auf eine Runde. In Österreich wurde Verstappen in der Qualifikation bereits Zweiter und in Silverstone Vierter mit geringem Rückstand.

Pierre Gasly - Red Bull - GP Deutschland 2019 - Hockenheim
xpb
Pierre Gasly belegte den vierten Platz in der Hockenheim-Qualifikation.

Red Bull erwartet enges Rennen

Auch der Honda-Motor hat seinen Anteil an der Quali-Steigerung. Obwohl das japanische Triebwerk den Konkurrenzprodukten noch ein paar PS hinterherhinkt. Red Bull gleicht es durch einen etwas kleineren Heckflügel aus. Deshalb ist man auf den Geraden so schnell wie die Mercedes. Verstappen und Bottas passierten die Lichtschranke vor der Parabolika mit 325,5 km/h. Sowohl Red Bull als auch Mercedes befinden sich bei der Höchstgeschwindigkeit ganz hinten im Feld. Was dafürsprechen könnte, dass beide den drohenden Regen am Sonntagnachmittag einkalkuliert haben bei der Wahl des Setups. Die roten Raketen sind für Red Bull auf den Geraden nicht zu halten. Ferrari gewinnt beim Geradeausfahren eine halbe Sekunde. Doch die roten Autos starten bekanntlich von weit hinten.

Red Bull will Mercedes niederkämpfen und den zweiten Saisonsieg einstreichen. „Es dürfte ein ganz enges Rennen zwischen uns werden“, prophezeien die Ingenieure. Am Start stehen die Autos auf unterschiedlichen Reifen. Mercedes auf den Medium-Gummis. Red Bull auf den weichen Reifen. Eigentlich hatte sich das Team aus Milton Keynes auf dieselben Reifen wie die Silberpfeile festgelegt. Doch nach dem Motorenproblem in Q2 musste man umschwenken.

Es wäre ein zu großes Risiko gewesen, Verstappen noch einmal mit der mittelharten Mischung herauszuschicken. Pierre Gasly setzte man ohnehin auf den rotmarkierten Pirelli. Es war der Sicherheit nach seinem Unfall vom Vortag geschuldet. Da trauten es die Ingenieure dem Franzosen nicht zu, sich auf den etwas langsameren Reifen sicher für den dritten Durchgang zu qualifizieren. Zumal Gasly mit einer älteren Spezifikation des Unterbodens fährt. Es gibt nach den vielen Unfällen der letzten Wochen (Verstappen Silverstone, Buemi Testfahrten, Gasly Hockenheim) nicht ausreichend Ersatz.

Wie wird das Wetter?

Die Red Bull-Verantwortlichen sehen den weichen Reifen nicht unbedingt als Nachteil. Das Wetter könnte darüber bestimmen, wer das Glückslos gezogen hat. Es droht Regen. „Wenn es nur leicht nieselt, hätten wir mit den weichen Reifen einen Vorteil“, glaubt Marko. Weil die Fahrer den weichsten Gummi leichter im Temperaturfenster halten können, und er mehr Grip bietet. Andererseits kann Mercedes seinen ersten Reifentausch bei einer ungewissen Wetterlage länger hinauszögern. Sollte es stark regnen, müssen sowieso alle rein.

Am Start könnte Verstappen von der weicheren Mischung profitieren. „Er wird aber nichts Verrücktes anstellen. Max ist gereift. Er weiß, dass er ein Rennen nicht in der ersten Kurve gewinnt“, sagt Marko. Auch bei einem Trockenrennen spielt das Wetter die Hauptrolle. Wird es kühl, wie am Samstagvormittag? Und damit wie vorhergesagt. Oder doch wärmer? „Bei kühleren Temperaturen am Samstagvormittag hatte Mercedes Probleme mit Graining auf dem linken Vorderreifen“, erzählen Red Bulls Ingenieure. Darin liegt für das Team eine Hoffnung.

Motorsport Aktuell Verstappen - Hamilton - Bottas - GP Deutschland 2019 - Hockenheim - Qualifying GP Deutschland 2019 - Ergebnis Qualifying Hamilton auf Pole, Vettel Letzter

Lewis Hamilton holt sich in Hockenheim seine 87. Karriere-Pole.

Mehr zum Thema GP Deutschland (Formel 1)
Ferrari - Technik - Juli/August 2019
Aktuell
Streckenposten - Rote Flagge - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2019
Aktuell
Antonio Giovinazzi - GP Deutschland 2019
Aktuell