Max Verstappen - Red Bull - GP England - Silverstone - Samstag - 7.7.2018 xpb
Lewis Hamilton - Mercedes - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018
Impressionen - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018
Impressionen - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018
Brendon Hartley - Toro Rosso - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018 47 Bilder

Red Bull chancenlos in Silverstone-Qualifying

Eine Pleite mit Ansage

Red Bull kam mit geringen Hoffnungen nach Silverstone. In den Trainings und im Qualifying bestätigte sich, dass Mercedes und Ferrari außer Reichweite sind. Red Bull schiebt es darauf, dass Silverstone sich von einer Strecke für hohen Anpressdruck zu einer Motorenstrecke entwickelt hat.

Mercedes und Ferrari duellierten sich im Qualifying zum GP England. Red Bull hinkte hinterher. Oder anders: Red Bull fiel deutlich ab. Max Verstappen und Daniel Ricciardo stellten ihre Autos in die dritte Startreihe. Mit Rückständen von 0,710 und 1,207 Sekunden. Das sind Welten in der Formel 1. Obwohl Silverstone mit 5,891 Kilometern zu den längeren Strecken im Kalender zählt. „Aber näher dran, als wir eigentlich erwartet hatten“, berichtet Teamchef Christian Horner.

Kommen wir zunächst auf das teaminterne Duell zu sprechen. Seit dem GP Monaco gewann Ricciardo kein Trainingsduell mehr gegen den 20-jährigen Widersacher auf der anderen Garagenseite. Das Pendel hat in den letzten Wochen zugunsten von Verstappen ausgeschlagen. Ricciardo suchte keine Ausreden. Obwohl er eine gehabt hätte. Im letzten Versuch streikte das DRS. Auf der Wellington Straight blieb deshalb der Heckflügel-Flap geschlossen. Ricciardo verfehlte die Rundenzeit aus dem ersten Q3-Versuch um zweieinhalb Zehntelsekunden. „Der DRS-Ausfall hat mich zwei bis drei Zehntel gekostet“, erklärte der siebenmalige GP-Sieger. „Für Max hätte es nicht gereicht. Aber ärgerlich ist es trotzdem.“ Die beiden trennte eine gute halbe Sekunde.

Motorennachteil wirkt stärker

Früher war Silverstone mit seinem flüssigen Streckenlayout und dem Mix aus mittelschnellen und schnellen Kurven eine Strecke nach dem Geschmack von Red Bull. Das hat sich inzwischen geändert. „Silverstone ist zu einer Motorenstrecke geworden“, unkt Ricciardo. Der Team sagt: „83 Prozent der Runde geben die Fahrer Vollgas. Da ist doch klar, dass es für uns mit unserem schwächeren Motor ein großer Nachteil ist.“ Auch Verstappen wirft mit Zahlen um sich. „Es gibt nichts auszusetzen an meiner Runde. Die war gut. Nur verlieren wir über eine Sekunde auf den Geraden. Uns fehlen zwischen 70 und 80 PS auf Mercedes und Ferrari.“ Ganz so viel ist es nicht. Sondern eher ein Defizit zwischen 30 und 40 PS.

Max Verstappen - Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Samstag - 7.7.2018
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Trotz flacher Flügel fehlt es Red Bull etwas an Topspeed.

Kurven wie Abbey (Turn 1) und Copse Corner (Turn 9) sind mit den Abtriebsmonstern zu Geraden geworden. Da können Mercedes und Ferrari ihre Leistungsvorteile ausspielen. Doch es sind nicht nur die Kurven auf Anschlag, die Red Bull ins Hintertreffen befördern. „Wir verlieren auch in den Kurven, die fast mit Vollgas gehen. Zum Beispiel zwischen den Kurven 12 und 14. Oder Kurve 15 Stowe. Da bremsen wir nur leicht an, stechen rein und stehen früh wieder auf dem Stempel. Die anderen zieht ihr Motor richtig aus der Kurve. Unserer tut das nicht“, erklärt Verstappen. Das Problem des Renault-V6 ist, dass er sich unter der Belastung hoher Fliehkräfte verspannt. In den Highspeed-Kurven fällt die Drehzahl deshalb ab und der Leistungsoutput stockt. Das Drehzahlloch muss erst mal zugefahren werden.

Red Bull mit flachen Flügeln

Um den Leistungsnachteil zu kompensieren, fahren beide Red Bull mit flachen Heckflügeln. Bei der Höchstgeschwindigkeit befinden sich beide im Mittelfeld. Der Topspeed wird 140 Meter vor Stowe gemessen. Verstappen brauste mit 319 km/h durch die Lichtschranke. Ricciardo war auf der Hangar Straight 317,4 km/h schnell. „Wir haben so viel Flügel wie möglich rausgenommen. Mehr geht nicht.“ Zum Vergleich die Geschwindigkeiten von Ferrari und Mercedes: Kimi Räikkönen 325,6 km/h, Sebastian Vettel 324,9 km/h, Lewis Hamilton 321,6 km/h, Valtteri Bottas 320,6 km/h. Vielleicht ist es bezeichnender, dass die schnellsten neun Autos alle einen Ferrari- oder Mercedes-Motor tragen.

Für das Rennen ist Red Bulls Führung pessimistisch. „Unter normalen Verhältnissen fahren wir ein einsames Rennen“, sagt der Teamchef. Die Piloten hegen wenigstens leise Hoffnungen. „Für gewöhnlich sind wir im Rennen besser“, sagt Verstappen. „Ich habe mein Setup auf das Rennen ausgerichtet. Das sollte die Hinterreifen weniger strapazieren“, berichtet Ricciardo. „Und ich habe mir einen Satz der Softreifen in Q2 gespart. Das könnte ein Vorteil sein, weil ich davon ausgehe, dass es ein Zweistopprennen wird. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Jungs vor uns voll pushen können und trotzdem nur mit einem Reifenwechsel über die Runden kommen.“

Könnte es wie zuletzt in Österreich kommen? Ein Überraschungssieg? Lassen wir zum Abschluss den Sieger aus der Steiermark sprechen. „Sag niemals nie. Aber ich erwarte keine Wunder.“

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Sebastian Vettel hat den GP England gewonnen.

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