Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021 - Qualifikation xpb
Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021 - Qualifikation
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Katar 2021 - Qualifikation
Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021 - Qualifikation 30 Bilder

Red Bull in Katar-Quali chancenlos gegen Mercedes

Red Bull chancenlos gegen Mercedes Untersuchung gegen Verstappen

Das Ergebnis der Qualifikation spricht eine deutliche Sprache. Mercedes hängte Red Bull um viereinhalb Zehntelsekunden ab. Der Herausforderer rennt der passenden Aero-Konfiguration nach, und klagt über Untersteuern. Der eigene Speed auf den Geraden stellt Red Bull diesmal vor ein Rätsel.

Das war eine deutliche Niederlage. Deutlicher als es man es vor der Qualifikation erwartet hatte. Mercedes startete als Favorit, doch dass der Titelverteidiger um 0,455 Sekunden schneller sein würde, und in allen Streckenabschnitten nicht zu halten war, war doch eine Überraschung. Red Bull hatte am Samstagabend von Katar keine Chance. Das mussten Fahrer wie Führungsspitze anerkennen.

Wenn nicht Platz eins, dann wenigstens der dritte Startplatz: So hoffte es Red Bull-Sportchef Helmut Marko vor dem Qualifying. Auch dieser Wunsch blieb unerfüllt. Max Verstappen quetschte sich zwischen die Mercedes und startet auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung aus der ersten Reihe. Das erschwert den rund 370 Meter langen Anlauf bis in die erste Kurve.

Dabei wird der Start mitentscheidend sein. In Katar wird Überholen wohl praktisch unmöglich sein. Wer zu lange zu dicht am Vordermann dran bleibt, zerstört sich die Vorderreifen. Im Red Bull-Lager sieht man nur die Möglichkeit eines frühen Angriffs. "Mercedes ist mit vollen Tanks nicht so souverän. So war es zumindest bislang. Bis zum ersten Stopp haben wir eine Chance. Sonst könnte Hamilton für uns unerreichbar bleiben", sagt der Grazer Doktor.

Max Verstappen - Red Bull - GP Katar 2021 - Qualifikation
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Red Bull muss sich geschlagen geben: Es fehlt einfach der Speed.

Red Bull wählt großen Heckflügel

Im ersten Training sah es noch gut aus. Da distanzierte Verstappen die Mercedes um eine halbe Sekunde. Doch der Auftakt war ein Schaulaufen für die Galerie. Die Bedingungen sind unter Tageslicht nicht wirklich repräsentativ. Was zählt, ist in der Nacht schnell zu sein. Ab dem zweiten Training ging der Faden und der Speed verloren. "Es war ein auf und ab. Ich war mit meinem Auto im ersten Training zufrieden. Im zweiten und dritten nicht mehr. In der Qualifikation dann wieder. Aber wir sind einfach nicht schnell genug", erzählte der Zweitplatzierte.

Red Bull versuchte vergeblich, die Lücke zu Mercedes zu schließen, die ab Freitagabend aufgerissen war. Man probierte es mit weniger Flügel, steigerte sich auf den Geraden, und kam trotzdem nicht näher. Weil Abtrieb in den Kurven flöten ging. Für die Qualifikation wechselte Red Bull wieder zurück auf einen größeren Flügel.

Das Ergebnis blieb dasselbe. Mercedes und Lewis Hamilton waren unantastbar. Eines änderte sich. Red Bull eröffnete sich plötzlich ein Rätsel. Man war schneller auf den Geraden als angenommen, aber nicht so gut wie prognostiziert in den vielen Ecken. "Es gab ein paar Kurven, wo ich gerne schneller gewesen wäre. Aber ich konnte das gewisse Extra einfach nicht finden", erklärte Verstappen.

"Zum Schluss dachte ich eigentlich, dass mir eine gute Runde gelungen ist. Aber als mir der Rückstand zu Lewis durchgegeben wurde, war mir klar, dass sie außer Reichweite sind." Der Zwischenfall um Pierre Gasly habe ihn weder irritiert, noch gekostet. Aus dem Red Bull war einfach nicht mehr herauszuholen als eine Rundenzeit von 1:21.2 Minuten.

Vielleicht handelt er sich mit der letzten Runde aber noch Ärger ein. Auf seiner Onboard-Kamera ist zu sehen, dass er unter doppelt Gelb (wegen Gasly) nicht verlangsamt hat. Mercedes beteuert, nichts bei der FIA anschieben zu wollen. Allerdings hätte man bei Untätigkeit von Seiten der FIA mit dem Kopf geschüttelt. Die Regelhüter jedenfalls leiteten am Samstagabend eine Untersuchung ein. Verstappen muss am Sonntag um 13 Uhr bei den Sportkommissaren vorsprechen.

Red Bull - GP Katar 2021
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Das DRS bereitet dem Rennstall aus Milton Keynes weiter Probleme.

DRS weiter ein Problem

Der Mercedes war schneller auf den Geraden und in den Kurven. Der große Heckflügel kostete Red Bull nur wenig auf der über einen Kilometer langen Zielgeraden, brachte aber kaum etwas im Geschlängel. Die Topspeed-Messung ging mit 323,9 zu 320,5 km/h an Hamilton. Sowohl Mercedes als auch Red Bull befinden sich diesbezüglich im hinteren Teil des Feldes. Was zeigt, dass beide mit maximalem Abtrieb fahren.

Sportchef Marko erklärt: "Wir müssen noch verstehen, warum wir mit dem großen Flügel nicht viel langsamer waren auf der Gerade als mit einem kleineren. Wirt hatten uns versprochen, im Mittelsektor schneller zu werden. Das war nicht der Fall. Der Max verliert da zwei Zehntel." Um genau zu sein sind es zweieinhalb. Im ersten wie im letzten Abschnitt büßte der WM-Führende jeweils eine Zehntel ein. "Wir müssen natürlich festhalten, dass Hamilton auch eine optimale Runde erwischte." Das klingt ein bisschen nach Zweckoptimismus.

Wenigstens brachte Red Bull mit dem High-Downforce-Flügel das Flattern des Flaps in den Griff. "Das Problem haben wir vor allem mit einem anderen Flügeltyp." Jedoch trieb er das Auto aus der Balance. Plötzlich schob der RB16B in den Kurven über die Vorderachse. Wenn das dunkelblaue Auto mit maximalem Abtrieb im Heck auf einer flüssigen Rennstrecke fahren muss, ist die Vorderachse meistens nicht stark genug. Das war zum Beispiel auch in Ungarn der Fall. Auf der anderen Seite: Zandvoort erforderte auch maximalen Anpressdruck, und dort war der Red Bull dem Mercedes überlegen. Selbst die Ingenieure tun sich schwer, ein Muster festzumachen, wann welches Auto besser funktioniert.

Noch ein Wort zu Sergio Perez. Der Mexikaner verhagelte die Qualifikation als Elfter. "Das zeigt, dass wir uns schwer tun. Wir kämpfen einfach", urteilt Verstappen. Perez haderte mit dem Timing für seinen letzten Schuss in Q2. Er kam in den Verkehr. Marko nennt noch einen anderen Unterschied: "Perez braucht nach Setup-Änderungen länger, sich einzustellen. Max kann man draufschnallen, was man will. Kleiner oder großer Flügel: Er fährt einfach schnell."

Formel 1 Aktuell Max Verstappen - Red Bull - GP Saudi-Arabien 2021 - Rennen Power Ranking GP Saudi-Arabien Red Bull schlägt sich selbst

Der Herausforderer leistete sich in Jeddah zu viele Fehler.

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