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Red Bull tröstet sich mit schnellen Runden

Der unsichtbare Dreher

Max Verstappen - Formel 1 - GP Spanien 2018 Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Red Bull konnte am Ende des GP Spanien wieder einmal sagen: Da wäre mehr möglich gewesen. Max Verstappens dritter Platz trotz Flügelschaden und die schnellste Rennrunde von Daniel Ricciardo zeigen, dass der Speed da ist. Nur leider nicht am ganzen Wochenende.

14.05.2018 Michael Schmidt

Der GP Spanien brachte einen halb neuen Red Bull und ein altes Problem. Auch das große Upgrade brachte Max Verstappen und Daniel Ricciardo keine besseren Startplätze. Die beiden Red Bull-Fahrer gingen wieder aus der dritten Startreihe ins Rennen. Und bezahlen dann so lange, bis sie endlich freie Fahrt haben. Diesmal verstellte Kimi Räikkönen den Red Bull 25 Runden lang die Sicht nach vorn. Als der Ferrari mit einem Motorproblem in der Garage parkte, betrug der Rückstand von Verstappen und Ricciardo auf die Spitze bereits 22 und 32 Sekunden.

Zu dem Zeitpunkt waren die Red Bull-Piloten die letzten aus dem Spitzenpulk, die noch mit den Reifen vom Start unterwegs waren. Wieder einmal schonte der Red Bull seine Reifen besser als die Konkurrenz. Und war dann im Schlussabschnitt auf dem Medium-Gummis das mit Abstand schnellste Auto im Feld. Ricciardos schnellste Rennrunde lag sechs Zehntel unter besten Zeiten Sebastian Vettel und Sieger Lewis Hamilton. Doch dafür gibt es keine Punkte, wenn die Gegner bei Halbzeit des Rennens längst am Horizont verschwunden sind.

Red Bulls wunder Punkt bleibt die Qualifikation

Verstappen und Ricciardo machten sich in der VSC-Phase nach dem Ausfall von Esteban Ocon auch noch selbst das Leben schwer. Der eine kollidierte beim Re-Start mit Lance Stroll und verlor kurz nach dem Kontakt die Endplatte des linken Frontflügels, der andere legte mit kalten Reifen einen Dreher auf die Bahn und büßte sieben Sekunden ein. Obwohl dem Auto von Verstappen 15 Punkte Abtrieb fehlten und die Balance danach Richtung Übersteuern tendierte, konnte der Holländer leicht Boden auf Valtteri Bottas gutmachen und Vettel im Ferrari in Schach halten.

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Spanien 2018 Rennanalyse GP Spanien Ferrari sieht Taktik-Fehler nicht ein

Ricciardo zeigte, was der RB14 in seiner runderneuerten Form wirklich kann, wenn er von der Kette gelassen wird. „Seine Zeiten waren unglaublich, vor allem die Vorstellung im dritten Sektor“, lobte Motorsportchef Helmut Marko. Die stark schwankenden Rundenzeiten schob Marko auf Verkehr. Ricciardo allerdings gab zu: „Die eine Runde war ich superschnell, die andere knapp am Rausfliegen. Das Auto hat Potenzial, aber es fällt uns im Moment noch schwer, es jede Runde beständig abzurufen. Wir müssen das Upgrade noch besser lernen.“ Mercedes-Rennleiter Toto Wolff staunte: „Die Red Bull hatten aus der Schikane raus eine bessere Traktion als wir, obwohl ihre Reifen 20 Runden älter waren.“

Trotz der Ausbeute von nur 25 Punkten bezeichnen Teamchef Christian Horner, Marko und die Fahrer das Upgrade, das einige eine B-Version nannten, einen vollen Erfolg. „Das zeigen doch die Rundenzeiten.“ Kleine Einschränkung: Red Bull wollte eigentlich seinen Qualifikation-Speed verbessern. Im Rennen war man schon vorher gut. Auch im Topspeed ist kein überragender Schritt nach vorne gelungen. Ricciardos 332 km/h waren durch Windschatten und DRS begünstigt. Da sind Verstappens 324 km/h repräsentativer. Und die lagen im hinteren Drittel des Rennens. Deshalb atmet Marko auf, wenn es in zwei Wochen nach Monte Carlo geht: „Monaco ist wie Sektor 3 in Barcelona. Nur ohne Geraden.“

Neuester Kommentar

[Zitat] ja, wie kommt man drauf, insbesondere, wenn man offensichtlich nicht die Spur einer Sachkenntnis hat:
Grundsaetzlich ist in der F1 auf nassen Strecken mit schnellen Kurven Abtrieb noch wichtiger als bei trockenen Bedingungen, bei langsamen Kursen steigt die Wichtigkeit der mechanischen Haftung ueberproportional.

Der einzige technische Faktor, dessen Bedeutung abnimmt, ist die Motorleistung. Dafuer wird die Fahrbarkeit der PUs wichtiger.
Ich frage mich, wie Du ausgewiesener Experte Deine Kenntnisse ueber die Qualitaeten der einzelnen Fahrzeuge zusammengetragen hast. Realistisch betrachtet kannst Du absolut gar nichts fundiertes zu auch nur einem einzigen technischen Aspekt sagen und damit bist Du ausschliesslich in der Lage, spekulativen Bloedsinn zu schreiben. [/Zitat]

So richtig Hardcore-Ahnung von Technik habe ich keine (behauptete aber auch nicht das Gegenteil). Und das kleine bisschen mit "bessere Fahrbarkeit" des Motors ist eine Hilfe im Regen und so was, sorry das bisschen weiß ich auch.

Das Ulkige jedoch ist, ich sehe keine RedBulls auf Poles oder lauter RedBulls in ersten Startreihen, wie in Monaco oder Ungarn oder Singapur. Wenn, dann sah ich höchstens Verstappen in Monza (im Regen) oder Mexiko in der ersten Startreihe.

Was meinen Sie, wie oft letztes Jahr vor Monaco oder später in Ungarn gesagt wurde, "oh, RedBull ist in Barcelona ja so geil im dritten Sektor, d.h. in Monaco werden die die Kings sein"...

Ja, nix King.

[Zitat] Ein RB ist sowohl fuer seine gute Traktion in langsamen Kurven, wie auch fuer seine gute Aerodynamik seit Jahren bekannt, damit sollte es einem Verstappen automatisch wesentlich leichter fallen, auf nasser Strecke zu glaenzen, als einem Perez oder Leclerc mit entsprechend schwaecheren Chassis. [/Zitat]

Ja, einem Verstappen fällt es leichter. Aber anscheinend keinem Ricciardo. Oder haben alle 2016 nach Brasilien und Silverstone bzw. nach den ersten Runden 2017 in China gemeint, "Ricciardo ist der neue Senna!"...? Wohl kaum. Bzgl. Verstappen haben die das aber gemeint. Und wissen Sie was? Zurecht haben die das gemeint.

Von Technik verstehe ich nichts (ich treibe mich aber auch nicht in Technik-Foren/Technik-Ecken rum). Aber Fahrer einschätzen, das kann ich. Man sah, dass Verstappen super ist (bzw. ein (kommender) Großer ist), und zwar vor 2016 in Barcelona oder Brasilien. Und bei anderen Fahrern (z.B. Perez) kann man trotz 2012 in Malaysia oder Monza einschätzen, dass sie nicht bombe sind. Wer Verstappen trotz der letzten Situationen in China oder Baku mit Maldonado oder so vergleicht, hat nicht die geringste Ahnung. Nicht die geringste.

Drum nochmal: Ricciardo ist überschätzt bzw. ca. Bottas-esk und Verstappen ist der Master. Ach ja, und der nächste Master neben Verstappen ist Norris. Und nicht so Leute wie Leclerc oder Ocon oder Vandoorne (bevor er 2017 in die F1 kam, was wurde auch wegen ihm so begeistert rumgegackert... ich aber bzgl. Vandoorne, "totally overrated!).

donington93 15. Mai 2018, 17:57 Uhr
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