Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Österreich 2017 - Qualifying sutton-images.com
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Fans - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Max Verstappen - Red Bull - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Österreich 2017 - Spielberg - Qualifying 40 Bilder

Red Bull hinter Mercedes und Ferrari

Marko peilt Podest an

Auch beim Heimspiel liegt Red Bull hinter Mercedes und Ferrari zurück. Sowohl Daniel Ricciardo als auch Max Verstappen erwischten im dritten Qualifying-Teil keine optimalen Runden. Aus unterschiedlichen Gründen.

Red Bull muss sich wieder hinten anstellen. Mercedes und Ferrari sind in Spielberg schneller. Im Qualifying zum GP Österreich 2017 schafften Daniel Ricciardo und Max Verstappen die fünft- und sechstschnellste Rundenzeit. Auf die Pole-Position von Valtteri Bottas fehlten dem schnelleren der beiden RB13 0,645 Sekunden.

Schwierigkeiten in Q3 für Red Bull

Einen Startplatz in der ersten Reihe hatte das Team aus Milton Keynes bereits nach dem Freitagstraining abgehakt. Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko glaubte aber an die zweite Reihe. Aus eigener Kraft gelang Red Bull der Sprung dorthin nicht. Jedoch durch Hilfe von Mercedes. Weil Lewis Hamilton mit einer Getriebestrafe um fünf Positionen zurückfällt, nehmen Ricciardo und Verstappen das Heimspiel von Rang vier und fünf auf.

Mit einem optimalen dritten Qualifiying-Abschnitt wäre vielleicht etwas mehr drin gelegen. Gelbe Flaggen und Fehler verhinderten allerdings, dass die Red Bull den viertschnellsten Kimi Räikkönen erwischen konnten. Ricciardo holte bei seinem ersten Versuch mit den Ultrasoft-Reifen nicht das Optimum heraus. „Ich war im ersten Sektor zu langsam. Dazu habe ich in Kurve drei etwas Zeit verloren“, berichtete der Australier.

Im zweiten Schuss mit frischen Reifen stand sich der Sieger des GP Baku zunächst selbst im Weg. In der ersten Kurve schwänzelte das Heck zu stark, weshalb der Mann aus Perth den Versuch abbrach, die Reifen schonte und dann ein weiteres Mal das Tempo anzog. Im ersten Abschnitt verbesserte sich Ricciardo um eine Zehntelsekunde. Dann vermasselten gelbe Flaggen dem WM-Vierten die restlichen Kilometer. „Er war auf Räikkönen-Niveau“, ärgerte sich Marko. „Ich denke, wir saßen alle im selben Boot. Kimi hätte sich vermutlich auch noch steigern können“, meinte Ricciardo, bevor er sein typisches Lächeln aufsetzte. Immerhin war er erstmals seit vier GP-Wochenenden der schnellere Mann im Team. „Das ist gut für sein Selbstbewusstsein. Wir wollen ja keinen Nummer 1- und Nummer 2-Fahrer“, sagte Marko.

Verstappen ohne DRS und mit Dreher

Auch Teamkollege Verstappen war von der Gelbphase betroffen, die Romain Grosjean ausgelöst hatte. „Deshalb konnte ich zwischen Kurve drei und vier den Heckflügelflap nicht runterklappen. Das hat mich zweieinhalb Zehntel gekostet. In Kurve sechs war ich aber schon wieder gleich schnell wie bei meinem schnellsten Versuch.“ Dann wurde der Wunderknabe zu gierig und rodelte ins Kiesbett. „Ich bin in Kurve sieben zu früh auf das Gaspedal gestiegen.“

Nicht nur die gelben Flaggen verhinderten ein besseres Resultat für Verstappen. „Er hat einen Fehler an den nächsten gereiht, und einfach keine guten Runden zusammen gebracht“, kritisierte Marko seinen Schützling. Verstappen stand besonders mit der dritten Kurve des Red Bull-Rings auf Kriegsfuß „Ich habe versucht, meine Probleme mit anderen Linien zu beheben. Im dritten Qualifying hat sich die Situation trotzdem verschlimmert. Im zweiten Versuch in Q2 habe ich dann noch den ersten Kerb zu stark erwischt. Als ich beide Kurven dann endlich richtig bekam, kam gelb.“

Zwar muss sich Red Bull weiter hinter Mercedes und Ferrari einsortieren, doch das Team macht Fortschritte. Kleine Aero-Updates in unterschiedlichen Fahrzeugbereichen haben den RB13 noch besser gemacht. Allerdings ist Red Bull laut der Fahrer beim Chassis noch nicht ganz auf Mercedes- und Ferrari-Niveau. „In den schnellen Ecken wie Kurve neun sind wir richtig gut dabei“, sagt Ricciardo. „Uns fehlt es noch in den mittelschnellen und langsamen Kurven. Da können die Mercedes und Ferrari mehr Schwung mitnehmen.“

Vier Zehntel Verlust auf den Geraden

Auch Motorenpartner Renault legt zu. Der V6-Turbo kann im Qualifying nun mit schärferen Einstellungen gefahren werden. Beide Red Bull tragen in Spielberg einen neuen Verbrennungsmotor. Renault hat mit Modifikationen am Zylinderblock und der Kurbelwelle die Zuverlässigkeit erhöht. Weshalb mehr Leistung freigegeben werden kann. Kugelsicher ist die Antriebseinheit noch nicht. Renault stellte nach dem Freitagstraining einen Schaden an der MGU-H in Ricciardos Auto fest. Aus Sicherheitsgründen wurde dann auch in Verstappens Auto die vierte MGU-H eingebaut. Damit stehen die Red Bull unmittelbar vor Startplatzstrafen.

Noch ist der Renault-V6 nicht auf dem Niveau des Mercedes- und Ferrari-V6. Besonders im Teillastbetrieb. „Wir verlieren auf allen Geraden zusammengerechnet vier Zehntel“, sagt Marko. Im Gegensatz zu Baku kann Red Bull nicht mit einem kleinen Heckflügel den Topspeedmangel kaschieren. Das erlaubt das Streckenlayout in Spielberg nicht. „Dann kommt unser Leistungsdefizit zwangsläufig stärker zum Tragen“, sagt Ricciardo. Die Geschwindigkeitsmessung 170 Meter vor der vierten Kurve passierte Ricciardo mit 322,6 km/h und Verstappen mit 321,7 km/h. Lewis Hamilton schaffte als schnellster auf der Geraden einen Topspeed von 328,1 km/h.

Das Problem mit überhitzenden Hinterreifen vom Freitag hat Red Bull besser in den Griff bekommen. Ein Longrun am Samstagmorgen bestätigte, dass die Temperaturen weniger stark ansteigen, die Reifenthematik aber nicht vollständig gelöst ist. „Uns wäre es lieber, wenn sich Wolken vor die Sonne schieben. Dann kühlt der Asphalt gleich um 15 Grad ab.“ Die Piloten warnen: „Mit unserer Geschwindigkeit vom Freitag haben wir im Rennen keine Chance gegen Mercedes und Ferrari.“

Marko ist optimistisch, dass ein Podest beim Heimrennen in Reichweite liegt. Wäre dem Team Regen nicht trotzdem lieber? Max Verstappen schon. „Da schrumpft unser Defizit auf den Geraden. Ich fühle mich im Nassen ja sowieso wohl.“

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