Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen sutton-images.com
Fans - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
Nico Hülkenberg - Renault - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen 67 Bilder

Red Bull holt auf

Erster Saisonsieg in Baku

Zum ersten Mal in diesem Jahr war das Siegerauto nicht rot oder silber gefärbt. Sondern dunkelblau. Daniel Ricciardo gewann einen chaotischen GP Aserbaidschan. Die Konkurrenz half mit, der Pilot erarbeitete sich das Rennglück mit starken Überholmanövern.

Das Aserbaidschan-Wochenende war ein Auf und Ab für Red Bull. Am Freitag hatte sich Max Verstappen die beiden Bestzeiten geschnappt. Das Team träumte von der ersten Reihe und wurde von Mercedes und Ferrari in die dritte zurückgedrängt. Dazu legte Daniel Ricciardo seinen RB13 im dritten Quali-Durchgang an die Mauer. Er startete nur von Platz zehn.

Baku meint es gut mit Ricciardo

Doch Baku meinte es am Rennsonntag gut mit dem Australier. Und schlecht mit Verstappen. Der Niederländer scheiterte schon im ersten Rennfünftel am Renault-V6. „Der Öldruck ist plötzlich abgefallen“, berichtete Teamchef Christian Horner. Der Motor war kaputt. Auch für Teamkollege Ricciardo hätte das Rennen früh beendet sein können. In den Bremsschächten hatten sich Trümmerteile verfangen. Durch die verstopften Hutzen drang nicht mehr genügend Luft. „Er hätte keine Runde mehr damit geschafft. Die Temperaturen gingen durch die Decke. Wir mussten ihn reinholen.“

Der Boxenstopp am Ende der fünften Runde warf Ricciardo vom neunten auf den 17. Platz zurück. „Ich hätte all mein Geld darauf gesetzt, dass ich nicht gewinne“, meinte der spätere Sieger. Drei Safety Cars und eine Rennunterbrechung begünstigten Ricciardo bei seiner Aufholjagd ebenso wie Scharmützel, Unfälle oder technische Probleme seiner Kollegen. Namentlich Sebastian Vettel, Lewis Hamilton, Esteban Ocon, Sergio Perez, Valtteri Bottas, Kimi Räikkönen und Verstappen, die ohne Zwischenfälle vor dem Australier ins Ziel gekommen wären.

Ricciardo vermied Tumulte und überzeugte mit gezielten Überholmanövern. „Ich wusste nach meinem Quali-Unfall, dass ich mich im Rennen aus allem raushalten muss. Das Rennen, was wir alle im letzten Jahr erwartet hatten, ist jetzt passiert. Mit all dem Chaos, dem Safety Car und der Rennunterbrechung“, erzählte der fünffache GP-Sieger. Ricciardo ergriff seine Chancen vor allem bei den drei Restarts. „Er fiel über die Gegner her“, lobte Horner. „Ich habe mir immer mindestens einen gepackt“, berichtete der Strahlemann aus Perth. Das Timing stimmte: „Einmal hätte er einen Sauber fast vor der Safety Car-Linie gepackt. Er musste kurz lupfen“, erzählte Red Bulls Rennleiter.

Red Bull mit Fortschritten bei Chassis und Motor

Insgesamt überholte Ricciardo elf Kontrahenten. Das spektakulärste Manöver setzte er nach Wiederaufnahme des GP als er in einem Schlag die beiden Williams und Nico Hülkenberg auf der Zielgerade aufschnappte. Ricciardo war Dritter. Dann raubte ein defekter Nackenschutz Lewis Hamilton den Sieg und Sebastian Vettel musste zehn Sekunden an der Box absitzen. „Von dem Moment an war der Sieg in meinen Händen. Ich musste nur konstant durchfahren.“

Nach drei Siegen 2014 in Kanada, Ungarn und Belgien sowie dem Erfolg in Malaysia 2016 hat der Australier nun eine handvoll Grand Prix gewonnen. Alle Triumphe haben eine Gemeinsamkeit. „All meine Siege sind unter verrückten Umständen zusammengekommen“, weiß Ricciardo. Und bei allen Siegen startete er immer außerhalb der ersten drei Positionen.

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Aserbaidschan 2017 - Baku - Rennen
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Red Bull machte in Aserbaidschan Fortschritte bei Chassis und Motor.

Red Bull machte in Aserbaidschan weiter Fortschritte. So langsam verkleinert man die Lücke auf Mercedes und Ferrari. Die Verantwortlichen führen es darauf zurück, dass endlich die Übereinstimmung zwischen Windkanal, Simulator und Strecke gegeben ist. „Wir wissen, auf welches Tool wir uns in welchem Fall verlassen können.“ Deshalb zünden auch die Upgrades. „Wir haben inzwischen ein sehr ordentliches Chassis. Wir hatten einen kleinen Heckflügel und waren trotzdem im Mittelsektor gut dabei“, sagt Horner. Motorenpartner Renault brachte Red Bull durch eine neue Software um zwei Zehntel näher an Mercedes und Ferrari. Die neuen Codes verbessern Einspritzung und Zündung.

Durch die Fortschritte ist Red Bull nicht mehr Bange vor dem Heimrennen in zwei Wochen. „Wir haben einen guten Topspeed“, freut sich Ricciardo. „Kanada, Baku und Österreich sind eigentlich nicht für uns gemacht. Aber wir lagen dort mit Verstappen bis zu seinem Ausfall auf dem zweiten Platz und kamen mit Ricciardo auf das Podest. In Baku hätten wir sogar einen Doppelsieg holen können. Wir müssen uns nicht vor Spielberg fürchten.“

Während es für Ricciardo läuft, klebt Verstappen das Pech an den Rennschuhen. „Max wird daran wachsen“, sagt Horner. Wenn der RB13 endlich zuverlässig läuft, könnte Red Bull den roten und silbernen Autos noch gefährlicher werden. „Vielleicht können wir bis zum Ende des Jahres ja sogar ein bedeutender Faktor in der Weltmeisterschaft sein.“

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