Red Bull rechnet mit Strafen

Fünf Honda-Motoren für 2019

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP China - Shanghai - 14. April 2018 Foto: Jerry André 38 Bilder

Honda will in der Saison 2019 den Abstand zu Mercedes und Ferrari deutlich verkürzen. Die Japaner nehmen dafür auch Motorstrafen in Kauf. Red Bull und Toro Rosso unterstützen die aggressive Linie des Motorenpartners.

Red Bull sagt Mercedes den Kampf an. Der WM-Dritte will endlich wieder um die Weltmeisterschaft mitfahren. In den fünf Jahren Hybrid-Ära stehen unter dem Strich zwei Vize-WM-Titel 2014 und 2016 sowie zwölf GP-Siege. Zu wenig für einen Rennstall, der von 2010 bis 2013 die Formel 1 beherrschte.

Der Grund für die Niederlagen hatte aus Sicht von Red Bull einen Namen. Die Teamleitung und die Ingenieure gaben Motorenpartner Renault die Schuld. Nach Rechnung von Red Bull fehlten dem französischen V6-Turbo zwischen 40 (Rennen) und 80 PS (Qualifikation). Deshalb wurde die Ehe mit Renault im Sommer nach zwölf Jahren geschieden. Die neue Braut heißt Honda.

Honda will Power-Lücke schließen

Red Bull - Honda - Motorenpartner-Foto - F1 2018 Foto: Red Bull
Wird die Partnerschaft mit Honda eine Erfolgsehe?

Die Erfahrung bei Toro Rosso machte den Verantwortlichen Mut. Das Juniorteam wurde vergangenes Jahr als Testlabor genutzt. Mit der dritten Ausbaustufe legte das japanische Triebwerk in der zweiten Saisonhälfte alleine 35 PS zu. So fehlten dem Honda-Aggregat in seiner letzten Version nur noch 30 PS auf die Klassenbesten Mercedes und Ferrari.

Diese Lücke soll bis Saisonbeginn nahezu geschlossen werden. Dazu soll es einen echten Qualifying-Power-Modus geben, damit die Piloten im Rennen nicht immer eine Aufholjagd starten müssen. Red Bull und Honda haben sich große Ziele gesetzt. In den nächsten zwei Jahren muss der WM-Titel her. Motorsportchef Helmut Marko beteuert: „Wir haben den WM-Titel für 2019 eingeplant.“

Leistung wichtiger als Zuverlässigkeit

Allerdings rechnen die Verantwortlichen, dass die aggressive Weiterentwicklung ihren Preis hat. Sie geht auf Kosten der Zuverlässigkeit. „Wir rechnen mit fünf Motoren für die Saison“, verrät Marko. Damit müssten die Piloten in zwei Rennen mit Startplatzstrafen rechnen. „Wenn man die Motorenstrafen klug einsetzt, ist der Schaden gering. Leistung ist wichtiger.“

Wie im Vorjahr wird Honda wohl auch wieder Toro Rosso als Versuchskaninchen nutzen. Wenn immer eine Ausbaustufe ein paar Extra-PS verspricht und einsatzbereit ist, werden die Junior-Piloten zum Praxis-Test herangezogen. Schon 2018 starteten die beiden Toro Rosso-Renner je fünf Mal von weiter hinten.

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