Optimismus bei Red Bull

Aufbruchstimmung dank Honda

Pierre Gasly - Red Bull - Barcelona - F1-Test - 26. Februar 2019 Foto: xpb

Red Bull blickt optimistisch in die neue Saison. Nach eigenen Berechnungen liegt man knapp hinter Ferrari, aber vor Mercedes. Es herrscht Aufbruchstimmung in Milton Keynes. Sportdirektor Helmut Marko schreibt das dem Honda-Faktor zu.

Fünf GP-Siege sind das Mindestziel, sagt Red Bull-Sportdirektor Helmut Marko. Wer im letzten Jahr vier Grand Prix gewonnen hat, müsse nach höheren Zielen streben. Und mit fünf Siegen, da könne man auch um die Weltmeisterschaft mitfahren. Das hat sich Red Bull-Honda für 2019 an die Fahnen geheftet.

Zum ersten Mal seit 2013 will man wieder bei der Titelvergabe mitsprechen. Red Bull und Honda haben da ihre Ansprüche klar abgesteckt. Wird das große Ziel in den nächsten zwei Jahren verfehlt, könnte es das Ende der Formel 1-Aktivitäten bedeuten. Helmut Marko ist überzeugt, dass es nicht so weit kommt. „Wir sind optimistisch. Nach unseren Berechnungen liegen wir knapp hinter Ferrari und vor Mercedes.“

Honda hat seit den Testfahrten noch einmal eine kleine Schippe draufgelegt, und Red Bull hat ein Upgrade vorgezogen, das eigentlich für den GP China vorgezogen war. Dazu wurden sämtliche Entwicklungsteile, die beim Unfall von Pierre Gasly in Barcelona zu Bruch gingen, in ausreichender Menge nachgebaut. Auch neue Getriebegehäuse. „Das war eine unglaubliche Kraftanstrengung“, lobt Marko. „Aber wenn die Begeisterung da ist, wird alles möglich. Bei uns in der Fabrik herrscht eine Euphorie, wie wir sind lange nicht mehr gesehen haben.“

Max Verstappen - Helmut Marko - Red Bull Foto: Wilhelm
Laut Helmut Marko geht Max Verstappen voll motiviert in die neue Saison. Wird er der jüngste Champion aller Zeiten?

Red Bull und Honda mit gleicher DNA

Marko lobt: „Honda und Red Bull haben die gleiche DNA. Einfach nur dabei sein ist uns nicht genug. Wir wollen die Besten sein.“ Honda bietet dafür 300 Mitarbeiter in der japanischen Zentrale in Sakura auf und noch einmal 80 in der Außenstelle Milton Keynes. Das ist die schnelle Eingreiftruppe für dringende Fälle.

Honda hat aus Fehlern der Vergangenheit gelernt. Der japanische Autokonzern wendet sein Rotationsprinzip für seine Techniker nur noch ab der zweiten Ebene an. Als Schulungsfeld für den Nachwuchs. Alle leitenden Ingenieure haben Rennsport-Erfahrung. Man ist jetzt auch offener gegenüber Expertise von außen.

Technisch sind die Japaner bestens ausgerüstet. „Sie haben die modernsten Prüfstände der AVL.“ Und bei Red Bull in der Fabrik steht der Superprüfstand VTC Tag und Nacht bereit. Darauf kann das komplette Auto mit Motor virtuell auf jeder Rennstrecke dieser Welt fahren. Der Prüfstand ist direkt mit dem Simulator verbunden.

Max Verstappen könnte also bei der Vergabe des WM-Titels neben Lewis Hamilton und Sebastian Vettel zum dritten großen Player werden. „Der Max hatte die ganzen Tage beim Testen ein großes Grinsen im Gesicht. In puncto Fahrbarkeit ist der Honda-Motor eine andere Welt. Das Auto ist für die Fahrer berechenbarer geworden. Beim Runterschalten ist die Bremswirkung immer gleich. Im letzten Jahr war es eine Runde so, die andere so. Das hat uns zum Beispiel die Pole Position in Singapur gekostet“, erzählt Marko.

Daniil Kvyat - Toro Rosso STR14 - Shakedown - Misano - Formel 1 - 2019 Foto: Red Bull
Die Kooperation mit Toro Rosso hilft beiden Teams.

Toro Rosso als Versuchslabor

Bei so viel Begeisterung für den neuen Motorenpartner stellt sich die Frage, warum Red Bull den Schritt nicht schon früher gewagt hat. „Es ging nicht“, bedauert Marko. „McLaren hatte bis zum Vertragsende ein Veto-Recht.“ Toro Rosso spielte im letzten Jahr das Versuchskaninchen für Honda. Die Autos des Junior-Teams waren sozusagen ein fahrender Prüfstand. Honda entwickelte ohne Rücksicht auf Verluste. Mit der letzten Ausbaustufe kam der erste signifikante Leistungssprung. Über den Winter sollen noch einmal 40 PS dazugekommen sein. „Wir haben jetzt auch einen Party-Modus“, freut sich Marko.

Toro Rosso ist Teil von Red Bulls Sturm auf den WM-Titel. Das Junior-Team lehnt sich nach dem Modell Ferrari und Haas stark an den großen Bruder an. Toro Rosso hat nicht einmal mehr einen Technischen Direktor. Die grobe technische Richtlinie wird von Red Bull-Ingenieur Pierre Waché bestimmt. Trotzdem ist das Bündnis nicht mit dem vor 2009 zu vergleichen. „Damals war das Auto mit Ausnahme des Motors 1:1 das gleiche. Das geht heute nicht mehr“, sagt Marko.

Aerodynamisch ist der Toro Rosso STR14 im vorderen Bereich weiter vom Red Bull RB15 entfernt, als man erwartet hat. Während Red Bull bislang dem klassischen Frontflügel-Konzept mit nach außen ansteigenden Flaps treu bleibt, ging der Juniorpartner den Weg von Ferrari. Was nicht unbedingt schlecht sein muss. So bekommen die Red Bull-Ingenieure aus erster Hand mit, wie das andere Konzept funktioniert. Merke: Bei diesen Allianzen profitiert nicht nur das kleinere Team.

Red Bull RB15: Das neue Auto im Detail

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