Red Bull nur von Vettel geschlagen

„Unsere Fahrer wurden nervös“

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Singapur - Qualifying Foto: xpb 42 Bilder

Red Bull bestimmte die Trainings. Im Qualifying war Sebastian Vettel aber stärker. Das Team schob es auf eine Kombination aus fehlendem Q3-Powermodus und einem bärenstarken Vettel. Und auf eine falsche Frontflügel-Korrektur.

Red Bull hoffte in Singapur auf die Pole-Position. Es wäre die erste seit dem GP Monaco 2016 gewesen. Es wurde nichts aus dem ersten Startplatz. Max Verstappen und Daniel Ricciardo mussten sich mit den Plätzen zwei und drei abfinden. Weil Sebastian Vettel im entscheidenden Moment unerreichbar war.

Marko applaudiert Vettel

Red Bulls Motorsportverantwortlicher Helmut Marko applaudierte seinem ehemaligen Schützling, der Red Bull zu vier Weltmeister-Titeln führte. „Wenn es darauf ankommt, kann Vettel unglaubliche Leistungen abrufen.“ Dafür rügte der Doktor seine Fahrer. „Sie sind nach dem ersten Run im dritten Qualifying-Abschnitt nervös geworden. Sie haben gesehen, dass Ferrari die Leistung aufdrehen konnte und haben danach falsch gehandelt.“

Nach den drei Trainings konnte sich das ehemalige Weltmeisterteam berechtigte Hoffnungen auf den ersten Startplatz machen. Daniel Ricciardo stürmte am Freitag zu zwei Trainingsbestzeiten. Max Verstappen drehte im dritten Training die schnellste Runde. Vor Vettel. „Wir wussten schon am Freitag, dass er unser schärfster Gegner ist“, sagt Marko. Ricciardo traf in der dritten Übungseinheit die Mauer. „Das hat aber nichts ausgemacht und sein Qualifying nicht beeinflusst“, berichtete Red Bulls Teamchef Christian Horner.

Im Qualifying hielt sich Red Bull sowohl in Q1 als auch in Q2 vor Vettel. Dann passierte laut der Mannschaft aus Milton Keynes das, was immer passiert. Ferrari und Mercedes drehen die Motorleistung hoch. „Wir können noch ein bisschen Feintuning betreiben. Mehr nicht“, hält Verstappen fest. „Wir sind schon in Q1 fast am Limit“, ergänzt Ricciardo. Schon im ersten Anlauf im letzten Abschnitt platzierte sich Vettel in seinem Ferrari vor beiden Red Bull. „Man sieht am ersten Sektor, wie sie auf einmal gegenüber uns gewinnen“, sagt Horner.

Red Bull verliert leicht im ersten Sektor

Allerdings hält sich der Abstand dort in Grenzen. Vettel strampelte den ersten Streckenteil bis 150 Meter vor Kurve sieben in seinem schnellsten Umlauf in 26,751 Sekunden ab. Verstappen und Ricciardo schafften in der Qualifikation immerhin 26,978 Sekunden und 27,002 Sekunden. Im zweiten Sektor ist Vettel einen Hauch schneller. Die letzten zehn Kurven gehören dagegen Red Bull. Wobei die drei Autos nicht einmal eine halbe Zehntelsekunde trennt.

Für die finale Attacke verlangten beide Fahrer in den dunkelblauen Rennwagen etwas mehr Frontflügel. Mehr Abtrieb vorn bedeutet mehr Topspeed. Da der Heckflügel etwas schlechter angeströmt wird. Diese Entscheidung führte Marko darauf zurück, dass sich seine Fahrer haben nervös machen lassen. „Beide haben überreagiert.“ Verstappen steigerte sich nicht mehr. Es blieb seine Rundenzeit aus dem ersten Schuss bestehen. „Verstappen hat es dann übertrieben und im Mittelteil drei Zehntel verloren. Das war es dann für ihn.“ Ricciardo verbesserte sich nur noch minimal.

Red Bull - Formel 1 - GP Italien 2017 Red Bull mit Honda-Motoren ab 2019 Renault lässt Red Bull fallen

Was Marko zur Schlussfolgerung bringt. „Unsere Niederlage gegen Ferrari ist eine Kombination aus fehlender Motorleistung und Routine im entscheidenden Augenblick, die Vettel hat.“ Für noch Motorenpartner Renault gibt es noch eine Ohrfeige. „Sogar Honda hat inzwischen einen scharfen Qualifying-Modus.

Für das Rennen bläst Red Bull zum Angriff. “Ich glaube immer noch fest an den Sieg„, sagt Ricciardo, der in den letzten beiden Jahren den GP Singapur jeweils auf dem zweiten Rang abschloss. Die erste Möglichkeit, das Auto mit der Startnummer 5 zu überholen, bietet sich auf den ersten 301 Metern. “Unsere Starts waren in diesem Jahr eigentlich immer gut„, frohlockt Horner. “Klar werde ich es am Start versuchen. Wenn es nicht klappt, ist das Rennen immer noch lang genug„, sagt Verstappen. “Der Start wird wichtig. Überholen ist hier sehr, sehr schwierig„, erklärt Ricciardo.

Kann Red Bull Ferrari über die Strategie bezwingen?

Bei Red Bull glaubt man aber auch, über die Strategie Ferrari schlagen zu können. “Für Vettel ist das keine gemähte Wiese. Wir können sowohl einen Stopp als auch zwei Stopps„, resümiert Marko nach den starken Longruns vom Freitag. “Alle Strategien kann Ferrari gar nicht abdecken„, meint Horner.

Im Mercedes-Lager rechnet man damit, dass Red Bull besonders aggressiv sein wird, sollte man den Start nicht gewinnen. “Dann werden sie sicher einen frühen Stopp versuchen, um mit dem Undercut vorbeizukommen. Das könnte uns in die Hände spielen. In der Box verliert man gute 27 Sekunden. Wenn dann ein Safety Car kommt, können wir mit einem späteren Reifentausch gleich zehn Sekunden gutmachen.„ Bei Red Bull hält man dagegen. “Wir haben zwei Eisen, mit denen wir Ferrari schlagen können.„

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