Christian Horner - Red Bull - Barcelona - F1-Test - 18. Februar 2019 Stefan Baldauf

Red Bull knackt 100 Runden-Marke

Honda hat deutlich zugelegt

Die Ehe Red Bull-Honda hatte einen guten Start. Max Verstappen legte am ersten Testtag in Barcelona mehr als 100 Runden zurück. Teamchef Christian Horner lobte den neuen Motorenpartner und sieht bei der Konkurrenz nichts, was Red Bull verpasst hätte.

Honda hat über den Winter gute Arbeit geleistet. Max Verstappen hat 75 Minuten vor der Zielflagge zum ersten Testtag in Barcelona die 100 Runden-Marke geknackt. Und der neue Honda-Motor hat ordentlich an Power zugelegt. Wir hören aus gut unterrichteten Quellen, dass die Japaner bei der Leistung des Verbrennungsmotors nicht mehr weit von den 580 Kilowatt (790 PS) weg sind, die man am Saisonende 2018 bei Ferrari und Mercedes gemessen haben will.

Red Bull-Teamchef Christian Horner meint vorsichtig: „Honda hat die Lücke signifikant geschlossen. Wir wissen natürlich nicht, was unsere Konkurrenten über den Winter geschafft haben. Wenn Ferrari und Mercedes 50 Kilowatt gefunden hätten, haben wir ein Problem.“ Horner sagt es mit einem Augenzwinkern, um zu sagen, dass er daran nicht glaubt. Der Engländer weiß, wie wichtig die Motorleistung im Powerplay der Topteams ist: „Sie ist ein wichtiger Mosaikstein, wenn wir um Siege fahren wollen.“

Horner bestätigt auch, was Sportdirektor Helmut Marko bereits angedeutet hatte. Wenn eine Motorentwicklung signifikant mehr Power verspricht, wird man freiwillig Startplatzstrafen kassieren. „Wenn du sie auf der richtigen Strecke nimmst, ist die Strafe gar nicht so hoch. Verstappen ist letztes Jahr in Russland nach fünf Runden schon auf Platz 6 gefahren.“

Wie ein Schweizer Uhrwerk

Stichwort Siege. Red Bull hat im Vorjahr vier Grand Prix gewonnen. Nicht genug aus Sicht von Horner. „Wir müssen in unserer Leistung konstanter werden und dürfen nicht mehr so abhängig vom Streckentyp sein. Bis jetzt haben wir immer nur dort gewonnen, wo das Chassis eine Rolle spielt. Da müssen wir ausgeglichener auftreten.“ Ein klarer Auftrag an den neuen Motorlieferanten, den Horner aber gar nicht genug loben kann: „Wir haben noch nie einen Motor so perfekt in unser Chassis installiert wie jetzt. Es sieht unter der Verkleidung wie ein Schweizer Uhrwerk aus.“ Dann noch ein kleiner Seitenhieb auf Renault: „Wir haben am ersten Testtag vier frische und einsatzbereite Motoren in der Garage. Das gab es seit zwölf Jahren nicht mehr.“

Kimi Räikkönen - Alfa Romeo - Barcelona - F1-Test - 18. Februar 2019
Aktuell

Die atemberaubend schnellen Rundenzeiten von Sebastian Vettel im Ferrari locken Horner noch nicht aus der Reserve. Ja, der Ferrari ist in einigen Details einen anderen Weg gegangen wie Mercedes und Red Bull, ja die Rundenzeiten seien für den ersten Testtag verdammt schnell, aber man dürfe deshalb nicht in Panik verfallen. „Für uns ist alles neu. Motor, Reglement, die Fahrer. Wir müssen unser Paket erst einmal verstehen, Stärken und Schwächen lokalisieren. Wir haben an den anderen Autos bis jetzt noch nichts gesehen, was wir verschlafen hätten.“

Horner zeigt sich überrascht, dass die Regeländerungen so viel unterschiedliche Interpretationen im Bereich Flügel, Seitenkästen und Leitbleche hervorgerufen haben. „Es ist eine gravierende Regeländerung, weil es nicht nur den Frontflügel betrifft. Der Rest des Autos steht in Wechselwirkung mit diesem Flügel. Unser Auto ist eine Evolution unserer Aerodynamikphilosophie.“ Red Bull ist auch nach Durchsicht der anderen Autos der Meinung, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. „Wenn wir morgen den Ferrari-Frontflügel auf unser Auto schnellen würden, würde er wahrscheinlich nicht funktionieren.“

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