Red Bull kupfert bei Ferrari ab

Unterboden aus dem 3D-Drucker

Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 25. Oktober 2018 Foto: ams 111 Bilder

Red Bull hatte für das Rennen in Mexiko einen neuen Unterboden im Gepäck, der dem neuen Modell von Ferrari verdächtig ähnlich sah. Inzwischen haben die Verantwortlichen bestätigt, dass man bei der Konkurrenz abgekupfert hat.

Kopieren gehört in der Formel 1 zum guten Handwerk. Wer sinnvolle Lösungen der Gegner nicht übernimmt, der kommt in der Königsklasse nicht weit. Die Ingenieure checken ständig die Rennwagen der Konkurrenz, immer auf der Suche nach innovativen Ideen, die vielleicht auch das eigene Auto weiterbringen können.

Mehr als ein paar Rennen können Teams normalerweise nicht von einer exklusiven Lösung profitieren. Dank moderner Computer-Simulationen (CFD) müssen für erste Tests in der Fabrik noch nicht einmal Teile produziert werden. Die Carbon-Bäcker werden erst tätig, wenn der Computer einen messbaren Vorteil verspricht.

Red-Bull-Kopie in sieben Tagen

Red Bull - Formel 1 - GP Mexiko - 25. Oktober 2018 Foto: ams
Der genaue Blick auf den Unterboden zeigt, dass die Finnen nur aufgeklebt sind.

Manchmal geht es sogar noch schneller. Als Ferrari in Austin seinen neuen Unterboden mit 9 kleinen Finnen am Donnerstag (18.10.2018) aus der Garage zur technischen Abnahme rollte, waren die Red Bull-Fotografen sofort zur Stelle. Sie schickten die Bilder des Upgrades direkt in die Zentrale nach Milton Keynes.

Die Ingenieure sahen offenbar Potenzial in der Lösung. Ohne viel Zeit zu verlieren wurden Computer-Modelle der kleinen Finnen erstellt, mit denen die CFD-Software gefüttert wurde. Dank der schnellen Superrechner fand man schnell eine vielversprechende Lösung, die man unbedingt in Mexiko testen wollte, um reale Daten von der Strecke zu sammeln.

Blitz-Entwicklung dank Rapid Prototyping

Doch um einen komplett neuen Unterboden anzufertigen fehlte die Zeit. Stattdessen entschieden sich die Ingenieure, die kleinen Finnen einfach im 3D-Drucker anzufertigen. Dank moderner „Rapid-Prototyp-Technik“ waren die Bauteile innerhalb weniger Stunden fertig. „Wir haben sie dann nach Mexiko geschickt und sie in der Garage auf unseren Unterboden geklebt“, bestätigte Teamchef Christian Horner.

Bei der technischen Abnahme am Donnerstag traute die Konkurrenz ihren Augen kaum. Keiner glaubte, dass Red Bull die Ferrari-Lösung so schnell kopiert haben könnte. Im ersten Training rückte Max Verstappen direkt mit dem modifizierten Unterboden aus und sammelte wertvolle Daten.

„Die Teile sind so haltbar, dass wir mit dem Unterboden sogar im Rennen fahren könnten“, erklärte Teamberater Helmut Marko. Doch offenbar entschieden sich die Ingenieure dazu, kein unnötiges Risiko einzugehen. Nach den ersten Testrunden im Training war Verstappen in der zweiten Session wieder mit dem konventionellen Modell unterwegs.

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