F1 Girls La Unas

Als Red Bull noch cool war

Red Bull - Formel 1 - Girls - La Unas Foto: sutton-images.com 50 Bilder

Als Red Bull 2005 in die Formel 1 einstieg, wollte der Neuling mit wilden Partys und heißen Girls das Establishment aufmischen. Doch kaum kam der Erfolg, hörte der Spaß auf. Wir zeigen Ihnen, wie es damals im Fahrerlager zuging, als Red Bull noch cool war, und erinnern an die legendären "La Una-Girls".

Die Formel 1-Vergangenheit wird ja gerne mal besser dargestellt, als sie in Wirklichkeit war. Wegen spitzer Aerodynamik, Nachtanken und lange haltender Reifen boten Grand Prix-Rennen zur Mitte des vergangenen Jahrzehnts meist nur wenig Action. Da konnten auch der geile V10-Sound und die hohen Top-Speeds auf den Geraden nur wenig ändern.

Doch wenigstens gab es damals außerhalb der Rennstrecke jede Menge Unterhaltung. Charismatische Teamchefs wie Flavio Briatore und Eddie Jordan sorgten immer wieder für Gesprächsstoff. Mit Piloten wie zum Beispiel Juan-Pablo Montoya, David Coulthard und Jacques Villeneuve gab es auch unter dem Cockpit-Personal jede Menge Lautsprecher. Dagegen verblasst die die heutige Fahrergeneration regelrecht.

Dass sich die Piloten mittlerweile kaum noch trauen, kontroverse Statements abzugeben, liegt vor allem an den Teams. Nur selten bricht die moderne Fahrer-Generation aus dem engen PR-Korsett aus. Selbst bei einem vom Image her lockeren Team wie Red Bull geht es mittlerweile seriös zur Sache. Zwar ist der Maulkorb für Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat nicht ganz so fest gezurrt, wie bei den anderen großen Herstellern, aber so locker wie beim Einstieg in die Königsklasse 2005 geht es längst nicht mehr zu.

Red Bull sorgt für Party-Stimmung im Fahrerlager

Am besten deutlich ist die Wandlung am Beispiel der "La Unas" zu erkennen. Als Red Bull die Formel 1 enterte, lud die Marketing-Abteilung zu jedem Grand Prix eine Gruppe heißer Mädels ein. Die leichtbekleideten Damen durften sich frei im Fahrerlager bewegen und sorgten auf den legendären Partys des Energy-Drink-Teams für Stimmung. Natürlich zogen die Mädels jede Menge Aufmerksamkeit auf sich. Ausgiebig posierten die "La Unas" für die Fotografen - wenn möglich natürlich mit einer Dose in der Hand.

Bei den anderen Teams kam der bunte Zirkus nicht besonders gut an. Das war Red Bull damals aber egal. Man wollte sich bewusst von der Konkurrenz absetzen und das Formel 1-Projekt etwas lockerer angehen. Die Damen durften sogar in die Garagen direkt an die Autos heran. Sie bekamen Kopfhörer aufgesetzt, um die Funksprüche der Fahrer mitzuhören.

Mechaniker und Piloten posierten gerne zusammen mit den Girls. Selbst Sebastian Vettel, der damals noch als Red Bull-Junior in die Formel 1 reinschnupperte, ließ sich mit weiblicher Begleitung ablichten. "Frauenversteher" wie David Coulthard oder Vitantonio Liuzzi gesellten sich auch mal etwas länger zu den heißen Damen - zum Beispiel am Pool der Monte Carlo-Hospitality.

Red Bull streicht La Una-Girls aus dem F1-Programm

Doch nach der Saison 2008 war Schluss mit lustig. Bei Red Bull ging es sportlich immer weiter nach oben. Mit Adrian Newey hatte man einen ambitionierten Technikchef verpflichtet. Irgendwann entschied die Marketing-Abteilung das Image der Partytruppe abzulegen. Das La Unas-Programm wurde gestoppt. In die Nähe der Autos kamen nur noch die Mechaniker. Und als David Coulthard am Ende des Jahres 2008 in Rente ging und durch Sebastian Vettel ersetzt wurde, bekam der Rennstall endgültig einen seriösen Anstrich.

Über mangelnden Erfolg konnten sich die Red Bull-Fans anschließend nicht beklagen. Doch Beobachter vermissten den Charme der wilden Anfangsjahre. Kritikern fiel eine gewisse Arroganz auf, die mit dem sportlichen Höhenflug einher ging. Trotz Erfolgen am Fließband schimpfte die Teamleitung über Aerodynamik-Restriktionen, zu weiche Reifen oder schwache Motoren. Das Budget stieg in unglaubliche Dimensionen. Niederlagen waren verboten. Die Popularität nahm immer weiter ab, was sogar darin gipfelte, dass Piloten auf dem Podium ausgepfiffen wurden. Red Bull gehörte plötzlich selbst zum uncoolen Establishment.

Mittlerweile sind jedoch einige Versuche zu erkennen, den Trend wieder umzudrehen. Daniel Ricciardo brachte eine gewisse Lockerheit ins Team zurück. Die Technikabteilung reagiert nicht mehr ganz so paranoid auf Fans und Journalisten, die sich mit Kameras den Autos nähern. Und zum Comeback des Heimrennen in Österreich 2014 wurde sogar die La Una-Tradition wiederbelebt.

Ganz so ausgelassen, wie es in alten Zeiten, geht es aber noch nicht zu. Wir erinnern in unserer Galerie noch einmal an legendäre Red Bull-Partys mit den La Una-Girls.

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