Max Verstappen - Red Bull - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018 sutton-images.com
Romain Grosjean - HaasF1 - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018
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Kimi Räikkönen - Ferrari - GP England - Silverstone - Formel 1 - Freitag - 6.7.2018
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Red Bull leidet in Silverstone

„Überall konstant langsam“

Red Bulls Befürchtungen werden wahr. Silverstone ist keine Strecke für den RB14. Trotz überwiegend mittelschneller und schneller Kurven. Doch die dunkelblauen Autos leiden auf den Geraden. Am Trainingsfreitag passte auch das Setup nicht.

Der Trainingsfreitag von Silverstone ist für Red Bull eine Kopie zu dem vor einer Woche in Spielberg. Damals wie heute klagte der Rennstall aus Milton Keynes. Damals wie heute sind die dunkelblauen Autos zu langsam. Ferrari und Mercedes sind wesentlich schneller. Im ersten Training zum GP England 2018 landeten Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf den Plätzen vier und sechs. Im zweiten Training auf den Positionen fünf und 19. Für Verstappen war nach einem Unfall schon nach gut einer Viertelstunde Schluss.

Verstappens „komischer Unfall“

In Österreich wendete sich das Blatt. Am Rennsonntag beflügelte ein 20 Grad heißerer Asphalt die Red Bulls. Mercedes stolperte über Technik und Taktik. Und Ferrari wachte zu spät auf. So feierte Max Verstappen seinen ersten Saisonsieg. Diesmal glaubt Red Bull nicht an eine Wunderheilung. „Die Asphalttemperaturen liegen ja schon bei über 50 Grad“, stöhnt Motorsportkoordinator Helmut Marko.

Zu langsame Autos sind die eine Sache, Unfälle eine andere. Max Verstappen knüpfte nicht an die Österreich-Leistung an, sondern an die Pannenserie des ersten Saisondrittels. In seiner dritten Runde am Freitagnachmittag verabschiedete sich der fliegende Holländer im Reifenstapel. Sein Red Bull hing danach am Abschlepphaken. Das Auto war zu stark beschädigt, um es vor Trainingsende zu reparieren.

Marko sprach von einem komischen Unfall im Motorradstil. Und schützte damit seinen Fahrer. „Max beschleunigt, geht quer, fängt das Auto eigentlich ein und stabilisiert es. Dann bricht es wie aus dem Nichts plötzlich aus“, schildert der Grazer Doktor. Mögliche Ursache: „Max war für die erste Runde mit den neuen Reifen eine Spur zu schnell. Vielleicht waren die Reifen noch nicht ganz auf Betriebstemperatur.“ Für Verstappen war es ohnehin ein pannenreicher Tag. Am Ende des ersten Trainings rollte der Niederländer auf der Zielgerade aus. Das Getriebe steckte im vierten Gang. Ursache war ein Sensorproblem, das die Mechaniker bis zum Start der zweiten Übungseinheit behoben hatten.

Eine Sekunde Verlust auf Geraden

Nach Verstappens Unfall musste Ricciardo das Programm schultern. Das Auto mit der Startnummer 3 war das langsamste der verbliebenen Spitzenautos. Gewohnt knackig fasst Marko zusammen. „Wir waren konstant langsam. Auf eine Runde. Im Longrun. Auf allen Reifentypen.“ Besserung scheint nicht in Sicht. Red Bull klagt das alte Lied. „Wir verlieren wahnsinnig viel auf den Geraden. Obwohl wir die meiste Zeit mit offenem DRS fahren. Zusammengerechnet eine Sekunde.“ Die schnelle Startkurve fahren übrigens beide Red Bull mit offenem Heckflügel.

Silverstone ist seit 2017 eine Motorenstrecke. Seit die Autos und Reifen breiter sind und höhere Kurvengeschwindigkeiten erlauben. Kurven wie Abbey und Copse Corner gehen inzwischen locker mit durchgedrücktem Gaspedal. Red Bull schlussfolgert daraus: „Das hilft Mercedes und Ferrari. Ihre Motorleistung zieht sie noch besser aus den Kurven. Deshalb gewinnen sie sogar in Vollgaspassagen Zeit auf uns“, sagt Marko. Red Bull probierte es mit verschiedenen Abtriebsleveln. Verstappens Auto war auf mehr Anpressdruck getrimmt, das von Ricciardo auf weniger. Man sah es gut an den unterschiedlichen Flügeln. Ein steiler angestelltes Hauptblatt bei Verstappen. Ein flacheres bei Ricciardo. Außerdem testete der Australier einen neuen Frontflügel mit weniger Flaps. Es war kein Test für Spa oder Monza. „Alles, was wir testen, gilt für die jeweilige Strecke.“

In welche Richtung man beim Setup geht, um den lahmenden RB14 doch schneller zu machen, weiß Red Bull nicht. „Es fehlen uns nach dem Unfall von Max die Vergleichsdaten.“ Von den drei Topteams kann Red Bull auf die wenigsten Daten zurückgreifen. Man spulte 87 Runden ab. Ferrari 116, Mercedes 113 am Freitag. Nur eine drastische Setupkorrektur könnte das Auto kurieren. „Eine noch drastischere als in Österreich. Wir sind eine Sekunde hintendran. Das darf nicht sein.“

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