Red Bull - RB14 - Retusche - F1 2018 Red Bull
Red Bull - RB14 - F1 2018
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Red Bull - RB14 - F1 2018 17 Bilder

Red Bull manipuliert RB14-Fotos

Was wird hier verheimlicht?

Der neue Red Bull RB14 gibt schon einen Tag nach seiner Präsentation Rätsel auf. Das Team hat alle Anstrengungen unternommen, ein Detail am Auto auf den Fotos zu verbergen. Wir klären auf, welches Geheimnis dahinter steckt.

Ein neuer Red Bull erregt immer Aufsehen in der Szene. Weil man Stardesigner Adrian Newey immer noch den magischen Trick zutraut, der sein Auto schneller macht. Beim neuen Red Bull RB14 fällt diese Analyse schwer. Das Auto ist in einer dunkelblau-schwarzen Tarnfarbe lackiert, die es schwer macht, Konturen und Details zu erkennen.

Aber nicht nur das. Red Bull hat sogar die Fotos vom neuen Auto manipuliert, um etwas zu verstecken, was den Technikern offenbar immens wichtig ist. Sowohl im Studio als auch auf der Rennstrecke. Man muss schon ganz genau hinschauen, um den Unterschied zu erkennen. Es handelt sich um den unteren der beiden horizontalen Seitenkasten-Flügel.

Einmal ist er da, dann wieder weg. Ist Red Bull in Silverstone etwa mit zwei Versionen gefahren? Eindeutig nein. Ein Vergleich der Position des Autos mit den Spuren auf der regennassen Piste zeigt, dass es sich um ein und dasselbe Foto handelt. Einmal hat das Auto in der mittleren Etage einen Flügel, der bis an die vertikalen Leitbleche an der Seite reicht und ein andermal nicht.

Was ist am unteren Seitenkasten-Flügel so geheim?

Aufmerksame Beobachter haben Verdacht geschöpft, weil Red Bull die erste Fahraufnahme des RB14 in Silverstone nur wenige Minuten nach ihrer Veröffentlichung wieder aus dem Pressebereich entfernt hatten. Hier war der Flügel nicht mehr zu sehen, der beim gleichen Bild, das kurz zuvor über die sozialen Medien verbreitet wurde, noch vorhanden war.

Gleiches Spiel bei den Studiofotos. Bei der Ansicht von vorne stehen die vierfach gefächerten vertikalen Leitbleche vor den Seitenkästen isoliert da. Beim Bild schräg von vorne ist ansatzweise eine Etage darunter ein mächtiger Flügel zu erkennen, der die Kühleinlässe halb abdeckt und mit den Strömungsausrichtern verbunden ist.

Red Bull - RB14 - F1 2018
Red Bull
Auch auf dem Studiofoto wurden die Flügel-Elemente herausretuschiert.

Die entscheidende Frage ist jetzt, warum Red Bull gerade dieses Detail nicht zeigen will. Die Grundidee ist nicht neu. Sie wurde von Ferrari im letzten Jahr uraufgeführt. Der Ferrari SF70H hatte eine rechteckige Schleife vor den Kühleinlässen. Damit konnte man einerseits die Seitenkästen verkürzen und andererseits das vordere Ende der Seitenteile aus der Vogelperspektive betrachtet nach hinten pfeilen. Was aus aerodynamischer Sicht besser ist als wenn die Seitenkästen im Winkel von 90 Grad aus dem Chassis wachsen. Genau das müssen sie laut Reglement. Es gibt noch einen Vorteil, Mit diesem Trick der vorgelagerten Crashstruktur kann man die Kühleinlässe noch weiter oben platzieren und die Seitenkästen unten noch stärker einziehen.

Das Reglement schreibt vor, dass die in das Chassis integrierten Knautschzonen in einem 5 Zentimeter breiten Fenster 50 Zentimeter vor der Cockpitrückwand (C-C-Linie) angebracht werden müssen. Der obere in eine Höhe zwischen 40 und 52 Zentimeter über der Referenzebene. Der untere 7 bis 19 Zentimeter über dem tiefsten Punkt des Autos. Eigentlich sollte die seitliche Crashstruktur Teil des Kühleinlasses sein. Was aber wegen der verkürzten Seitenkästen gar nicht geht. Deshalb ist die Crashstruktur Teil des Vorbaus.

McLaren will, dass der Trick ab 2019 verschwindet

Mittlerweile hat fast jeder den Ferrari-Trick aufgegriffen. Die Idee wurde jedoch nicht 1:1 kopiert. Mal sind die beiden horizontalen Ausleger mit einem vertikalen Leitblech verbunden, mal nicht. HaasF1 und Williams platzieren diesen Doppelflügel noch weiter vorne als es Ferrari im letzten Jahr getan hat und legen die Flügelelemente filigraner aus, als es das Original vorgemacht hat.

Red Bull RB14 - F1-Auto 2018
Video vom Rollout in Silverstone
38 Sek.

Red Bull ist noch einen Schritt weiter gegangen. Aus den Seitenkästen wächst auf der Oberseite über den Kühleinlässen ein mächtiger Flügel bis auf die maximal erlaubte Breite von 80 Zentimeter gemessen von der Mittellinie des Fahrzeugs. 20 Zentimeter darunter ist noch ein Flügel angebracht, der ebenfalls auf Maximalbreite gezogen ist.

Am vorderen Ende weist dieser Flügel exakt das gleiche Wellenprofil auf wie das Teil darüber. Da der untere Flügel im ersten Teil bis zum Rand der Seitenkästen ziemlich mächtig ausfällt und über einen ähnlich stabilen Abzweig auch noch mit dem Seitenkasten verbunden ist, darf man davon ausgehen, dass sich darin auch die seitliche Crashstruktur verbirgt.

Doch was ist daran so geheimnisvoll, dass man es verbergen muss. Spätestens nächste Woche in Barcelona wird das Auto damit fahren. Die sieben Tage Ungewissheit, die man damit gewinnt, machen keinen Unterschied. Die Lösung ist nicht so schnell zu kopieren, weil auch die seitliche Crashstruktur davon betroffen ist, die wiederum fest mit dem Chassis verbunden sein muss. Und wie gesagt: Das Konzept ist nicht neu. Das haben alle von Ferrari geklaut.

Vielleicht will Red Bull mit seiner extremen Auslegung auch keine schlafende Hunde wecken. McLaren hat offenbar bei der FIA gegen diesen Trick interveniert, weil er nicht dem Geist des Reglements entspricht. Die Techniker aus Woking haben bereits Vorschläge unterbreitet, wie man das 2019 unterbinden kann.

In der Galerie erklären wir Ihnen den Red Bull-Trick und zeigen die retuschierten Fotos.

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