Pierre Gasly - Formel 1 - GP Australien 2019 Red Bull

Freud und Leid bei Red Bull

Gasly schuldlos in vorletzter Reihe

Bei Red Bull wusste man nach dem Melbourne-Qualifying nicht, ob man sich freuen oder ärgern soll. Der Abstand zu Ferrari war kleiner, der zu Mercedes größer als erwartet. Für Extra-Frust sorgte ein misslungener Reifen-Poker bei Pierre Gasly.

Im Red Bull-Lager hatte man nach dem Freitag schon mit einer Niederlage gegen Mercedes gerechnet. Während sich die eigenen Ingenieure mit verschiedenen Setups verzettelten, flogen die Silberpfeile förmlich durch den Albert Park. Sportchef Helmut Marko musste nach dem Qualifying erklären, dass man Mercedes selbst mit einer perfekten Vorbereitung nicht hätte gefährlich werden können.

„Die Mercedes-Zeiten sind für uns völlig illusorisch. Der Abstand von sechs Zehnteln ist erschütternd. Ich hoffe, dass dieser Rückstand nur Melbourne-spezifisch ist“, so der Grazer missmutig. Einzig die Leistung des neuen Motorenpartners Honda stimmte den Doktor etwas versöhnlich: „Unser Party-Modus liegt auf dem Niveau von Ferrari. Mercedes hat nur noch einen kleinen Vorsprung.“

Max Verstappen - Formel 1 - GP Australien 2019
Red Bull
Verstappen konnte nach durchwachsenen Trainings im Qualifying glänzen.

Verstappen splittet Ferrari

Auch bei den Fahrern kam die deutliche Niederlage unerwartet. „Wir wussten, dass Melbourne eine gute Strecke für Mercedes sein würde. Aber sie waren wirklich sehr schnell unterwegs. Mit dem Setup-Ärger, den wir in den Trainings hatten, war der vierte Platz am Ende aber noch gut für uns. Man kann schon sagen, dass das Qualifying fast ideal für uns lief.“

Lange hatte es danach ausgesehen, als müsse sich Verstappen mit Platz fünf begnügen. Doch im letzten Q3-Run schaffte es der Niederländer sogar, die Ferrari noch zu splitten. Dabei hätte Verstappen den Versuch fast gar nicht starten können: „Als ich losfahren wollte, ist der Motor ausgegangen. Wir mussten einen Neustart durchführen. Da waren wir etwas später dran. Aber es war zum Glück alles noch im Zeitrahmen.“

Teamkollege Pierre Gasly hätte solche Probleme gerne gehabt. Doch der Franzose musste schon nach der ersten Quali-Runde die Segel streichen. „Wir müssen uns bei Pierre entschuldigen. Da war klar das Team schuld“, erklärte Marko. Um Reifen zu sparen, entschieden die Strategen den Neuling im Team nicht zu einem zweiten Run rauszuschicken. So musste Gasly kampflos zuschauen, wie ein Konkurrent nach dem anderen vorbeizog.

Pierre Gasly - Formel 1 - GP Australien 2019
Motorsport Images
Gasly setzte seine Frustserie zum Start bei Red Bull in Australien fort.

Gasly hofft im Rennen auf Punkte

Mitverantwortlich für den verpatzten Quali-Poker waren auch noch Batterie-Probleme. Die Energiespeicher wollten sich während der Fahrt nicht richtig aufladen. So entschied der Kommandostand zunächst, dass der Pilot zur Fehleranalyse weiterfahren soll. Doch nach der ersten schnellen Runde reichte erst der Sprit nicht mehr und dann lief auch noch die Zeit aus, um einen zweiten Versuch zu starten.

„Wir waren da einfach zu optimistisch. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich der Grip nach dem ersten Run so stark verbessert. Meine Runde war ganz ordentlich. Wir dachten, dass wir damit durchkommen. Hinterher ist man natürlich immer schlauer. Wir hatten eine Zeit kalkuliert, die eigentlich zum Weiterkommen reichen sollte. Da lag ich drunter. Wir haben uns einfach verrechnet. Das nächste Mal müssen wir wohl etwas vorsichtiger sein.“

Aufgeben will der Youngster natürlich nicht. Am Sonntag schaltet Gasly in den Angriffsmodus: „Unser Ziel für das Rennen sind Punkte. Wir müssen weiter optimistisch bleiben, obwohl die letzten Jahre gezeigt haben, dass hier in Melbourne nicht viel überholt wird. Wir wissen, dass es ein schwieriges Rennen wird. Wir müssen uns irgendwie durchkämpfen.“

Motorsport Aktuell Formel Schmidt - GP Japan 2019 Formel Schmidt GP Japan 2019 Hat Mercedes Angst vor Ferrari?

Der GP Japan ist das Thema in unserem Video-Chat „Formel Schmidt“

Mehr zum Thema Red Bull Racing
Helmut Marko & Masashi Yamamoto - F1 2019
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1
Aktuell
Max Verstappen - GP Russland 2019
Aktuell