Max Verstappen - GP Russland 2020 xpb
Valtteri Bottas - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - 2020
Max Verstappen - GP Russland 2020
Lewis Hamilton - GP Russland - Sotschi - Formel 1 - 2020
Sergio Perez - GP Russland 2020 21 Bilder

Red Bull hofft auf weitere Fehler

„Mercedes-Dominanz muss enden“

Dank Fehlern von Mercedes konnte Red Bull in Sotschi wenigstens einen Silberpfeil schlagen. Teamchef Christian Horner hofft auf weitere Nachlässigkeiten der Konkurrenz, spornt aber auch sein eigenes Team an, die Lücke endlich zu schließen.

Bei Red Bull hatte man nach dem Quali-Modus-Verbot schon auf die große Wende im Duell mit Mercedes gehofft. Doch seit dem Italien-Grand-Prix in Monza ging es für das Team aus Milton Keynes eher rückwärts als vorwärts. Die Bilanz von 102 zu 34 Punkten in den letzten drei Rennen zu Gunsten von Mercedes spricht eine eindeutige Sprache.

Neben der schwachen Pace bremsten Red Bull zuletzt auch Zuverlässigkeitsprobleme. Max Verstappen fiel zwei Mal aus, nachdem sein Motor Zicken gemacht hatte. Für Russland gab es für den Niederländer endlich eine neue Antriebseinheit, mit der die plötzlichen Power-Verluste nicht mehr auftraten. Und prompt raste Verstappen wieder auf das Podium.

Mercedes lag dennoch außer Reichweite. Obwohl Verstappen vor Bottas losgefahren war und Red Bull damit zum ersten Mal seit Spielberg wieder ein Auto in die erste Startreihe stellen konnte, gab es in den 53 Rennrunden nie eine Chance zur Attacke. Immerhin konnte man mit Lewis Hamilton wenigstens einen Silberpfeil hinter sich lassen. Doch das lag mehr an den Fehlern der Konkurrenz als an der eigenen Stärke.

Max Verstappen - GP Russland 2020
Red Bull
Fortschritt: Nach zwei Ausfällen schaffte es Verstappen in Sotschi endlich wieder einmal ins Ziel - und landete auch noch vor einem Mercedes.

Horner hofft auf Nachlässigkeiten

Teamchef Horner hofft, dass Mercedes in Zukunft noch mehr Geschenke macht: "Wir müssen sie einfach immer unter Druck setzen. Sie hatten jetzt ein paar Probleme. Aber wir können uns nur auf uns selbst konzentrieren. Was die Operation unseres Teams angeht, sind wir schon sehr gut aufgestellt. Wir hatten in Sotschi zum Beispiel wieder starke Boxenstopps, die in der Nähe des Rekords lagen."

Mit 1,86 und 1,89 Sekunden spulten die Red-Bull-Schrauber die beiden schnellsten Reifenwechsel des Jahres ab. Um Mercedes zu schlagen, muss man aber auch bei der Pace des Autos nachlegen. Horner hofft gleichzeitig aber auch darauf, dass Mercedes etwas nachlassen könnte: "Manchmal tut man sich in der Verfolgerrolle leichter. Wenn man in Führung liegt und über eine längere Zeit dominiert, kann eine gewisse Selbstzufriedenheit einsetzen."

Bei der großen Aufholjagd setzt der Brite auch auf die Unterstützung von Motorenpartner Honda. Der PS-Rückstand war bisher immer einer der Faktoren, die Red Bull immer vom Machtwechsel abgehalten haben. "Wir müssen weiter eng zusammenarbeiten. Wir haben beide die gleichen Ziele. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können. Die Geschichte der Formel 1 zeigt, dass die dauerhafte Überlegenheit von Mercedes irgendwann einmal zu Ende gehen muss. Das ist unausweichbar."

Max Verstappen - GP Russland 2020
xpb
Bei den Boxenstopps ist Red Bull schon Spitze. Zusammen mit Honda will man nun das Auto siegfähig machen.

Machtwechsel erst 2022?

Wann man genau zum Überholen ansetzen wird, konnte Horner aber noch nicht sagen. "Die Saison 2022 ist natürlich unsere große Chance. Im kommenden Jahr wird es schwierig, wenn noch einmal rund 60 Prozent der Teile vom alten Auto übernommen werden. Das heißt aber nicht, dass wir durch Weiterentwicklung nicht noch mehr Potenzial herauslocken können. Wir arbeiten hart daran, das Auto in den kommenden drei Monaten besser zu verstehen. Ich glaube schon, dass wir die Lücke dadurch schließen können."

Der Blick ist nach vorne gerichtet. Doch Red Bull darf nicht vergessen in den Rückspiegel zu schauen. Wenn der Aufwärtstrend von Racing Point in gleichem Tempo wie in den letzten Monaten weitergeht, droht Gefahr von hinten: "Sie haben wirklich ein sehr konkurrenzfähiges Auto", lobt Horner. "Die Basis für die nächste Saison ist damit gelegt. Ihre Ziele sind hoch, das Budget scheint vorhanden. Dazu dürfte auch Sebastian Vettel ein Faktor sein, der bestimmt mit frischem Mut angreifen wird."

Für etwas Kopfschmerzen dürften auch die schwankenden Leistungen von Alexander Albon sorgen. Der Thailänder hatte seine Kritiker zuletzt mit dem ersten Podiumsplatz in Mugello zum Schweigen gebracht. Doch in Sotschi fuhr er wieder meilenweit hinter Verstappen her. Vor dem Start kam dann auch noch eine Getriebestrafe hinzu. So blieb Albon auf Rang 10 acht Positionen hinter dem Schwesterauto zurück.

Anstatt das große Pace-Defizit zu kritisieren, hob Horner lieber die positiven Aspekte hervor: "Es war einfach ein schwieriger Nachmittag für ihn. Die Getriebestrafe und die Versetzung auf Startplatz 15 hat natürlich nicht geholfen. Wir haben ihn dann wegen des Safety-Cars früh reingeholt. Nach dem Wechsel von den Soft- auf die Hard-Reifen hat er sich auch direkt wohler gefühlt und konnte sich mit einigen tollen Überholmanövern durch das Feld arbeiten."

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