Lewis Hamilton - Mercedes - GP Niederlande - Zandvoort - Formel 1 - 3. September 2021 Motorsport Images
Mercedes V6 Formel 1-Motor 2014
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Mercedes vs. Red Bull: Wann kommt der Motor-Wechsel

Mercedes vs. Red Bull Wann kommt der Motor-Wechsel?

Lewis Hamiltons Motor aus dem Zandvoort-Training hat nicht überlebt. Damit hat der Weltmeister wie WM-Gegner Max Verstappen nur noch zwei Antriebseinheiten im Pool. Die WM-Gegner belauern sich gegenseitig, wann wer die Strafe nimmt. Es könnte schon in Monza passieren.

Man stelle sich dieses Szenario einmal vor. Die WM-Gegner Lewis Hamilton und Max Verstappen starten gemeinsam aus der letzten Reihe. Das könnte schon in Monza passieren. Beide haben nur noch zwei Antriebseinheiten in ihrem Pool. Der Motor, den Hamilton im zweiten Training in Zandvoort abstellen musste, weil der Öldruck in den Keller fiel, ist unrettbar verloren. Es war Motor Nummer eins, der älteste in seinem Kontingent.

Max Verstappen hat bei seinem Unfall in Silverstone ein Triebwerk verloren. Honda wollte dem Motor in Ungarn noch eine Chance geben, entdeckte aber am Ende des zweiten Trainingstages einen Riss im Block, der nicht mehr zu kitten war. Im Fall von Verstappen handelte es sich um Motor Nummer zwei. Die restlichen Komponenten konnten zwar gerettet werden, doch der Turbolader ist eine andere Spezifikation als der vom ersten Motor im Pool.

Red Bull kann beim Tausch des Turbos nach Beginn des Parc Fermés also nicht mehr beliebig hin- und herwechseln. Bei einem Spezifikationswechsel droht ein Start aus der Boxengasse. Die Teams lassen normalerweise die Finger davon, an einem Rennwochenende einzelne Komponenten der drei Antriebseinheiten zu vermischen. Der Tausch des kompletten Antriebspakets geht schneller als der Wechsel eines Turboladers samt MGU-H. Das kann bis zu vier Stunden dauern.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Niederlande - 4. September 2021
Red Bull
Verstappen und Hamilton müssen noch einen zusätzlichen Motor in Anspruch nehmen, um über die letzten neun Rennen zu kommen.

Deshalb bietet sich Sprintrennen an

Für Hamilton und Verstappen steht seit dem GP Niederlande fest, dass sie bei einem der restlichen neun Rennen eine vierte Antriebseinheit brauchen und damit eine Startplatzstrafe in Kauf nehmen müssen. Mit nur noch zwei Einheiten im Kontingent würden irgendwann die Laufzeiten zu hoch. Damit riskiert man einen Motorschaden, so wie es Hamilton in Zandvoort passiert ist.

Die WM-Rivalen stehen vor der gleichen Frage: Wo nimmt man die Strafe und damit einen Start aus der letzten Reihe in Kauf, so dass der geringste Schaden angerichtet wird? Idealerweise macht man das bei einem Grand Prix, bei dem in der Qualifikation irgendetwas schiefgeht und man sowieso weit hinten startet.

Doch das lässt sich nicht planen. Und bis zum Finale in Abu Dhabi will auch keiner warten. Das wäre die schlechteste aller Lösungen. "Unser Fenster reicht von Monza bis Brasilien", bestätigt Red Bull-Teamchef Christian Horner.

Das Opfer ist auf Rennstrecken am geringsten, auf denen man überholen kann. Da bieten sich im Restprogramm Monza, Austin, Mexico-City und Interlagos an. Wenn es dazu noch ein Sprintrennen gibt, ist es doppelt attraktiv. Weil die Strafe erst beim Hauptrennen genommen werden muss. Deshalb kann man beim Sprit noch ein, zwei oder drei Punkte mitnehmen und sich dann am Sonntag hinten anstellen.

Mercedes - Formel 1 - GP Italien - Monza - 9. September  2021
ams
Die Mercedes-Garage liegt normalerweise immer direkt neben Red Bull.

Versteckspiel um Motorwechsel

Mercedes und Red Bull schließen den Einsatz des vierten Motors und damit eine Startplatzstrafe für Monza nicht aus. Es gibt aber auch keinen festen Plan, es schon jetzt zu tun. Alles hängt davon ab, wie sich das Auto in der Qualifikation auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke präsentiert und von welchem Startplatz aus in das Sprintrennen am Samstag geht.

Erst dann wird eine Entscheidung fallen, ob man generell dazu bereit ist die Strafe zu nehmen. "Wenn einer von uns damit rechnen muss, Dritter und Vierter zu werden, wird er die Strafe nehmen", prophezeit man bei Mercedes.

Nach der Qualifikation am Freitagabend (10.9.) beginnt das Versteckspiel. Die beiden Kombattanten werden alles tun, den Gegner im Unklaren zu lassen und den Motortausch so weit wie möglich hinauszögern. Doch ein Motorwechsel nach dem Sprint ist gefährlich, warnt ein Mercedes-Ingenieur. "Du hast nur die drei Runden auf dem Weg in die Startaufstellung um zu checken, ob alles funktioniert."

Da die Garagen von Red Bull und Mercedes direkt nebeneinanderliegen wird es mit der Geheimhaltung sowieso schwierig. Die Gegenseite sieht sofort, was der andere tut. Sich zu viel Zeit zu lassen birgt auch Risiken. Mercedes wollte in Spa am Sonntagmorgen vor dem Rennen Valtteri Bottas einen vierten Motor geben und damit so lange warten, dass Red Bull mit Sergio Perez nicht mehr reagieren kann. Dann gab es beim Einbau des Motors ein Problem, und das alte Triebwerk musste zurück ins Auto. Die Mechaniker hatten fünf Stunden zu tun.

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