Ricciardo & Verstappen - GP Bahrain 2017 Red Bull
Red Bull - Technik - Nase - Formel 1 - 2017
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Red Bull - Technik - Nase - Formel 1 - 2017 17 Bilder

Red Bull-Misere

Wie lange dauert die Aufholjagd?

Mercedes und Ferrari dominieren die Formel 1. Red Bull fährt dahinter ein eigenes Rennen. Der Abonnement-Weltmeister der Jahre 2010 bis 2013 versteht sein Auto immer noch nicht. Erst ab dem Europa-Auftakt in Spanien soll es vorangehen.

Red Bull ging als der große Geheimfavorit in das Formel 1-Jahr 2017. Zwei Wintertests und zwei Rennen später ist das österreichisch-englische Team aber nur die Nummer drei im Feld. Den dunkelblauen Autos fehlt es an Geschwindigkeit. Optimisten sprechen davon, dass Red Bull auf Mercedes und Ferrari eine Sekunde fehlt. Pessimisten gehen von 1,5 Sekunden aus.

Red Bull braucht große Verbesserungen

Egal, wie man es betrachtet: Der Rückstand auf die beiden dominierenden Teams 2017 ist groß. „Schaut, wie weit Hamilton und Vettel in China im Ziel von uns weg waren. Wir sprechen hier nicht von ein paar Zehntel pro Runde, sondern von mehr als einer Sekunde“, klagt Daniel Ricciardo. Die Krise hat dem australischen Strahlemann das Lächeln aber nicht aus dem Gesicht getrieben.

Das Upgrade-Paket für den GP China vergrößerte immerhin das Abstimmungsfenster für den RB13. Trotzdem stochert das Team um Technik-Guru Adrian Newey noch immer im Dunkeln, warum es dem Auto an Anpressdruck mangelt. „Wenn wir das wüssten, wäre es für hier schon am Auto“, zuckt Max Verstappen mit den Schultern.

Wenn man zwischen den Zeilen liest, braucht Red Bull fast ein ganz neues Auto. „Ein neuer Frontflügel reicht für uns nicht aus. Keine Ahnung, ob wir noch den Unterboden oder die Seitenkästen ändern müssen. Ich bin kein Aerodynamiker. Als Fahrer bist du hilflos“, meint Ricciardo.

Die Ingenieure arbeiten in der Fabrik in Milton Keynes auf Hochtouren, um den RB13 zu verbessern. Helmut Marko erklärte nach dem GP China, dass die Lichter nicht mehr ausgehen würden. Doch wie lange braucht Red Bull, um die Lücke zu Mercedes und Ferrari zu schließen? Und ist das überhaupt möglich?

Erste Frage, erste Antwort: „Mit Beginn der Europasaison könnte es für uns aufwärts gehen. Vielleicht schaffen wir es in Barcelona den Rückstand unter eine Sekunde zu drücken. In Kanada soll dann noch etwas kommen. Es ist eine ständige Arbeit und geht nicht von heute auf morgen“, sagt Ricciardo. Für das Rennen in Montreal plant Motorenpartner Renault seine erste Ausbaustufe.

Andere haben auch gute Technikabteilungen

Zweite Frage, zweite Antwort: „Die Verbesserungen fallen in diesem Jahr größer aus“, hofft Verstappen und spielt damit auf die neuen Regeln und die brandneuen Autos mit größerem Entwicklungspotential an. Ricciardo ergänzt: „Die Entwicklungsfähigkeit unter der Saison gehört zu unseren Stärken.“ Bis dahin muss Red Bull die Chancen nutzen, die sich bieten. Wie in China, als man sowohl Kimi Räikkönen als auch Valtteri Bottas mit beiden Autos hinter sich ließ.

Die Fachwelt erwartete von Red Bull vor der Saison den großen Wurf. Man rechnete damit, dass Adrian Newey wie schon in der Vergangenheit sein Auto am besten auf neue Regeln adaptiert. Doch die Experten wurden enttäuscht. „Klar, ist Adrian ein großer Name. Und klar haben wir eine starke Technikabteilung. Die anderen aber auch", entschuldigt Ricciardo.

"Wir waren in den letzten Jahren schon nicht die Könige der Aerodynamik. Wir waren nah dran. Aber selbst in Singapur fehlten uns auf Rosberg im letzten Jahr 0,6 Sekunden. Wir wussten, dass wir einen großen Schritt für dieses Jahr brauchen. Es ist nun leider so, dass wir den Rückstand nicht verkleinern konnten, sondern, dass er sich vergrößert hat.“ Der Australier ist es gewohnt, nicht das schnellste Auto im Feld zu haben. „Seit ich 2014 hier herkam, mussten wir immer aufholen.“

Immerhin treiben sich die Fahrer gegenseitig an. In China kamen Verstappen und Ricciardo knapp nacheinander auf den Rängen drei und vier ins Ziel. Beinahe wäre es anders gekommen. Weil Verstappen anfangs auf Slickreifen fast sein Auto im Rechtsknick vor der langen Gerade verloren hätte, wie Filmaufnahmen später zeigten.

Verstappen rettete den RB13 mit einer blitzschnellen Reaktion vor dem Dreher. Ähnlich wie in nassen Brasilien 2016. „Es passierte beim Hochschalten. Ich bekam mehr Drehmoment und das Auto brach hinten aus. Ich schlug das Lenkrad voll ein, aber es ging nicht mehr weiter. Ich ließ es kurz los und das gab den entscheidenden Impuls, damit ich den Quersteher retten konnte“, erklärte der Lenkradartist.

Motorsport Aktuell Max Verstappen - Red Bull - GP China 2017 - Qualifying Red Bull 1,5 Sekunden zu langsam Der RB13 wirft Rätsel auf

Red Bull ist rastlos.

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