Red Bull mit gemischten Gefühlen

Verstappen profitiert von Ferrari

Max Verstappen - Red Bull - GP Japan 2018 - Suzuka - Qualifying Foto: sutton-images.com 54 Bilder

Ferrari stolperte in der Qualifikation von Suzuka. Max Verstappen nutzte es und platzierte sich auf dem dritten Rang hinter den beiden Mercedes. Daniel Ricciardo hingegen musste nach Q2 aussteigen. Ein Renault-Teil versagte Dienst.

Red Bull war die Nummer drei im Feld. Wie so oft in diesem Jahr. Mercedes war unerreichbar für die dunkelblauen Autos. Ferrari lag in Sichtweite. Und als die Italiener mit der Reifenwahl zu Beginn des dritten Qualifying-Durchgangs daneben lagen, griff Red Bull in Person von Max Verstappen zu. Der 21-jährige Niederländer schnappte sich den dritten Startplatz hinter den beiden Mercedes.

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Japan - Suzuka - Formel 1 - Samstag - 6.10.2018 Ferrari verbockt die Quali Team und Vettel patzen

Verstappen zeigte sich nach dem Qualifying erfreut: „Dieses Ergebnis erhöht natürlich unsere Chancen auf ein Podium morgen.“ Die Mercedes-Ingenieure haben Red Bull sogar für das Rennen auf der Rechnung. „Ricciardos Longrun auf den Softreifen am Freitag war stark. Wir müssen deshalb auf Verstappen aufpassen.“ Der viermalige GP-Sieger startet im Gegensatz zu seinen silbernen Vordermännern auf den Supersoftreifen. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas werden auf den Softreifen ins Rennen gehen. Das eröffnet den schnellen Mercedes mehr Möglichkeiten bei der Strategie. Red Bulls Motorsportoberhaupt Helmut Marko meint deshalb: „Unter normalen Umständen fahren uns die Mercedes davon. Sollte der Supersoftreifen besser halten als angenommen, haben wir vielleicht eine Chance.“ Dann könnte sich die Möglichkeit eines Undercuts ergeben.

Das Problem mit dem Setup

Es ist wie in Silverstone. Die abtriebstärkeren Autos haben das Gewicht des Motors an der Gesamtperformance erhöht. Weil die Fahrer länger auf dem Gaspedal stehen und die Kurvengeschwindigkeiten deshalb höher ausfallen. Das lässt Red Bull in Suzuka weiter zurückfallen, als man eigentlich angenommen hatte. Im Nachhinein wäre es vielleicht doch besser gewesen, die Motorenstrafe von Sotschi erst in Suzuka zu nehmen. Red Bull verliert nach eigener Aussage auf den Geraden etwa eine Sekunde. In den Kurven holt man nicht auf.

Im Freitagstraining hatte Verstappen über das Fahrverhalten seines Autos geklagt. Der Red Bull untersteuerte erst und schwenkte im Verlauf der Kurve ins Übersteuern um. Das Problem hat mit der Aerodynamik zu tun. In gewissen Fahrsituationen arbeitete der Diffusor nicht, wie er sollte. Der Anpressdruck lag nicht konstant an. „Im Qualifying war es besser, aber immer noch nicht optimal“, berichtete Marko. Red Bull entschied sich für mehr Abtrieb zu Lasten von noch geringeren Geschwindigkeiten auf den Geraden. Das sollte im Rennen die Reifen besser schonen. „Es ist schwierig für uns, den richtigen Kompromiss zu finden. Haben wir zu wenig Flügel, leiden wir in den Kurven. Haben wir zu viel, schleichen wir über die Geraden“, klagt Verstappen.

Zu viel Benzin im Tank

Im Qualifying büßte Red Bulls Wunderknabe 1,3 Sekunden auf Pole-Mann Hamilton ein. Der Abstand hätte kleiner ausfallen können. „Wir hatten zu viel Benzin im Tank“, führt der Grazer Doktor aus. „Wenn Regen droht, hältst du deine Fahrer lieber auf der Strecke. Verstappen wäre mit der Spritmenge für nur eine Runde vier Zehntelsekunden schneller gewesen.“ Zu diesem Zeitpunkt schaute sein Teamkollege bereits zu. Daniel Ricciardo rollte im zweiten Qualifikationsteil in der Boxenstraße aus.

Die erste Analyse ergab ein Problem mit der Drosselklappe. Ricciardo sprach später von einem defekten Gaspedal-Auslöser. „Irgendein acht Millimeter dünnes Teil, das aus Frankreich stammt.“ Da kommt bekanntlich Motorenpartner Renault her. Das Qualifying des Australiers endete auf dem 15. Platz. Ricciardo erwartet eine schleppende Aufholjagd. „Überholen wird hier ziemlich zäh, auch wenn wir ein schnelleres Auto als die meisten vor uns haben. Viel wird vom Start abhängen. Ich werde bei den Reifen wahrscheinlich das Gegenteil von Max machen, und auf Soft starten. Das gibt uns als Team mehr Optionen.“ Die Wahrscheinlichkeit auf ein Einstopprennen dürfte Ricciardo Unterfangen erschweren. „Im Abstand von zwei Sekunden kannst du einem anderen Auto hinterher fahren. Ab dann spürst du die Turbulenzen im Rennen. Schade, dass es auf der Gegengerade keinen DRS-Bereich gibt. Wir sprachen darüber am Freitag im Fahrer-Briefing. Aber da war es leider schon zu spät.“

Neues Heft
Top Aktuell Tagebuch - Formel 1 - GP Italien 2018 F1-Tagebuch GP Italien Beförderung zur Dr. Motzi
Beliebte Artikel Hamilton - Bottas - Mercedes - GP Japan 2018 - Suzuka - Rennen GP Japan - Ergebnis Rennen Hamilton siegt, Vettel nur Sechster Brendon Hartley - Toro Rosso - GP Japan 2018 - Suzuka - Qualifying Mit Honda-Power in die Top 10 Toro Rosso dankt Honda
Anzeige
Sportwagen sport auto 1/2019 - Heftvorschau sport auto 1/2019 8 Sportwagen im Handling-Check Aston Martin Valkyrie V12-Motor des Aston Martin Valkyrie So schreit der 1.000-PS-Sauger
Allrad Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker