Red Bull-Motor 2010

Red Bull verlängert mit Renault

Red Bull Foto: Grüner 16 Bilder

Der Red Bull-Doppelsieg in Abu Dhabi war die ideale Bestätigung einer Partnerwahl. Kurz zuvor hatte die Teamleitung von Red Bull entschieden, dass man auch im Jahr 2010 mit Renault-Motoren fährt. Das Warten auf Mercedes war mit zu vielen Risiken verbunden.

Sechs Siege, vier davon im Doppelpack, 16 Podestplätze: Das ist die Bilanz der Ehe Red Bull-Renault. Kurz vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi hatte sich Red Bull in der Motorenfrage für eine Fortsetzung des Vertrages mit Renault entschieden. Es war eine Vernunftentscheidung. Das Warten auf Mercedes war mit zu vielen Risiken verbunden.

Mögliches McLaren-Veto als Unsicherheitsfaktor

Immer wieder hatte man die Entscheidung um zwei Wochen hinausgezögert, um sich alle Optionen offen zu halten. Nachdem die FIA Mercedes grünes Licht für die Belieferung eines vierten Teams gegeben hatte, keimte in Milton Keynes und Salzburg noch einmal Hoffnung auf, doch McLaren beharrte solange auf seinem Veto, bis endgültig geklärt ist, ob sich Mercedes im nächsten Jahr zu Brawn GP verabschiedet.

Auch wenn in dieser Angelegenheit in den kommenden zwei Wochen Vollzug gemeldet werden soll, war das Risiko, dass die Warterei Schaden anrichtet, zu groß. Chefdesigner Adrian Newey hätte dann mindestens noch einmal 14 Tage ausharren müssen, bis er die endgültige Form des Chassis und des Getriebes absegnen kann. Idealerweise hätte er das schon vor vier Wochen gemacht.

Renault-Motor ist am sparsamsten

Die Variante Cosworth war nach Durchsicht aller Daten und Fakten aus Northampton mit zu vielen Fragezeichen behaftet. Bei Renault weiß Red Bull, was man hat. Die Eckdaten des französischen Achtzylinders sind bekannt. Der Renault V8 hat von allen Triebwerken im Feld den besten Spritverbrauch, was bei einer Formel 1 ohne Tankstopps ein gewichtiges Argument ist. Wer beim Start zehn Kilogramm weniger Benzin an Bord hat, ist um vier Zehntel pro Runde schneller. Exakt jene vier Zehntel, die man dem PS-Vorteil des Mercedes-Motors zurechnet.

Doch die Motorenhersteller der Formel 1 haben sich geeinigt, dass die Motoren, die weiter als zwei Prozent vom jeweiligen Bestwert entfernt sind, noch einmal angeglichen werden dürfen. Das gilt nicht nur für die Leistung. Wer einen zu durstigen Motor hat, soll in dieser Disziplin nachrüsten dürfen.

Vettel nicht als Mercedes-Markenbotschafter

Die Entwicklungsarbeit der Renault- und Total-Ingenieure seit dem GP Italien hat Red Bull überzeugt. Im Finale der Saison hat das Triebwerk in puncto Verbrauch, Standfestigkeit und Qualitätskontrolle durch Modifikationen am Kraftstoff, am Öl und an den erlaubten Stellen der Peripherie des Motors noch einmal einen Sprung nach vorne gemacht.

Renault ist nach dem Beschluss der Konzernzentrale, der Formel 1 treu zu bleiben, doppelt motiviert. Da helfen auch die Siege von Red Bull. Die 110 Ingenieure in Viry-Chatillon behandeln das Werksteam und Kunde Red Bull gleichberechtigt. Außerdem klingelt bei Red Bull über die Verbindung zu Kraftstofflieferant Total auch noch die Kasse.

Mit dem Zuschlag für Renault zerschlugen sich auch die heimlichen Pläne von Mercedes, im Falle einer Versorgung von Red Bull mit Motoren den deutschen Superstar Sebastian Vettel als Markenbotschafter zu nutzen. Im Augenblick fährt der vierfache Saisonsieger privat noch Autos von BMW.

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