Red Bull-Motor 2019

Wechsel zu Honda bestätigt

Toro Rosso - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 6. Juni 2018 Foto: ams 19 Bilder

Red Bull wird nach 12 Jahren mit Renault den Motorenpartner wechseln. Wie erwartet schloss der Rennstall aus Milton Keynes einen neuen Zweijahres-Vertrag mit Honda ab. Ausschlaggebend war offenbar das letzte Upgrade der Japaner.

Am Ende ging alles ganz schnell. Eigentlich wollte Red Bull die Entscheidung über den Motorenpartner für die kommende Saison erst beim Heimspiel in Spielberg Ende Juni verkünden. Nun kam die Bestätigung dem Wunsch Renaults entsprechend schon vor dem Rennen in Paul Ricard. Gefallen dürfte den Franzosen die Entscheidung aber nicht. Red Bull schloss einen Vertrag mit Honda über die Lieferung der Antriebseinheiten für 2019 und 2020 ab.

Laut Reglement wäre die Frist für die Motorenwahl schon Mitte Mai abgelaufen. Die Kandidaten Renault und Honda gaben Red Bull aber noch ein wenig Extra-Bedenkzeit. Red Bull wollte vor seiner Entscheidung prüfen, wie sich die beiden Entwicklungsstufen der Motorenhersteller in Kanada schlagen.

Honda findet 20 PS mit Motor-Upgrade

Brendon Hartley - Toro Rosso - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 8. Juni 2018 Foto: Toro Rosso
Honda hat mit dem Kanada-Update einen ordentlichen Schritt gezeigt.

Der Maßstab Montreal hat offenbar den Ausschlag zu Gunsten von Honda gegeben. Die Japaner fanden 20 PS. Das hat die Toro Rosso um 3 Zehntel schneller gemacht. Durch das Hin- und Herspringen zwischen dem alten zum neuen Motor bei Pierre Gasly ließ sich der Unterschied der beiden Spezifikationen gut herauslesen.

Auch Renault hatte 20 PS mobilisiert und seit Saisonbeginn allein über den Verbrennungsmotor 3 Zehntel gewonnen. Aber das trifft nur auf das Werksteam zu. Bei Red Bull sind nur 12 PS angekommen. Das Werk fährt mit anderem Kraftstoff und Öl als die Kunden. Die nächste Benzinentwicklung von Red Bull-Lieferant Mobil muss am Prüfstand noch auf Renaults neue Motorspezifikation abgestimmt werden. „Wir können unseren neuen Sprit nicht vor dem GP Ungarn fahren“, bestätigte Red Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

Red Bull flexibel für Porsche-Einstieg

Daniel Ricciardo - GP Kanada 2018 Foto: Wilhelm
In Zukunft werden beide Red Bull-Teams mit Honda-Power fahren.

Das Spritthema ist nur ein Grund, der am Ende für Honda sprach. Honda kann sich in seiner Motorenentwicklung voll auf Mobil konzentrieren. Auch Toro Rosso nutzt den Kraftstoff des US-Konzerns. Bei Honda ist Red Bull quasi Werksteam. Der Deal ist finanziell lukrativer.

Die Japaner haben jetzt auch Strukturen geschaffen, die sie aus ihrer Isolation befreien. Der frühere Mercedes-Mann Axel Wendorff hilft bei der Organisation, der Schweizer PS-Zauberer Mario Illien bei der Entwicklung des Verbrennungsmotor. Honda hat außerdem einige Ingenieure mit Formel-1-Erfahrung in ihre Mannschaft zurückgeholt.

Auch die Standfestigkeit hat Honda mittlerweile einigermaßen im Griff. Das Problem mit der MGU-H beim GP Australien wurde schnell gelöst. Dafür leistete sich Renault einige Schwächen. Die ersten Strafen am Auto von Daniel Ricciardo werden noch vor der Sommerpause in Hockenheim erwartet.

Doppeltes Entwicklungspotenzial

„Wir haben solche Entscheidungen immer relativ leidenschaftslos getroffen“, erklärte Teamchef Christian Horner. „Dabei haben wir stets nur ein Frage im Auge: Können wir unsere Leistungsfähigkeit damit erhöhen? Nach genauen Abwägungen und Analysen sind wir uns sicher, dass das Team mit Honda den richtigen Weg eingeschlagen hat. Wir freuen uns schon gemeinsam mit Honda auf die Jagd nach den größten Trophäen der Formel 1 zu gehen.“

„Wir sind sehr beeindruckt vom Engagement Hondas in der Formel 1, ihren großen Fortschritten, die sie kürzlich mit Toro Rosso zeigen konnten und ihrem Ehrgeiz, der vergleichbar mit dem unseren ist. Die Beziehung zu zwei Teams birgt ein enormes Potenzial. Honda bekommt Zugang zu allen Daten von beiden Rennställen. Das verdoppelt die Möglichkeiten einer effektiveren und leistungsfähigeren Weiterentwicklung.“

Auch die Laufzeit des neuen Deals kommt nicht überraschend. Nach den zwei Jahren mit dem neuen Partner wäre Red Bull schon wieder frei für den nächsten Wechsel. Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Porsche bereits in den Startlöchern steht. Die Zuffenhausener planen nach Le Mans und Formel E ab 2021 den Einstieg in die Königsklasse.

Bis dahin wird das Weltmeisterteam von 2010 bis 2013 übrigens weiterhin offiziell „Aston Martin Red Bull Racing“ heißen. Die Bezeichnung „Tag Heuer“, die Red Bull seinen Renault-Motoren aktuell verliehen hat, fällt künfig allerdings weg. Der neue Antrieb wird natürlich ganz normal Honda heißen.

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