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Red Bull-Motor 2019

Renault muss auf Entscheidung warten

Red Bull - GP Kanada 2018 Foto: Red Bull 19 Bilder

Red Bull wollte die Wahl seines Motorpartners vor dem GP Österreich bekanntgeben. Renault wünscht sich eine schnellere Entscheidung. Doch Red Bull bleibt beim ursprünglichen Zeitplan. Weil nur ein paar Tage dazwischenliegen.

14.06.2018 Michael Schmidt

In der Ehe zwischen Red Bull und Renault schwankte die Stimmung immer zwischen Gut und Böse. Daran hat sich auch im zwölften Jahr der Zusammenarbeit nichts geändert. Es könnte die letzte Saison der beiden so ungleichen Partner werden. Deshalb ist die Lage auch so angespannt. Red Bull muss sich entscheiden, mit welchen Motoren man ab 2019 fährt. Laut Reglement wäre die Frist schon Mitte Mai abgelaufen. Die Kandidaten Renault und Honda gaben Red Bull aber noch ein wenig Extra-Bedenkzeit.

Red Bull wollte vor seiner Entscheidung prüfen, wie sich die beiden Entwicklungsstufen der Motorenhersteller schlagen. „Wir schauen uns die Upgrades von Renault und Honda in Kanada und Frankreich genau an. Dann treffen wir unsere Wahl“, erzählte Red Bull-Teamchef Christian Horner in Montreal.

Während Renault vor dem GP Kanada fast noch um die Gunst seines Chassispartners gebettelt hatte, schlug Sportchef Cyril Abiteboul nach dem siebten Saisonrennen plötzlich andere Töne an. Red Bull habe jetzt alle Daten vorliegen. Es gebe keinen Grund mehr die Entscheidung unnötig lange hinauszuzögern.

Toro Rosso gewinnt 3 Zehntel

Toro Rosso - Honda - Logo - GP Kanada 2018 Foto: ams
Honda hat mit dem Kanada-Update einen ordentlichen Schritt gezeigt.

Abiteboul will vor dem GP Frankreich reinen Tisch machen. Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko antwortet darauf. „Ob vor Frankreich oder danach: Es geht dabei nur um ein paar Tage hin oder her. Ich weiß nicht, was daran plötzlich so wichtig sein soll. Wir werden zwischen dem Grand Prix von Frankreich und dem Rennen in Österreich unsere Entscheidung mitteilen.“

Es war taktisch vielleicht nicht besonders klug, Red Bull die Pistole auf die Brust zu setzen. Wenn die Entscheidung ohnehin nicht schon längst gefallen ist, dann könnte die Torschlusspanik von Renault eher kontraproduktiv sein. Besser Ruhe bewahren und noch ein Rennen abwarten.

Wenn der GP Kanada der Maßstab war, dann hat Renault die schlechteren Karten. Honda fand 20 PS. Das hat die Toro Rosso um 3 Zehntel schneller gemacht. Durch das Hin- und Herspringen zwischen dem alten zum neuen Motor bei Pierre Gasly ließ sich der Unterschied der beiden Spezifikationen gut herauslesen.

Auch Renault hat 20 PS mobilisiert und seit Saisonbeginn allein über den Verbrennungsmotor 3 Zehntel gewonnen. Aber das trifft nur auf das Werksteam zu. Bei Red Bull sind nur 12 PS angekommen. Das Werk fährt mit anderem Kraftstoff und Öl als die Kunden.

Die nächste Benzinentwicklung von Red Bull-Lieferant Mobil muss am Prüfstand noch auf Renaults neue Motorspezifikation abgestimmt werden. „Wir können unseren neuen Sprit nicht vor dem GP Ungarn fahren“, bestätigt Marko.

Ricciardo-Strafe erst beim GP Deutschland

Daniel Ricciardo - GP Kanada 2018 Foto: Wilhelm
Red Bull versucht die drohende Ricciardo-Strafe bis Hockenheim rauszuzögern.

Das Spritthema ist nur ein Grund, der eher für Honda als für Renault spricht. Honda könnte sich in seiner Motorenentwicklung voll auf Mobil konzentrieren. Auch Toro Rosso nutzt den Kraftstoff des US-Konzerns. Bei Honda wäre Red Bull quasi Werksteam. Der Deal wäre finanziell lukrativer.

Die Japaner haben jetzt auch Strukturen geschaffen, die sie aus ihrer Isolation befreien. Der frühere Mercedes-Mann Axel Wendorff hilft bei der Organisation, der Schweizer PS-Zauberer Mario Illien bei der Entwicklung des Verbrennungsmotor. Honda hat außerdem einige Ingenieure mit Formel-1-Erfahrung in ihre Mannschaft zurückgeholt.

Auch die Standfestigkeit hat Honda jetzt besser im Griff. Das Problem mit der MGU-H beim GP Australien wurde schnell gelöst. Renault hält Red Bull immer wieder mit kleineren Problemen in Atem. Daniel Ricciardo fuhr in Kanada mit einem Patchwork von Motorkomponenten. Die MGU-K war die Nummer 1, die in China ausgebaut wurde. Die Batterie blieb Nummer 2. Sie hat das MGU-K Drama von Monte Carlo überlebt.

„Trotzdem werden wir bei Daniel um Strafen nicht herumkommen“, fürchtet Horner. Ursprünglich sollte der Australier beim GP Frankreich von hinten starten. Doch die Pläne haben sich laut Marko geändert: „Wir hoffen, dass wir die Strafe bis zum GP Deutschland hinauszögern können. Das ist der Plan von heute. Bei den Motoren weißt du ja nie, was morgen passiert.“

Neuester Kommentar

Also bei Renault hat man scheinbar in den letzten Jahren selbst das letzte Bisschen Restwürde ertränkt, wenn man sich so weiter gängeln lässt.
Warum lässt man sich auf der Nase rumtanzen? Setzt eine Frist, wenn bis da die Entscheidung nicht steht, scheißt drauf.
Es ist ja auch nicht mehr so, dass man ausrüsten muss, wenn sich kein anderer findet, oder besteht diese Sonderregel für Honda immer noch?

Pändabar 14. Juni 2018, 14:34 Uhr
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