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Red Bull plant Attacke auf Mercedes

Albon will Verstappen helfen

Obwohl Max Verstappen die Pole Position in Mugello verpasste, zog Red Bull ein positives Fazit. Der Abstand zu Mercedes schrumpft und Alexander Albon konnte endlich zeigen, was er drauf hat. Dabei hing seine Quali-Teilnahme am seidenen Faden.

In der Mittagspause herrschte in der Red-Bull-Garage plötzlich große Hektik. Nachdem Alexander Albon im dritten Training mit Fehlzündungen zu kämpfen hatte, entschieden sich die Ingenieure sicherheitshalber dazu, den Honda-Motor unplanmäßig zu wechseln. "Das ist sich gerade so ausgegangen", verriet Teamberater Helmut Marko anschließend.

Der Stress sollte sich aber lohnen. Albon raste im Qualifying auf Startplatz vier. So weit vorne stand er dieses Jahr noch nie. Der relativ große Abstand zu Teamkollege Max Verstappen von vereinhalb Zehnteln gab nicht das reale Bild ab. Im Gegensatz zum Holländer konnte sich Albon im zweiten Q3-Run nicht verbessern, weil sich Esteban Ocon vor ihm gedreht hatte.

"Wir sind im Q2 nur einen Run gefahren, um einen Satz frischer Reifen für das Q3 aufzusparen", erklärte der Youngster später. "Nach 20 Minuten in der Garage habe ich beim ersten Anlauf im Q3 nicht gleich den richtigen Rhythmus gefunden. Zudem hatte sich auch der Wind etwas gedreht. Ich bin mir sicher, dass ich ohne gelbe Flaggen beim zweiten Run schneller gewesen wäre."

Alex Albon - Red Bull - Formel 1 - GP Toskana - Mugello - 2020
xpb
Alexander Albon startet in Mugello so weit vorne wie noch nie in dieser Saison.

Ende der Albon-Diskussion

Die Red-Bull-Verantwortlichen zeigten sich mit der Leistung des Nummer-zwei-Piloten zufrieden. "Wir wissen, dass er schnell ist, wenn mal alles normal läuft", versicherte Marko. "Ich hoffe, dass nun endlich mal Ruhe ist mit dem ganzen Gerede. Wer bei uns schon alles ins Auto gesetzt wurde, das ist ja unglaublich. Solange die Entwicklung von Alex vorwärts geht und er die Erwartung erfüllt, ist er unser Kandidat."

Albons Stärke ist normalerweise eher das Rennen und nicht das Qualifying. Umso größer sind die Erwartungen für den Sonntag. "Die Mercedes und Max (Verstappen) waren auf den Longruns im zweiten Training sehr stark. Aber ich fühle mich hier immer wohler im Auto. Ich hoffe, dass die Lücke nach vorne nicht abreißt und ich vielleicht bei den strategischen Plänen mitmischen kann. Ich hoffe einfach auf ein sauberes Rennen."

Etwas Hilfe könnte Verstappen im Kampf gegen die Mercedes sicher gebrauchen. Dass es mit der Pole Position nicht klappte, nahm der WM-Dritte überraschend locker: "Ich habe nicht erwartet, dass ich sie herausfordern kann. Am Ende lief es aber besser als gedacht. So nah waren wir im Qualifying noch nie an den Mercedes dran. Damit können wir zufrieden sein. Nach hinten ist der Abstand zum Rest des Feldes weiter angewachsen", lobte der Holländer die Entwicklung seines Teams.

Max Verstappen - GP Toskana 2020
Red Bull
Max Verstappen will sich am Sonntag auf die Jagd nach den Mercedes machen.

Attacke im Rennen

In Mugello fehlten am Ende dreieinhalb Zehntel auf die Pole Position. Auch bei Marko überwog die Freude: "Mercedes hat am Ende im Quali volle Power aufgedreht. Das war aber bei weitem nicht so krass wie zu den Zeiten, als der Party-Modus noch vorhanden gewesen ist. Wir brauchen aber schon eine perfekte Runde, um an das Mercedes-Niveau zu kommen. Im Q2 waren wir knapp dran. Für das Q3 hat sich der Wind etwas gedreht und wurde zum Faktor. Ich erwarte aber, dass es im Rennen deutlich enger zugehen wird. Da sollten wir durchaus Chancen haben."

Auch Verstappen rechnet sich für den Sonntag etwas aus. Er setzt auf den Überraschungsfaktor in Sachen Strategie und die lange Gerade zum Überholen: "Es ist immer schwer vorherzusagen was passiert, aber ich gehe hier etwas optimistischer an den Start als sonst. Unser Top-Speed sollte passen, allerdings wird es mit dem Überholen sicher nicht so einfach. An einem Mercedes ist es sowieso immer schwer vorbeizukommen. Aber ich werde alles geben. Was uns in Sachen Strategie erwartet, werden wir wohl erst während des Rennens wissen. Es für alle eine neue Strecke. Da müssen wir noch Erfahrungswerte sammeln."

Etwas überraschend wählten beide Spitzenteams in der zweiten Quali-Runde den weichen Reifen. Bei dem zu erwartenden hohen Verschleiß hatte man eigentlich damit gerechnet, dass Red Bull und Mercedes auf Medium losfahren wollen. "Wegen der großen Hitze geht es hier im Rennen eher in Richtung Zwei-Stopp-Strategie. Und da spielt der Soft-Reifen für den ersten Stint die bessere Rolle", erklärt Marko die Reifenwahl. "Außerdem ist der Weg in die erste Kurve relativ lang. Da ist es ganz entscheidend, wie man am Start wegkommt. Die Summe der Faktoren hat am Ende für den Soft-Reifen gesprochen."

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