Red Bull - Technik - Nase - Formel 1 - 2017 Stefan Baldauf
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Red Bull - Technik - Nase - Formel 1 - 2017 17 Bilder

Red Bull-Nase im Detail

Der Trick mit dem Loch

Der Red Bull RB13 ist ein wunderbar einfaches Auto, dem man seine Geheimnisse noch nicht ansieht. Das ungewöhnlichste Detail ist ein Loch in der Nase. Wir haben exklusive Fotos, die den Trick dahinter erklären.

Auf den ersten Blick war der neue Red Bull eine Enttäuschung. Die Fachwelt hat von Stardesigner Adrian Newey das ganz andere Rennauto erwartet. Tatsächlich ist es ein anderes Auto als der Rest. Es ist wunderbar einfach mit klaren Linien und ohne Schnörkel. Die Leitbleche sind so simpel, als kämen sie aus dem Lego-Baukasten. „Eine Kunst, so etwas hinzukriegen, dass es auch noch funktioniert“, schwärmt Force India-Technikchef Andy Green.

Auf den zweiten Blick erkennt man am Red Bull dann doch ein paar außergewöhnliche Details. Das spektakulärste ist das Loch in der Nase. Es brachte dem Auto schon den Spitznamen „Trüffelschwein“ ein. Lange wurde gerätselt, wo die Luft hingeht, die durch das Loch eintritt. Zuerst war gemutmaßt worden, dass damit der S-Schacht gespeist wird. Doch das ist nicht der Fall.

Luft fließt nur kurz durch die Red Bull-Nase

Inzwischen gibt es Fotos, die für Aufklärung sorgen. Die Luft tritt schon nach 10 bis 15 Zentimetern auf der Unterseite der Nase wieder aus. Der ganze Kanal ist wie ein Fächer mit vertikalen Blechen unterteilt, die die Strömung nach außen lenken.

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Die Luft fließt nur wenige Zentimeter durch die Nasenspitze.

Das Splitten des Kanals ist dem Reglement geschuldet. Das erlaubt nur im vorderen Bereich der Nase ein durchgängiges Loch. Für den Rest der vorderen Crashstruktur greift Artikel 3.7.8. „Nur ein einziger offener Abschnitt darf innerhalb eines vertikalen Längsquerschnitts parallel zur Auto-Mittellinie vor einem Punkt 150 mm vor der Vorderrad-Mittellinie, weniger als 250 mm von Auto-Mittellinie entfernt und 125 mm über der Referenz-Ebene enthalten sein.“ Um diese Regel zu erfüllen braucht man mindestens zwei Schächte.

Den gleichen Trick wendet auch Force India an. Damit werden die Vorteile einer tiefen und hohen Nase ohne deren Nebenwirkungen vereint. Über das Loch saugt Red Bull die Luft über der vom Reglement seit 2009 vorgeschriebenen Mittelplatte des Frontflügels ab. Die wurde von der FIA so festgelegt, dass die Auftrieb statt Abtrieb erzeugt. Das sollte ursprünglich das Hinterherfahren in Turbulenzen erleichtern.

Die Ingenieure suchen seitdem nach Lösungen, wie sie den Auftriebs-Effekt reduzieren oder ganz beseitigen können. Red Bull und Force India machen es mit einer tiefen Nase mit Löchern. Das verringert den Druck auf der Flügeloberseite und verlangsamt dort die Strömung. Da die Strömungsgeschwindigkeit unterhalb des Flügelelements gleichbleibt, wird Auftrieb in Abtrieb umgewandelt.

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Über 3 separate Kanäle fließt die Luft zum S-Schacht.

Red Bull S-Schacht mit 3 Kanälen

Trickreich ist auch der S-Schacht. Die Luft tritt an der Seite der Nase über zwei deltaförmige Einlässe (NACA-ducts) ein. Fotos zeigen, dass die Luft durch drei Schächte von unten nach oben durch das Chassis geführt wird. Demnach ist es wahrscheinlich, dass unter der Nase eine weitere Öffnung ist. Dort, wo die Leitbleche unter der Nase beginnen, sind an der Seite zwei weitere Lufteinlässe zu sehen. Diese Kanäle enden im Cockpit.

Die Anordnung der Eintrittslöcher verrät, wo unter der Nase die Strömung am meisten verwirbelt ist. Das erinnert uns an die Aussage von Newey, wenn er sagt: „Wir kümmern uns um die Turbulenzen, dort wo sie entstehen.“ Der Zweck des S-Schachts besteht darin, unten die schlechte Luft abzusaugen und sie oben wieder abzublasen.

In unserer Galerie zeigen wir exklusive Bilder, die das Geheimnis hinter der Red Bull-Nase enthüllen.

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