Red Bull

Neuer Schumi schon gefunden

Foto: redbull

Dietrich Mateschitz setzt in der Formel 1 auf die Jugend. Der Red Bull-Chef sieht trotz der teuren Übernahme des maroden Jaguar-Teams eine entspannte Saison vor sich.

Die Zeiten, als Red Bull nur als Sponsor auf den Rennern von Peter Sauber klebte, sind vorbei. "Jeder kann mit einem Koffer voller Geld zu einem Team laufen und die Seitenkästen vollkleben. Ein Team aufzubauen, und junge Fahrer an die Formel 1 heranzuführen bringt uns eine neue Qualität", sagt Mateschitz und setzt seine Pläne auch nach dem Kauf des Jaguar-Teams weiter konsequent um.

Auf dem Markt verfügbare Fahrergrößen wie David Coulthard verschmäht der Österreicher. Er will frisches Blut. So kriegt sein Schützling Christian Klien eine zweite Chance nach seiner durchwachsenen Debüt-Saison bei Jaguar. Top-Favorit auf Cockpit Nummer zwei ist Formel 3000-Europameister Vitantonio Liuzzi. Der Italiener erhält einen Test "dann sehen wir weiter", sagt Mateschitz.

Red Bull mit Bridgestone

Dass in der ersten Saison keine Wunderdinge zu erwarten sind, ist Mateschitz klar. Höchstwahrscheinlich trennt sich das neu formierte Team von Reifenpartner Michelin. Die Franzosen fordern eine erkleckliche siebenstellige Summe für ihren Service. Nachdem Sauber zu Michelin übergelaufen ist, versorgt der Hersteller aus Clermont Ferrand schon sechs Teams und könnte Red Bull-Racing laut Regelwerk zu Bridgestone abschieben.

Immerhin kann Mateschitz auf ein eingespieltes Team und solide Technik bauen. Das Auto ist fertig entworfen, Cosworth-Motoren stehen bereit. Zum großen Schlag holt Red Bull-Racing erst 2006 aus. Bis dahin soll das Team verschlankt, das Technikbüro aber verstärkt werden. Auch nach stärkeren Motoren hält man Ausschau.

Dietrich Mateschitz: "Müssen Ferrari nicht schlagen"

Druck verspürt Mateschitz, der mit seinem Energy-Drink etwa eine Milliarde Euro umsetzt und weltweit mindestens 70 Prozent Marktanteil hält, nicht: "Wir sind kein Automobilhersteller, haben deshalb auch eine andere Philosophie. Ich muss nicht gegen Ferrari, Mercedes und Toyota gewinnen. Bei uns steht der Sportler im Vordergrund, nicht der Kotflügel." Aber auch die Frustrationstoleranz von Dietrich Mateschitz hat Grenzen: "Wir dürfen nicht mit Minardi um die Wette fahren, sonst sagen unsere Kunden: Gebt uns was anderes zu trinken."

Bei der Fahrerriege macht sich Mateschitz keine Sorgen. Er baut auf Talentscout Helmut Marko und ist überzeugt, sich keine Superstars im Formel 1-Zirkus kaufen zu müssen: "Wir haben den schnellsten Amerikaner, Chinsesen, Inder und Südafrikaner. Wir gehen davon aus, dass unsere Förderung schon den Schumacher von übermorgen gefunden hat."

Warum Dietrich Mateschitz auch bei Ausgaben von 120 Millionen Dollar keine kalten Füße bekommt, und warum er seine Idee eines rein amerikanischen Teams noch nicht aufgegeben hat, lesen Sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 25, ab 24. November im Handel.

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