Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Italien - Monza - 2. September 2017 sutton-images.com
Red Bull 2004
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Red Bull unter Druck

Nur drei Monate Zeit für neuen Motor

Die FIA hat die Frist für Motorwechsel vom 6. Mai auf den 1. Januar vorverlegt. Damit hat Red Bull nur noch drei Monate Zeit, einen neuen Motorhersteller für 2019 zu finden. Renault stoppt die Lieferung an den langjährigen Partner.

Die FIA hat auf die Turbulenzen um den Motortausch von McLaren und Toro Rosso reagiert. Um nicht noch einmal im September in eine Situation zu geraten, in der Teams den Weltverband erpressen können, wurde die Frist für die Bekanntgabe für den Wechsel eines Motorenherstellers um 4 Monate vorverlegt. Die Motorenhersteller müssen der FIA bis zum 1. Januar mitteilen, welche Teams sie im Folgejahr beliefern wollen. Bisher lag die Mitteilungsfrist auf dem 6. Mai.

Die Trennung zwischen Red Bull und Renault nach dem Auslaufen des Vertrages Ende 2018 ist bislang nur inoffiziell kommuniziert worden. Jetzt ist Renault gezwungen, bis zum 1.Januar 2018 Farbe zu bekennen. Und Red Bull muss bis dahin einen anderen Motorenpartner finden. Bei Red Bull ist man zwar der Meinung, dass sich Renault aufgrund von Vereinbarungen mit der FIA und der FOM nicht so einfach aus dem Staub machen kann, doch es macht aus Sicht des Rennstalls aus Milton Keynes wenig Sinn mit einem Motorenhersteller zusammenzuarbeiten, der eine Zusammenarbeit ablehnt.

Red Bull bekommt mit Honda erstmals Werksstatus

Die Regeln zwingen Renault auch nur dann zu mindestens drei Teams, wenn es keinen anderen Hersteller gäbe, der weniger Rennställe beliefert. Doch das ist mit Honda der Fall. 2018 versorgen Mercedes, Ferrari und Renault je drei Teams, Honda nur eines. Wenn Renault 2019 keinen Vertrag mehr mit Red Bull abschließen will, verlangen die Regeln, dass derjenige Motorhersteller einspringt, der die wenigsten Kunden hat. Also Honda.

Da weit und breit kein neuer Motorenhersteller in Sicht ist, und schon gar nicht für 2019, hat Red Bull auch keine Wahl. Mercedes und Ferrari werden nie freiwillig einen Mitkonkurrenten ausrüsten. Sie hätten es nicht einmal bei McLaren getan.

Red Bull - Formel 1 - GP Italien 2017
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Man kann es auch positiv sehen. Red Bull hätte in zwei Jahren erstmals Werksstatus und kann in Zusammenarbeit mit Honda Chassis und Antriebseinheit maßschneidern. Bei Renault muss man die Architektur akzeptieren, die das Werksteam für sein Auto entwickelt hat. Red Bull muss nur hoffen, dass Honda schnell seine Probleme löst. Sonst wird es schwer Daniel Ricciardo und Max Verstappen zu halten. Der Fahrerlagerfunk verheiratet jetzt schon Ricciardo mit Ferrari und Verstappen mit Mercedes.

McLaren sieht sich 2018 wieder als Top-Team

McLaren-Teamchef Eric Boullier glaubt, dass man mit dem Wechsel zu Renault im nächsten Jahr wieder in die Top 6 eines Grand Prix fahren kann. Renault ist zuversichtlich die Lücke zu Mercedes und Ferrari im nächsten Jahr zu schließen. Die Power sei jetzt schon da, man könne sie nur wegen latenter Zuverlässigkeitsprobleme nicht abrufen, heißt es aus den Reihen der Franzosen. „Das ist lösbar“, glaubt Markenbotschafter Alain Prost.

McLaren ist wegen der späten Entscheidung des Wechsels von Honda zu Renault laut Boullier mit dem Bau des 2018er Autos zwei Wochen im Rückstand. „Das holen wir schnell wieder auf. Wir werden das neue Auto pünktlich fertigstellen.“ Toro Rosso ist aus dem gleichen Grund am Limit. Doch der Rennstall aus Faenza ist diese Übung gewohnt. 2015 erfuhr Toro Rosso erst im Dezember, dass die Renault-Motoren gegen eine alte Spezifikation des Ferrari V6-Turbo getauscht werden.

Red Bulls B-Team hält den Rekord an Motorwechseln. 2013 Ferrari, 2014 und 2015 Renault, 2016 Ferrari, 2017 Renault und 2018 Honda. Immerhin kann man in den nächsten drei Jahren auf Honda-Power bauen. Wenn das Abenteuer mit den Japanern gutgeht. Der Vorstand in Tokio wird ein weiteres Scheitern keine drei Jahre lang akzeptieren. Ursprünglich hatte er den Ingenieuren nur noch eine Saison Bewährung zugestanden. Hier kann die Zusammenarbeit mit Red Bull hilfreich sein. Es gibt jetzt einen Grund mehr für Honda sich anzustrengen.

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