Red Bull ohne Chance in Brasilien-Quali

Renault-Motor kostet acht Zehntel

Max Verstappen - Red Bull - GP Brasilien 2018 - Qualifying Foto: xpb 48 Bilder

Red Bull fehlte in Brasilien eine halbe Sekunde auf die Pole-Position. Das war zu erwarten. Im Rennen will der Rennstall aus Milton Keynes Mercedes und Ferrari einheizen. Mut machen die Wettervorhersage und die Longruns vom Trainingsfreitag.

Red Bull errang 2018 zwei Mal die beste Startposition. In Monte Carlo und Mexiko. Zwei Strecken, auf denen die Motorenleistung in den Hintergrund rückt und dafür Anpressdruck zählt. Die Rennstrecke in Sao Paulo gehört wieder in die Kategorie Motorenstrecke. Und prompt verloren die dunkelblauen Autos eine halbe Sekunde auf die Pole-Zeit von Lewis Hamilton.

Red Bull 13 km/h zu langsam

Max Verstappen und Daniel Ricciardo glückte praktisch dieselbe Rundenzeit. Es trennte sie nur zwei Tausendstel. Am Rennstart werden es sechs Startplätze sein. Der Australier fällt nach einem Tausch des Turboladers um fünf Plätze zurück. Wie gering Red Bulls Hoffnungen auf bessere Startpositionen waren, drückt sich in einem Satz Verstappens aus. „Nicht einmal mit Regen hätten wir eine Chance gehabt.“ Was nichts anderes heißen soll als: Auch im Regen können wir den Leistungsverlust des Renault-Motors nicht ausgleichen.

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Brasilien - Interlagos - Formel 1 - Samstag - 10.11.2018 Foto: Wilhelm
Daniel Ricciardo war nur knapp langsamer als Max Verstappen.

Besonders schmerzt Red Bull das lange Bergaufstück ab Kurve 12 bis zum Zielstrich. Bei der Höchstgeschwindigkeit fehlen den dunkelblauen Autos bis zu 13 km/h auf Klassenprimus Mercedes. Alle Renault-befeuerten Autos treffen sich im unteren Drittel der Topspeed-Liste. Verstappen beziffert den Zeitverlust auf allen Geraden auf eine Sekunde. Ganz so viel ist es nicht. Red Bulls Ingenieure rechnen vor, dass die dunkelblauen Autos acht Zehntelsekunden auf den Geraden verlieren. Was im Umkehrschluss bei einem Gesamtrückstand von einer halben Sekunde heißt: Unser Chassis ist besser als das der Konkurrenz.

Die Sektor-Abschnittszeiten offenbaren, dass es an Leistung mangelt. Verstappen und Ricciardo büßten im ersten Sektor drei Zehntel auf Sebastian Vettel im Ferrari ein. Hier zählt Power. Sogar ein Sauber, ein Force India und ein HaasF1 waren auf den ersten 17 Sekunden schneller, wenn man sich die jeweils absolut schnellsten Sektorzeiten aus dem Qualifying ansieht. Das gleiche Bild zeichnet der letzte Abschnitt. Hier zählt wieder Power. Auf den letzten Metern sind Vettel und Pole-Mann Hamilton in 15,601 Sekunden die schnellsten. Wieder finden sich die Red Bulls im Mittelfeld wider. Wieder verlieren sie gute drei Zehntelsekunden.

In langsamen Kurven am stärksten

Seine Stärken spielt der RB14 in den Kurven aus. „Im Mittelsektor sind wir sehr stark. Wir gewinnen vor allem in den langsamen Kurven“, sagen die Red Bull-Ingenieure. Turn 9, 10 und 12 sind die Domäne des RB14. „Leider gibt es in Interlagos zu wenige Kurven von diesem Typ, um den Verlust auf den Geraden auszugleichen.“ Dass aber auch die Konkurrenz gute Autos baut, und nicht nur vom Motor profitiert, zeigt Hamiltons Sektor-Bestzeit im Mittelabschnitt.

Red Bull verzichtete darauf, mit kleineren Flügeln auszurücken, um auf den Geraden schneller zu sein. Man hätte dafür in den Kurven und mit einem höheren Reifenverschleiß bezahlt. „Wenn der Unterschied zwischen einem kleinen Flügel und einem mit mehr Abtrieb bei einem halben Zehntel liegt, entscheidest du dich für den kleineren. Weil es dir im Rennen hilft, zu überholen. Hier ist der Fall eindeutig: Mehr Abtrieb bringt mehr Rundenzeit“, sagen die Ingenieure.

Die Aerodynamik-Konfiguration hilft, die Reifen über die Distanz besser in Schuss zu halten. Red Bull überzeugte am Trainingsfreitag bei den Longruns. Kein Reifensatz warf Blasen. Und weil am Rennsonntag die Temperaturen klettern sollen, wittert Red Bull seine Chance gegen Mercedes und Ferrari. „Wir wollen sie in den Kurven jagen, damit ihnen die Reifen eingehen, und sie vielleicht zwei Mal stoppen müssen.“ Nur mit einbrechenden Reifen oder über die Strategie ist an ein Vorbeikommen zu denken. „Es ist hier schwer, dem Vordermann zu folgen. Und mit unserem Defizit beim Topspeed werden wir Mercedes und Ferrari im Normalfall auf der Strecke nicht überholen“, sagt Verstappen.

Ins Rennen starten die Red Bull wie die Mercedes auf den Supersoftreifen. Ferrari beginnt hingegen mit den härteren Softs. Red Bulls Strategen spielten mit der Gefahr des drohenden Regens wie ihre Kollegen bei Mercedes erst einmal auf sicher. Weil man glaubte, nur einen Schuss zu haben, entscheid man sich in Q2 zunächst für die rotmarkierten Gummis. Mit dem zweiten Run versuchte Red Bull, Ferrari doch noch strategisch zu folgen. Jedoch verpasste Verstappen auf den Softreifen die Supersoftmarke um 19 Tausendstel. Der Pilot glaubt dennoch nicht an einen strategischen Nachteil. „Supersoft oder Soft: Ich denke, dass macht keinen großen Unterschied. Die Performance der Reifen ist sehr ähnlich“,

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