Red Bull ohne WM-Chancen

„Ferrari hat den besten Motor“

Max Verstappen - Red Bull - GP England 2018 - Silverstone - Rennen Foto: sutton-images.com 69 Bilder

Red Bull verlässt Silverstone mit zehn Punkten und der Gewissheit, im Rennen um die Weltmeisterschaft keine Rolle zu spielen. Dafür ist der RB14 auf Highspeed-Strecken nicht schnell genug. Den Schuldigen hat man in Renault ausgemacht.

Es sind die üblichen Aussagen. Wenn Red Bull gewinnt, wie in Österreich, wird kein Wort über Renault verloren. Wenn man wie in Silverstone chancenlos ist, wird die Schuld hauptsächlich auf den Motorenpartner abgewälzt. Teamchef Christian Horner machte es an den Restarts fest. „Wir wurden auf den Geraden bloßgestellt. Ferrari drehte auf, wir hatten keine Extraleistung und schon waren wir wehrlos.“

Räikkönens erste Attacke in Runde 38 wehrte Verstappen noch ab. Der Finne schlüpfte zwar in Brooklands durch, doch der Niederländer konterte außenherum in Luffield. Ein typischer Verstappen. Doch fünf Runden später war der Red Bull mit der Startnummer 33 auf der Hangar Gerade fällig. „Kimis Überschuss war einfach krank“, konstatierte Horner. Kein Wort darüber, dass sich Verstappen im schnellen Kurvenkomplex zuvor in Becketts einen kleinen Fehler erlaubte und das Gras touchierte.

Ferrari-Motor Benchmark im Feld

Silverstone ist zu einer Motorenstrecke geworden. Deshalb wusste Red Bull schon vor dem Wochenende, dass es schlecht bestellt ist um die eigenen Chancen. Dafür ist das Motorendefizit von Renault zu groß. Die Konkurrenz jedoch will nicht gelten lassen, dass der große Rückstand nur mit der fehlenden Motorenleistung zusammenhängt. „Es liegt auch an den Fahrzeugeinstellungen, die sie fahren. Zum Beispiel am Anstellwinkel des Autos“, sagen sie bei Mercedes. Red Bull kontert. „Wir fahren mit Spa-Flügeln und werden auf den Geraden trotzdem überfallen.“ Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Red Bull ist überzeugt, das beste Chassis im Feld zu haben. Und man ist überzeugt, dass Ferrari inzwischen den besten Motor hat. „Ich glaube, wir waren in der Qualifikation in jeder Kurve schneller als Sebastian. Trotzdem haben wir massiv Zeit verloren“, sagt Horner. Wir zweifeln das zumindest an, bräuchten für die Überprüfung die GPS-Daten. Auf eine Runde verlor Red Bull sieben Zehntelsekunden. „Ferraris Motor ist die Benchmark im Feld. Man sieht es an den Leistungen von HaasF1 und Sauber.“

Red Bull hofft auf Honda

Im Rennen rückte Red Bull wie üblich näher heran an die roten und silbernen Autos. Jedoch nicht in einem Maße, um wirklich gefährlich zu werden. Die Strategen schickten ihre Fahrer mit flexibler Taktik ins Rennen. Es war nicht klar, ob der GP England ein Ein- oder Zweistopprennen werden würde. Selbst nicht gegen Rennmitte.

Red Bull entschied sich, Ricciardo in Runde 30 ein zweites Mal zum Reifenwechsel zu bitten, um ihm für die letzten 22 Umläufe frische Softreifen mitzugeben. „Wir waren ziemlich sicher, dass Kimi nochmal stoppen muss. Wir wollten ihm zuvorkommen, um im Schlussspurt vor ihm zu sein. Überholen hätten wir ihn nicht können. Max hatte kühlere Reifen als Daniel. Deshalb blieb er draußen“, erklärte Horner.

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Der siebenfache GP-Sieger hatte Pech. Zwei Runden nach seinem Stopp rückte das Safety-Car aus. Das eröffnete der Konkurrenz die Möglichkeit für einen Stopp mit weniger Zeitverlust. Red Bull holte Verstappen rein und bestückte sein Auto ebenfalls mit neuen weichen Reifen.

Nach Räikkönens Überholmanöver endete Verstappens Rennen im Kiesbett. Das Brake-by-Wire-System an der Hinterachse war ausgestiegen. „Es zeichnete sich nicht ab. Vorher gab es einmal ein Mini-Schluckauf, aber das ging weg“, berichtete der Teamchef. „Es wurde dann auch noch die Kupplung beschädigt. Und der Gang blieb stecken.“ Ricciardo biss sich in den Schlussrunden die Zähne an Bottas aus. Obwohl er bessere Reifen hatte. „Wir hatten keine Chance.“

Mit fast 70 Punkten Rückstand kann Red Bull die WM abschreiben. Dafür bräuchte es ein Wunder. Und ein Auto, das auf schnellen Strecken schneller wird. 2019 hofft Red Bull auf Besserung. Mit Honda. „Auch sie müssen aufholen. Aber wir glauben an Honda. Weil wir sehen, was sie an Entwicklungen in der Pipeline haben.“

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