Red Bull-Pilot Mark Webber

Mehr Überholen, aber weniger Spektakel?

Barcelona Test 2011 Foto: xpb 66 Bilder

Mark Webber hat am Sonntag in Barcelona die erste Rennsimulation mit dem neuen Red Bull absolviert. Nach 139 Runden sprach der Australier über die Erkenntnisse, die neuen Reifen, die größten Gegner und die mögliche Absage des GP Bahrain.

Wie lief die erste Rennsimulation mit dem neuen Auto?
Webber: Wir haben viel gelernt. Wir würden einige Dinge anders machen, wenn wir es morgen nochmal probieren - was wir wahrscheinlich auch machen werden. Ich konnte kaum glauben, dass heute keine rote Flagge dazwischen kam. Da hatten wir echt Glück.

Warum ist Ferrari Ihrer Meinung nach der größte Konkurrent für Red Bull?
Webber: Fernando (Alonso) arbeitet für sie. Den kann man ganz gut gebrauchen. Ferrari hat das letzte Jahr stark beendet. Sie haben das Neue auch stark begonnen. Das Auto läuft. Es ist praktisch immer draußen. Sie sind gut organisiert. Sie verplempern keine Zeit auf der Strecke, sie sind schnell unterwegs. Auch McLaren könnte mitmischen. Ich weiß aber nicht, was bei denen gerade los ist. Sie sind noch in den ersten Tagen mit dem neuen Auto. Aber wenn man Ferrari schlägt, sollte es ganz okay sein. Dann ist man sicher vorne dabei und kann um Podiumsplätze kämpfen.

Vom Speed und der Konstanz her sieht Red Bull am besten aus. Oder sind Sie da eher vorsichtig?
Webber: Sehr vorsichtig. Wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns.

Machen die Pirelli-Reifen die Rennen aufregender?
Webber: Ich denke, es gibt mehr Überholmanöver. Man verliert schnell Zeit, wenn sich der Reifen verabschiedet. Bei verschiedenen Strategien kann es auf der Strecke zu größeren Geschwindigkeitsunterschieden kommen. Dann wird es aber keine großen Kämpfe geben. Der andere fährt einfach vorbei und verschwindet. Der Unterschied in puncto Pace ist einfach so gravierend. Es wird viel überholt werden, aber ich weiß nicht wie spektakulär das wird.

Haben Sie sich schon an die neuen Knöpfe gewöhnt?
Webber: Ja, das passt. Solange wir noch auf die Strecke schauen können, geht das. Wir müssen nur noch auf die FIA warten, um das genaue Procedere mit dem beweglichen Heckflügel zu erfahren. Bisher gab es ja nur grobe Richtlinien, wann man ihn verstellen darf.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema KERS?
Webber: Es ist okay. Es funktioniert gut. Das ist keine große Sache. Wir benutzen es regelmäßig.

Wir haben in der Rennsimulation drei Stopps gesehen. Ist das der Normalfall für die kommende Saison?
Webber: Das ist schwer zu sagen. Es war heute relativ kalt draußen. Wir müssen mal abwarten, wie sich die Reifen verhalten, wenn die Strecke wärmer ist. Letztes Jahr haben wir mit den Bridgestones auch gejammert. Und dann sind wir bei den ersten Rennen den lieben langen Tag herumgefahren.

Wie sehen Sie die mögliche Absage des Rennens in Bahrain?
Webber: Ich bin sicher, dass die richtige Entscheidung getroffen wird. Sollten wir hingehen und die Veranstaltung durchziehen, wird es schon gut werden. Wenn wir da nicht hingehen, ist das auch keine große Sache. Sie müssen dort zuerst ihre Probleme lösen. Wenn nicht, fahren wir eben nach Melbourne zum ersten Rennen.

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