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Max Verstappen - Lewis Hamilton - GP Brasilien 2021 - Sao Paulo - Rennen
Max Verstappen - Lewis Hamilton - GP Brasilien 2021 - Sao Paulo - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Brasilien 2021 - Sao Paulo - Rennen
Max Verstappen - Red Bull - GP Brasilien 2021 - Sao Paulo - Rennen 59 Bilder

Red-Bull-Problem mit dem DRS

Red-Bull-Problem mit dem DRS Mercedes keilt aus

Zwischen den WM-Gegnern geht es hin und her. Auf der Strecke und daneben. Red Bull hat seit ein paar Rennen ein Problem mit dem DRS. Nachdem man in Brasilien selbst über den Klappflügel stolperte, keilt Mercedes nun wegen der ständigen Reparaturen beim Erzrivalen aus.

In dieser Geschichte steckt eine gewisse Ironie. Mercedes wird wegen seines DRS disqualifiziert. Red Bull hat damit ebenfalls ein Problem, und zwar offensichtlich ein generelles, kommt aber davon. Wie schon zuletzt in Mexiko sah man die Red-Bull-Mechaniker auch in Brasilien ein paar Mal am Heckflügel die Hände anlegen, um zu reparieren.

Zwischen Qualifikation am Freitag und Sprint am Samstag tauschte der WM-Zweite am Auto von Max Verstappen den oberen Flap des Heckflügels, weil er beschädigt war. Man hatte es in der letzten Qualifikationsrunde des Niederländers gesehen, wie der Flügel auf der Zielgeraden wild auf und zu klappte. Ein Performance-Nachteil, beteuerte Red Bull.

Wir hören, dass das Problem darin besteht, dass auf dem Auslöse-Mechanismus des DRS zu viel Druck ist, sobald der Flügel von seiner Ausgangsstellung nach oben geklappt ist. Der Anschlagpuffer, der dämpfen sollte, scheint den Kräften nicht standzuhalten. Auch dieser wurde nach der Qualifikation in Brasilien gewechselt. Starke Vibrationen führen dann dazu, dass es je nach Länge der Belastung zu Bruchstellen am Flap selbst kommt.

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Schon in Mexiko musste Red Bull den Heckflügel unplanmäßig wechseln.

Red Bull will bis Katar nachbessern

Die beschädigten Teile wurden direkt an die FIA gemeldet. Und wenn man nachweisen kann, dass es sich um einen Defekt handelt, darf man auch unter Parc Fermé handeln. Im Lager des Titelverteidigers war man sauer. "Wieso darf Red Bull nach der Qualifikation seinen Heckflügel reparieren, und wir werden disqualifiziert?"

Mercedes fühlt sich ungerecht behandelt. Red Bull habe nun in drei aufeinander folgenden Rennen unter Parc Fermé an seinem Heckflügel herumgedoktert. Das Argument der Sicherheit zieht beim Weltmeister nicht. Tenor: Dann muss die FIA Red Bull schnellstmöglich zwingen, in diesem Bereich nachzubessern. Sonst könne der Heckflügel ja irgendwann mal während der Fahrt auseinanderfliegen. Red Bull versucht, das Problem bis Katar zu beheben. Viel Zeit bleibt also nicht.

Der Unterschied besteht darin, dass das Auto mit der Startnummer 44 durch einen Test gefallen ist. Um 0,2 Millimeter passte die Schubvorrichtung auf der rechten Seite (Draufsicht) durch den Spalt zwischen Hauptblatt und Flap.

Hätte Mercedes die FIA-Inspekteure noch vor der Untersuchung darauf aufmerksam gemacht, dass etwas kaputtgegangen ist, hätten die aller Wahrscheinlichkeit nach mit sich reden lassen. Mercedes verweist darauf, dass man zu diesem Zeitpunkt aber nichts von einer Beschädigung wusste.

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In Mexiko wurde der Flap an der Außenseite notdürftig mit Tape verstärkt.

Ein Grenzfall gegen Mercedes

Wenn man im Nachhinein ankommt, weil das Auto während des Tests gegen die Regularien verstößt, kann es so laufen, wie es gelaufen ist. Das Argument, die FIA-Techniker hätten sofort auf der Matte gestanden, so dass den eigenen Mechanikern keine Zeit blieb, wird von anderer Seite zurückgewiesen. "Wir beginnen mit unseren Checks immer sofort nach der Qualifikation." 14 Autos wurden überprüft, eines fiel durch.

Dennoch kann man durchaus von einem Grenzfall sprechen. Es ist verständlich, dass Mercedes nach den vielen Schlägen ins Gesicht, wie Toto Wolff es ausdrückte, auch mal die Hutschnur reißt. Es ist menschlich, wenn da mal Emotionen hochkochen. Auf der anderen Seite heißt es von mehreren Teams, dass ausgerechnet Mercedes jetzt am lautesten über Ungerechtigkeit schreie. Der Rennstall, der zuvor am lautesten die strikte Einhaltung des Regelwerks gefordert habe.

Früher wäre ein Verstoß wie der von Mercedes wahrscheinlich auf kurzem Dienstweg gelöst worden, weil keine Absicht dahintersteckte. Zwischen Rennleitung und Team, ohne die Sportkommissare einzuschalten. Mit erhobenem Zeigefinger, und dem Verweis, dass es nie wieder vorkommen darf. Doch seit dem Tod von Ex-Rennleiter Charlie Whiting im März 2019 hat sich die Handhabung von solchen Fällen gewandelt.

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Mercedes beklagt sich über eine Ungleichbehandlung. Doch die Fälle sind nicht ganz vergleichbar.

Seit 2019 mit strenger Hand

Es wird penibler regiert. Zwei Beispiele: Sauber musste in Baku 2019 aus der Boxengasse starten, weil man die Frontflügel-Spezifikation unter Parc Fermé geändert hatte. Obwohl nachweislich ein Stift an der Frontflügel-Halterung auf einer Seite gebrochen war. Sebastian Vettel verlor in Ungarn 2021 den zweiten Platz, weil sein Aston Martin nach Zieldurchfahrt weniger als den vorgeschriebenen einen Liter im Tank hatte.

Auch in diesem Fall konnte das Team stichhaltig nachweisen, dass die Technik verantwortlich war, und keine absichtliche Handlung dahintersteckte. Doch zu wenig ist zu wenig, wenn man erst nach der Kontrolle darauf hinweist. Man muss es von dieser Seite sehen: Wo sollen die Kontrolleure sonst anfangen, wo aufhören?

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