Red Bull RB15 - F1-Auto 2019 Red Bull

Red Bull RB15 für 2019

Design, Aerodynamik, Motor - alles neu!

Mit dem neuen Red Bull RB15 will das Energy-Drink-Team 2019 endlich wieder um den Formel-1-Titel kämpfen. Wir zeigen die ersten Bilder des neuen Newey-Renners und verraten, wo die interessanten Technik-Details versteckt sind.

Nach den erfolgreichen Jahren mit Sebastian Vettel zu Beginn des Jahrzehnts mussten die Red-Bull-Fans zuletzt Leidensfähigkeit beweisen. Gegen Dauer-Weltmeister Mercedes zog der Rennstall aus Milton Keynes zumeist klar den Kürzeren. In den letzten beiden Jahren war man sogar noch hinter Ferrari nur die dritte Kraft.

Doch 2019 soll endlich die Wende eingeleitet werden. Die Hoffnungen des österreichischen Teams mit Basis in Milton Keynes hängen vor allem am neuen Motorenpartner. Nach dem Ende der unglücklichen Hybrid-Ehe mit Renault soll Honda das Leistungsdefizit gegenüber der WM-Konkurrenz dieses Jahr deutlich verkleinern.

Red Bull RB15 mit Honda-Power

„Der Honda-Motor hatte schon am Ende der vergangenen Saison mehr PS als der Renault. Und über den Winter haben wir noch einmal ordentlich zugelegt“, gibt sich Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko optimistisch. „Es sollte hoffentlich ausreichen, dass wir aus eigener Kraft vorne mitfahren können.“

Die aggressive Entwicklung geht allerdings auf Kosten der Zuverlässigkeit. Die Teamverantwortlichen rechnen damit, dass in der Saison 2019 bei beiden Autos mindestens fünf Antriebseinheiten zum Einsatz kommen. Das bedeutet, dass Max Verstappen und Pierre Gasly jeweils bei zwei Rennen mit Startplatzstrafen rechnen müssen.

Red Bull RB15 - Shakedown - Silverstone - Formel 1 - 2019
Red Bull
Erster Blick auf das Red-Bull-Heck mit den neuen Rückleuchten an den Flügel-Endplatten.

Neues Chassis mit Technik-Tricks

Um das zu erwartende Power-Defizit auszugleichen, muss das neue RB15-Chassis wieder ein großer Wurf werden. Wie schon im Vorjahr wurde die Design-Mannschaft von Adrian Newey gezwungen, das neue Auto deutlich vor Beginn der Testfahrten fertigzustellen. Damit wollte die Teamleitung verhindern, dass wertvolle Testzeit durch Verspätungen in der Entwicklung oder der Teileproduktion verloren geht.

Trotz der verkürzten Entwicklungszeit haben sich die Ingenieure wieder einige interessante und innovative Features ausgedacht. So kann man auf den ersten Bildern vorne auf der Frontpartie, wo normalerweise der Ausgang des S-Schachts liegt, einen neuen Lufteinlass erkennen. Die Luft wird scheinbar über dem S-Schacht-Ausgang kanalisiert. Das werden wir uns bei den Testfahrten in Barcelona (18.2.2019) noch einmal aus der Nähe anschauen.

Auch die Leitbleche unter der Nase sind komplett neu gestaltet. Sie wachsen weit vorne aus der Frontpartie nach außen und verbinden sich dann mit vertikalen Leitblechen dahinter. Es wirkt wie eine Mischung aus dem Cape-Flügel, wie ihn Mercedes fährt, und konventionellen „Turning Vanes“. Auch an der Nase wurde Hand angelegt. Sie trägt vorne immer noch eine Öffnung, wuchs aber ein paar Millimeter in die Breite.

Red Bull RB15 - Shakedown - Silverstone - Formel 1 - 2019
Red Bull
Der kleine Luftkanal vor dem S-Schacht ist einen genaueren Blick wert.

Seitenkasten-Design noch extremer

Der Bereich der Bargeboards und der Seitenkasten wird von der Konkurrenz sicher genau unter die Lupe genommen. Red Bull zieht ein langes Schwert von der Voderachse bis zu den vertikalen Leitblechen an der Flanke. Bei den Kühlöffnungen an den Seitenkästen führen die Konstrukteure ihr Konzept aus dem Vorjahr noch ein Stück weiter. Die Lufteinlässe sind weiterhin weit oben angebracht, aber noch deutlich schmaler ausgeführt. Das senkt den Luftwiderstand. Hier beweist Newey wieder einmal seinen Ruf als Extremist unter den Designern.

Auch bei der Form der Spiegelbefestigungen und der Spiegelgehäuse treiben es die Aerodynamiker von Red Bull wild. Das Reglement wird komplett ausgereizt. Das Heck lohnt ebenfalls einen genaueren Blick. Die Motorhaube zieht sich extrem früh zusammen. Der Heckflügel steht immer noch auf einer einzelnen Stelze. Das ist interessant, weil die Konkurrenz von Renault und Mercedes dieses Jahr auf eine Doppelstelze umgeschwenkt ist, wie es von Ferrari vorgemacht wurde.

Experten rechnen auch damit, dass Red Bull den Radstand verlängert und die Anstellung verringert hat. Das lässt sich mit den ersten von Red Bull verschickten Bildern aber noch nicht verifizieren. Die Sonderlackierung, in der sich der RB15 für die Präsentationsfotos gehüllt hat, soll übrigens nicht lange auf dem Auto bleiben. Wir erwarten, dass sie schon bei den Testfahrten durch den gewohnten Look ersetzt wird.

Red Bull RB15 - Shakedown - Silverstone - Formel 1 - 2019
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