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Red Bull vor Mercedes: Verstappen

Red Bull schafft die Wende Verstappen riskiert, Perez zu zögerlich

GP USA 2021

Max Verstappen startet zum neunten Mal in dieser Saison von Pole Position. Es war die Krönung einer Wende, die Red Bull nach einem verkorksten ersten Training eingeleitet hatte. Auch der zweite Fahrer kämpfte um die Pole Position. Doch als es leicht zu regnen begann, fehlte Sergio Perez das letzte Selbstvertrauen.

Diese Pole Position ist für Red Bull dringend notwendig. Der Trend der letzten Wochen sprach gegen den WM-Zweiten der Team-Weltmeisterschaft. Mercedes hatte es zuletzt praktisch auf jedem Streckentyp geschafft, das schnellere Auto auf die Räder zu stellen. Da kann sich schon mal so etwas wie Nervosität aufbauen. Vor allem dann, wenn der Erzrivale im ersten Training auf einem eigenen Planeten fährt.

Mercedes distanzierte Red Bull am Freitagvormittag um neun Zehntelsekunden. Max Verstappen und seine Mannschaft mussten erstmal schlucken. "Keine Balance, kein Grip", fasste Sportchef Helmut Marko zusammen. Doch danach ging es ständig bergauf. Red Bull fand die passenden Einstellungen für den RB16B auf dem welligen Circuit of the Americas. "Wir haben sukzessive das Potenzial des Autos freigesetzt. Das war gute Setup-Arbeit. Wir haben konzentriert gehandelt", lobt der Grazer Doktor seine Mannschaft. Das Ergebis sind die Startplätze eins und drei.

Sergio Perez - Red Bull - GP USA 2021 - Austin - Qualifikation
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Sergio Perez fehlte auf der letzten Runde das letzte Vertrauen in sein Auto.

Perez verpasst Premieren-Pole

Schon ab dem zweiten Training war Red Bull ein Herausforderer. Mit beiden Fahrern. Sergio Perez räumte zwei der drei Trainingsbestzeiten ab. Nur der Teamkapitän tat sich noch etwas schwer. "Es war für mich das ganze Wochenende nicht einfach, das letzte Extra aus dem Auto zu holen", berichtete Verstappen. Auch nicht in der Qualifikation.

Der WM-Führende vermisste über lange Phasen das Gefühl für die weiche Reifenmischung. Auf der Medium-Mischung fühlte er sich im zweiten Qualifikationsteil wohler. Es gelang ihm prompt die schnellste Rundenzeit, was Red Bull für das Rennen besonders optimistisch stimmt. Der Medium ist der Reifen für das Rennen.

Doch für das Finale musste Red Bull wieder den Soft aufschnallen. Weil es der schnellere Reifen auf eine Runde mit wenig Benzin ist. Verstappen war immer noch nicht vollends glücklich, obwohl ihm im ersten Run die zweitschnellste Rundenzeit glückte. Der Teamkollege war ein paar Tausendstel schneller. Verkehrte Welt bei Red Bull. Mit dem letzten Schuss drehte der siebenmalige Saisonsieger die Reihenfolge um. Perez rutschte auf den dritten Platz ab. "Ich hatte das Gefühl, dass das heute mein Tag werden könnte. Doch mir ist die Pole leider durch die Finger geglitten", bedauerte Perez.

Verstappen zieht im Niesel durch

Der Unterschied: Verstappen ließ sich von leichtem Nieselregen nicht beirren, während der Mexikaner zu zögerlich agierte. Typisch Draufgänger Verstappen, der ein Urvertrauen in diesen Red Bull hat, was Perez fehlt. "Der leichte Regen hat ihn verunsichert", erzählt Marko. Perez steigerte sich nur um 46 Tausendstel, während der Teamkollege um fast drei Zehntelsekunden zulegte.

So schrammte der 31-Jährige an seiner Premieren-Pole vorbei. Lassen wir es ihn selbst schildern. "Ich war der letzte auf der Strecke, und nach der ersten Kurve schon ein paar Zehntel schneller als bei meiner vorherigen Runde. In Kurve 13 und speziell in Kurve 15 hatte ich aber überhaupt keinen Grip. Ob es am Regen gelegen hat? Wahrscheinlich mehr am Vertrauen in das Auto."

Verstappen hingegen zog durch, und distanzierte WM-Rivale Lewis Hamilton um zwei Zehntelsekunden. "Ich wusste, dass ich noch Zeit finden muss. Ansonsten war ich mir sicher, dass es nicht reichen würde. Mit den Tropfen auf dem Visier war das nicht einfach. Ich weiß nicht, ob mir der Nieselregen Zeit gekostet hat." Es brauchte auch ein wenig Glück. Mit mehr Regen wäre Red Bull das späte Timing auf den Kopf gefallen.

Max Verstappen - Red Bull - GP USA 2021 - Austin - Qualifikation
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Max Verstappen erwischte Kurve 11 gut. Das reduzierte den Zeitverlust auf der langen Gerade.

Zwei Red Bull gegen Hamilton

Der Circuit of the Americas ist eine Rennstrecke, die viel Anpressdruck verlangt, und nach Allrounder-Qualitäten schreit. Es gibt schnelle Kurven im ersten Abschnitt und viele langsame im letzten. Dazwischen eine Gerade mit einer Länge von einem Kilometer. Das Layout und die vielen Bodenwellen stellt Autos und Fahrer vor eine Herausforderung. "Es ist hart, die Linie in den schnellen Kurven im ersten Teil in jeder Runde zu treffen. Jeder Sektor ist verschiedenen. Das macht es kompliziert", sagt Verstappen.

Im Vergleich der Sektoren fällt auf, dass Red Bull im ersten und letzten Streckenabschnitt die Oberhand hat. Um jeweils eine Zehntelsekunde. Im Mittelabschnitt mit der langen Geraden hat Hamilton die Nase um eineinhalb Zehntel voraus. Weniger, als von Red Bull im Vorfeld befürchtet worden war. Dieses Mal fliegen die Mercedes nicht auf und davon. "Wichtig war, dass Max gut aus Kurve elf gekommen ist", erklärt Sportchef Marko. Beim Topspeed hinken die Red Bull den Mercedes etwa fünf km/h hinterher.

Es dürfte ein spannendes Rennen zwischen den Erzrivalen werden. Mit den beiden Protagonisten nebeneinander in der ersten Startreihe. Das birgt Zündstoff. Der Start wird insofern wichtig, als dass der Fahrer in freier Luft besser auf die Reifen achten kann. Das Reifenmanagement wird eine Schlüsselrolle einnehmen.

Red Bulls Vorteil ist, mit zwei Autos gegen Hamilton zu fahren. Das bringt taktische Vorteile. Valtteri Bottas fällt mit einer Motorenstrafe erst einmal aus der Spitzengruppe heraus. "Das Ziel ist der Doppelsieg", gibt Perez vor.

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