Webber vs. Vettel Red Bull
Mark Webber und Sebastian Vettel
Mark Webber und Sebastian Vettel
Mark Webber und Sebastian Vettel
Sebastian Vettel mit Adrian Newey 32 Bilder

Red Bull Stallorder

Red Bull-Pulverfass: Stallregie oder nicht?

Red Bull ist ein Pulverfass. Man fragt sich, ob dieses Team den Spieß in der WM noch umdrehen kann. Technisch ja. "Wenn sie nichts falsch machen, müssten sie beide Rennen gewinnen", sagt selbst Fernando Alonso. Doch was ist mit den Emotionen? Die schlugen schon am Donnerstag vor dem Rennen im Fahrerlager von Interlagos hohe Wellen. Es muss nur die Stallregie-Frage gestellt werden. Keiner lehnt sich aus dem Fenster, doch zwischen den Zeilen weiß man, wie die Beteiligten ticken. Jeder sagt etwas anderes.

Mark Webber will erst gar nichts zu dem heiklen Thema sagen, dann überlegt doch lange und antwortet müde mit einer Gegenfrage: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Damit gibt er sich schon selbst die Antwort. Red Bull wird auch in Brasilien Fairplay den Vorrang geben. "Sebastian hat auch noch Chancen den Titel zu gewinnen", weicht Teamchef Christian Horner aus. "Beide Fahrer wissen, dass sie für das Team fahren. Es gibt im Augenblick keine Anweisungen. Die Mathematik wird für sich selbst sprechen. Man muss kein Nobelpreisträger sein um sich auszurechnen, dass es Szenarien geben könnte, wo für einen von beiden nichts mehr möglich ist."

Vettel selbstbewusst

Mit anderen Worten: Vettel muss nur zurückstecken, wenn er selbst keine theoretischen Chancen mehr auf den Titel hat. Der Deutsche sieht das genauso: "Ich bin noch im Rennen. Solange ich eine Chance habe, muss sich Mark selbst helfen.“" Klare Frage: "Was passiert, wenn Vettel vor Webber und Alonso führt?" Klare Antwort aus dem Mund des Heppenheimers: "Dann gewinnt Vettel."

Mark Webber redete sich derweil um Kopf und Kragen. Die englischen Journalisten witterten eine Sensation, als er sagt: "Technisch hat mir Red Bull alle Chancen gegeben, Weltmeister zu werden. Aber jeder weiß, dass Vettel der geliebte Sohn des Teams ist. So wie man bei Ferrari Alonso favorisiert." Der Australier fügt noch hinzu, dass sich einige Teammitglieder schwer damit tun würden, würde er und nicht Vettel Weltmeister werden. Christian Horner widerspricht: "Unser Chef Dietrich Mateschitz hat ganz klar gesagt, dass es ihm egal ist, ob wir den jüngsten oder den ältesten Weltmeister im Team haben."

Siege zählen nicht wie Titel

Der jüngste Teamchef der Formel 1 baut einer möglichen Pleite schon einmal vor: "Wir hatten eine tolle Saison. 14 Pole Positions, sieben Siege, drei davon im Doppelpack. Kein anderes Team kann eine solche Bilanz aufweisen." Wohl wahr: Aber am Ende der Saison zählt halt der Titel und nicht die Zahl der Siege.

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