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Red Bull stark auf Angststrecke

Ricciardo Mann des Rennens

Ausgerechnet auf seinen Angststrecken bringt Red Bull seine besten Leistungen. Sieg in Baku, Rang 4 und 10 in Monza von zweistelligen Startplätzen wegen der Motorstrafen. Wir verraten, was das Wunder möglich gemacht hat.

Monza und Baku sind Motorenstrecken. Eigentlich nicht das bevorzugte Jagdrevier für Red Bull. Trotzdem hat Red Bull in Baku gewonnen. Gut, mit ein wenig Glück, aber der Speed war in Aserbaidschan trotzdem besser als es die Truppe in Milton Keynes erwartet hatte. In Monza überraschte sich Red Bull ein zweites Mal. Wie gering die Hoffnung war, zeigte sich daran, dass der WM-Dritte seine Motorenstrafen für das schnellste Rennen im Kalender platzierte.

Daniel Ricciardo musste 20 Plätze für den fünften Verbrennungsmotor, den fünften Turbolader und die sechste MGU-H zurück. Fünf weitere Positionen wegen eines neuen Getriebes gab es noch als Zuschlag. Max Verstappens Strafenkonto wurde durch die jeweils fünfte Einheit von Motor, Turbolader und MGU-H belastet. Machte in Summe 20 Plätze. Weil das halbe Feld in Monza bestraft wurde, fielen die Red Bull-Piloten in der Startaufstellung weit weniger stark zurück als gedacht. Verstappen startete von Platz 13, Ricciardo von Rang 16.

Nur Mercedes-Kunden besser im Top-Speed

Tatsächlich hatten sich die RB13 auf den Plätzen 2 und 3 qualifiziert. Der Wettergott meinte es gut mit Red Bull. Er schickte Regen. Da konnte das Chassis trotz Mini-Flügel im Heck seine Qualitäten zeigen. Als am Sonntag die Sonne schien, erwartete man im Lager der Bullen eine zähe Aufholjagd. Doch da zahlte sich dann der Heckflügel aus, den Teamberater Helmut Marko in Anspielung auf seine bescheidene Anstellung „unseren Flap“ und Mercedes-Teamchef Toto Wolff „das Messer“ nannte.

Ricciardo flog mit 355,2 km/h über die Zielgerade, Verstappen mit 353,0 km/h. Nur die Mercedes-Kunden Williams und Force India erzielten höhere Top-Speeds. „Trotzdem waren die Autos sehr gut ausbalanciert, leicht zu fahren und unglaublich stark auf der Bremse. Wir haben in den Kurven im Sektor 2 nichts verschenkt“, erklärte Horner das Wunder. Ricciardo war mit 28,240 Sekunden zwischen Roggia und Ascari sogar der Schnellste.

Marko resümierte: „Wir hatten heute das zweitbeste Auto hinter Mercedes.“ Das hatte nicht nur mit der perfekten Abstimmung zu tun. „Wir hatten einige Upgrades, aerodynamisch wie mechanisch dabei. Und die haben einen echten Fortschritt gebracht“, verrät der Grazer Motorsportchef.

Hat man es da nicht im Rückblick bereut, sich mit den Startplatzstrafen eine schlechte Ausgangsposition geschaffen zu haben? „Nein“, antwortet Horner, „wir mussten neue Motorenteile in unseren Pool bringen, weil jetzt Strecken kommen, auf denen wir noch stärker sind.“ Marko ergänzt: „Wenn alles glatt gelaufen wäre, wären wir trotz der schlechten Startplätze auf Platz 3 und 4 gelandet. Ricciardo hatte einen schlechten Start, und Max musste wegen des Reifenschadens früh an die Box.“

Weitere Startplatzstrafen für Red Bull?

Daniel Ricciardo wurde von den Fans mal wieder zum Fahrer des Rennens gewählt. Man kann sich auf den Australier verlassen, wenn er von hinten starten muss. Keiner überholt besser, kontrollierter und innovativer als er. Sehenswert wie er Kimi Räikkönen gleich im ersten Versuch in der Schikane überrumpelte und Sergio Perez vor der Roggia-Schikane austrickste. Rechts angetäuscht, links vorbeigefahren.

Ricciardo beendete das Rennen nur 4 Sekunden hinter Sebastian Vettel. Nach fünf Runden hatte er noch 10 Sekunden Rückstand auf den Ferrari. Da stimmte auch der Speed. Der Start mit Soft-Reifen gegen den Trend, der späte Boxenstopp in Runde 37, eine Serie von Rekordrunden mit der absoluten Bestzeit und sieben Überholmanöver machten es möglich.

Max Verstappen dagegen wird seine Pechsträhne nicht los. Wobei er diesmal nicht ganz schuldlos war. Der Holländer legte sich in der dritten Runde in der ersten Schikane mit Felipe Massa an und bezahlte dafür mit einem Reifenschaden rechts vorne. „Ein Rennunfall“, verteidigten Horner und Marko ihren Schützling. Trotz großem Rückstand und zwei Boxenstopps schaffte es Verstappen wenigstens noch auf den 10. Platz. „Wenn er unfallfrei an Massa vorbeigekommen wäre, hätte Max ein Podium geschafft“, ist Horner überzeugt.

Der eine WM-Punkt war ein Trostpreis. Mad Max relativierte: „Nach dem Reifenschaden hatte ich nicht mehr mit einem Punkt gerechnet. Wir sind noch ganz gut davon gekommen.“ Zum Schluss hatte der Teamchef noch eine schlechte Nachricht für seine Fahrer parat. „Es kann gut sein, dass wir in diesem Jahr noch einmal Startplatzstrafen kassieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir mit dem was wir haben durch die nächsten sieben Rennen kommen.“

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