Daniel Ricciardo - Red Bull - GP China - Shanghai - 6.4.2017 xpb
Williams - Formel 1 - GP China - Shanghai - 6.4.2017
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Sauber - Formel 1 - GP China - Shanghai - 6.4.2017
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Red Bull startet Technik-Offensive

„Wir fahren auf Messers Schneide“

Red Bull macht mobil. Die Ingenieure wollen so schnell wie möglich die halbe Sekunde Zeitverlust auf Mercedes und Ferrari wettmachen, die im Chassis steckt. Daniel Ricciardo erklärt, wie sich die Probleme aus Fahrersicht anfühlen.

Zwei Fragen an die Red Bull-Piloten. Zuerst Max Verstappen. Was muss sich am Auto ändern, damit Red Bull den Rückstand zu Ferrari und Mercedes wettmacht? „Wie viel Zeit habt ihr mitgebracht?“, juxt der Holländer. Versuchen wir es mit Daniel Ricciardo. Welche positive Erkenntnis konnten Sie aus dem Melbourne-Wochenende ziehen? Ricciardo gibt cool zurück: „Dass es vorbei ist.“ Dann verbessert er sich: „Wenigstens konnte ich noch 25 Runden lang fahren. Das hat mir ein besseres Verständnis dafür gegeben, was unserem Auto fehlt."

Red Bull mit Updates in China

Ist das Galgenhumor über die klare Niederlage im Dreikampf an der Spitze oder Gelassenheit im Wissen, was Red Bull als Antwort auf die Probleme gefunden hat. Eher das zweite. Es kamen wieder viele Transportkisten aus Milton Keynes in Shanghai an. „Wir haben eine ganze Reihe von Änderungen am Auto. Ein oder zwei davon sehen wirklich vielversprechend aus“, macht Teamchef Christian Horner Hoffnung.

Der Rückstand von einer Sekunde ist nach Ansicht der Fahrer nicht in zwei Wochen aufzuholen. „Wenn wir mit dem Chassis so weit sind, müssen wir immer noch auf das Motor-Upgrade warten“, erinnert Verstappen. Und das kommt erst beim GP Kanada. Ricciardo beziffert den Rückstand auf der Motorseite als „nicht größer als 2016“. GPS-Messungen haben gezeigt, dass der Red Bull in Melbourne auf den Mercedes 4 und auf den Ferrari 2 Zehntel verlor. Den Rest in den Kurven. Und das geht zum Großteil auf das Konto des Chassis.

Abstimmungsfenster für RB13 zu klein

Doch was ist genau das Problem des Red Bull RB13? „Uns fehlt Abtrieb im Heck. Wir fahren wie auf Messers Schneide. Es ist noch nicht ganz klar, ob wir generell zu wenig Anpressdruck haben oder ob wir das Auto nur falsch abgestimmt haben“, erklärt Ricciardo. Der Australier macht das Abtriebsmanko nicht nur am eigenen Gefühl fest. „Wenn ich mir Aufnahmen von der Bordkamera im Ferrari und Mercedes anschaue, dann sieht das einfach nach mehr Grip aus. Ich habe zum Bespiel eine schnelle Runde von Kimi bei den Barcelona-Tests gesehen. Da ist er ohne zu Lupfen voll in Kurve 3 reingefahren und am Kurvenausgang nicht mal bis zum Streckenrand gekommen. Das zeigt, dass sie noch Reserven haben.“

Der Red Bull offenbar nicht. Verstappen hätte das Auto in Melbourne um ein Haar im zweiten Training in der schnellen Schikane verloren. Ricciardo kreiselte in der Qualifikation von der Strecke. „Dabei war ich am Kurveneingang um zwei km/h langsamer als vorher.“

Ricciardo bestätigt auch, dass das Abstimmungsfenster des RB13 kleiner ist als das seines Vorgängers. Doch das macht ihm keine Sorgen. „Das war letztes Jahr zu Saisonbeginn genauso, und wir haben dann relativ schnell dieses Fenster vergrößert.“ Einige der für Shanghai produzierten Modifikationen an Aerodynamik und Fahrwerk zielen genau darauf ab, den Red Bull leichter abstimmen zu können.

Auf die Frage, ob der Verzicht auf die hydraulisch vernetzte Aufhängung einen Einfluss hast, weicht Ricciardo aus: „Unsere Ingenieure geben keinem speziellen Detail am Auto die Schuld dafür, dass uns noch der Speed fehlt. Weder der Aufhängung noch der Tatsache, dass wir ein vergleichsweise simples Auto gebaut haben.“ Ricciardos positives Fazit: „Es ist noch früh genug in der Saison, um die Probleme rechtzeitig zu lösen.“

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