Red Bull-Taktik nicht konsequent

Ricciardo für Verstappen geopfert?

Max Verstappen - Formel 1 - GP Abu Dhabi 2016 Foto: xpb 70 Bilder

Red Bull hat in Abu Dhabi wie üblich mit der Strategie gepokert. Doch diesmal nicht konsequent. Was für Max Verstappen gut war, wäre auch für Daniel Ricciardo gut gewesen. Und es hätte Mercedes mehr Kopfzerbrechen bereitet.

In den letzten 6 Rennen war es bei Red Bull Routine. Wir greifen Mercedes mit einer anderen Taktik an. Ab dem GP Malaysia zeichnete sich ab, dass Ferrari im Kampf um den Vize-Titel keine Chancen mehr hatte. Und beim Rennen davor in Singapur hatte Red Bull festgestellt, dass den Mercedes mit der gleichen Strategie nicht beizukommen war. Da lag ein bisschen Risiko und Glücksspiel auf der Hand.

Deshalb verfuhr Red Bull im Finale nach der Taktik: Alles oder Nichts. Wobei das Nichts dann doch meistens der zweitbeste Platz hinter Mercedes war. Nur in Abu Dhabi räumte Ferrari mehr Punkte ab. Doch der Trick gegen Mercedes funktionierte nur ein einziges Mal. Gleich beim ersten Versuch in Malaysia. Und auch nur, weil Lewis Hamilton der Motor platzte. In Suzuka, Austin, Mexico-City, Sao Paulo und Abu Dhabi waren die Silberpfeile auch mit einer Risiko-Strategie nicht zu knacken.

Andere Reifen, anderes Timing, mehr oder weniger Stopps

Red Bull fuhr in diesen 6 Rennen entweder mit anderen Reifen als Mercedes los, splittete die Taktik, verschob das Timing der Boxenstopps, machte einen mehr oder einen weniger. Hin und wieder wurden Opfer gebracht. In Brasilien der zweite Platz gegen Nico Rosberg. In Mexiko und Abu Dhabi musste Daniel Ricciardo daran glauben. Den Platz in Mexiko bekam der Australier nur wegen der Strafen für Vettel und Verstappen wieder zurück.

Auch beim Finale pokerte Red Bull. Diesmal mit Supersoft-Reifen beim Start. Im Rückblick war es der goldene Griff in die Reifenkiste. Gerne würde man wissen, wie dieses Rennen ausgegangen wäre, hätte sich Verstappen nicht in der ersten Kurve gedreht. Die Einstopp-Strategie war danach ein Muss. Die einzige Chance, den Holländer in den Kampf um das Podium zurückzubringen. Verstappen brauchte dazu natürlich auch das Bummeltempo von Hamilton. Das schenkte jedem seiner Verfolger zwischen 10 und 15 Sekunden.

Zu viele Boxenstopps für Ricciardo

Verstappen war für Rosberg eine echte Bedrohung. Eine noch viel größere aber hätte Daniel Ricciardo werden können. Wenn der Australier konsequenterweise ebenfalls auf eine Einstopp-Strategie gesetzt worden wäre. Red Bull entschied sich aber, auf die frühen Ferrari-Boxenstopps zu reagieren und so den Vorteil der Reifenwahl beim Start aufzugeben. Teamchef Christian Horner begründete es damit, dass sich Ricciardo in der ersten Kurve einen Bremsplatten eingefahren hatte. „Der war nicht schlimm“, entgegnete der WM-Dritte. „Nichts im Vergleich zu dem, was mir später mit dem zweiten Satz im Duell mit Kimi passiert ist.“

Teamberater Helmut Marko dagegen spricht Klartext: „Wir haben Daniel zu früh an die Box geholt. Es war ein Fehler auf Räikkönens Boxenstopp zu reagieren. Die Supersoft-Reifen hätten deutlich länger gehalten. Verstappen hat es ja gezeigt. Dann hat sich Ricciardo die Reifen im Zweikampf mit Räikkönen ruiniert.“

Als Ricciardo zum ersten Boxenstopp geholt wurde, lag er 19 Sekunden vor Verstappen. Er hätte im Gegensatz zu dem Teamkollegen freie Fahrt gehabt, nachdem die Ferrari aus dem Weg waren. Ricciardo lag an der Spitze, Verstappen mitten im Feld.

Man stelle sich vor, wie viel höher der Druck auf Rosberg ausgefallen wäre, hätte Red Bull das Logische gemacht. Der Australier versuchte nach dem Rennen mühsam seinen Ärger zu verbergen: „Der Boxenstopp kam viel zu früh. Generell muss ich sagen. Wir haben in dieser Saison zu viele Boxenstopps gemacht.“

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