Red Bull-Teamchef Horner

"Sebastian blieb am coolsten"

Vettel GP Malaysia 2011 Formel 1 Foto: xpb 14 Bilder

Nach Sebastian Vettels zweitem Saisonsieg erntete der Weltmeister großes Lob von seinem Teamchef Christian Horner. Einziges Sorgenkind bleibt weiterhin KERS. Mark Webber musste im Rennen komplett darauf verzichten, Vettel teilweise.

So stark wie sich Sebastian Vettel derzeit präsentiert, könnte man ihm auch zutrauen, seinen Red Bull mit verbunden Augen zu fahren. Der Deutsche lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.

Red Bull-Teamchef Christian Horner ist selbst überrascht: "Er ist in einer fantastischen Form. Er war der coolste Mann. Uns wurde an der Boxenmauer etwas heiß, aber immer wenn du mit ihm geredet hast, klang alles kontrolliert und ziemlich entspannt. Er hat viel Selbstvertrauen und liefert ab. Seine Erfahrung wächst. Es ist ein sehr reifer Fahrstil. Man kann schnell vergessen, dass er erst 23 Jahre alt ist."

Webber das ganze Rennen ohne KERS

Das einzige rote Tuch für die Bullen ist KERS. Das Energierückgewinnungs-System kostet das Team zurzeit mehr Energie, als es liefert. Denn noch immer spielt die Technik nicht mit. Mark Webber wurde das zum Verhängnis.

"Er hatte einen schlechten Start und KERS hat sich in den Sicherheitsmodus geschaltet", erklärt Horner. "Es war ein elektronisches Problem, das wir vorher noch nicht gesehen haben. Er hatte also eine Kombination aus schlechten Start und KERS-Ausfall auf dem Weg zu ersten Kurve und keine tolle erste Runde, als er noch einen Platz an Kobayashi verlor."

Die Strategen entschieden sich daraufhin für eine Vierstopp-Strategie. So schaffte es der Australier noch von Platz zehn nach der ersten Runde auf den vierten Platz im Ziel.

Warum schaltete auch Vettel sein KERS ab?

KERS war aber nicht nur bei Webber ein Thema. Auch Vettel musste zeitweise auf die Energieschübe verzichten. Ab Runde 30 sollte er es nicht mehr aktivieren. Warum? Daraus macht Red Bull ein Staatsgeheimnis. "Wir haben beschlossen, es nicht mehr zu nutzen", lautet die knappe Antwort von Horner. "Es gab kein Problem mit Sebs KERS."

Horners Erklärung gegenüber Journalisten nach dem Rennen, man habe die Reifen mit dieser Entscheidung schonen wollen, klingt etwas unglaubwürdig. Ausgerechnet der Energydrink-Hersteller hadert mit der eigenen Energiezufuhr. Darüber sprechen will aber niemand.

Horner witzelt: "KERS ist nicht unsere größte Sorge. Das sind McLaren und Ferrari. Die Leistung kann hoch und runter gehen. Und Ferrari schien ein sehr gutes Rennen gehabt zu haben."

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