Red Bull-Teams fürchten Gerade

"Halb gut, halb schlecht für uns"

Daniel Ricciardo - Formel 1 2015 Foto: Red Bull 75 Bilder

Red Bull und Toro Rosso gehen mit gemischten Gefühlen in den GP Mexiko. Die lange Zielgerade ist Gift für die Autos. Der Rest der Strecke passt perfekt für die beiden Autos. Die Frage ist, welcher Streckenteil am Ende mehr zählt.

Das Autodromo Hermanos Rodriguez ist für Red Bull und Toro Rosso nur zur Hälfte eine gute Rennstrecke. Daniel Ricciardo und Max Verstappen fürchten auf der 1,2 Kilometer langen Zielgeraden zu verhungern. "Das kann uns beim Start nach hinten werfen", fürchtet Verstappen. Der Anlauf von der Startlinie bis zur ersten Kurve beträgt 900 Meter.

Dafür ist der Rest der Strecke für die Fahrer der beiden Red Bull-Teams wie maßgeschneidert. "Unser Auto mag langsame Kurven. Wir haben eine gute Traktion. Das sollte uns helfen", hofft Verstappen. Ricciardo will ein endgültiges Urteil erst nach dem Freitags-Training abgeben: "Die entscheidende Frage ist, ob uns die lange Gerade ein Setup aufzwingt, das uns auf dem Rest der Strecke einbremst."

Glatter Mexiko-Asphalt kann Red Bull-Teams helfen

Verstappen ist etwas optimistischer. Seiner Meinung nach gibt es noch einen zweiten Verbündeten. Den rutschigen Asphalt und die dafür womöglich zu harten Reifen. "Wir sind immer gut, wenn die Reifen für den Asphalt zu hart sind, oder wenn die Strecke grün ist."

Für den Holländer ist das große Fragezeichen der Renault-Motor: "Der Turbolader muss höher drehen, das verlangt mehr Kühlung. Mal schauen, wie die einzelnen Teams damit zurechtkommen."

Ricciardo optimistisch in der Motorenfrage

Während Verstappen mit dem vierten Platz in Austin sein bestes Rennen der Saison feierte, ging Ricciardo nach sieben Führungsrunden fast leer aus. Er holte gerade noch einen WM-Punkt. Rückblickend hatte Red Bull die Autos vielleicht ein bisschen zu sehr für Regen eingestellt. "Die reifenschonende Abstimmung hat uns im Regen geholfen und auf trockener Fahrbahn geschadet. Weil die Reifen nicht auf Temperatur kommen wollten."

Das Risiko war es wert. Es war vielleicht die einzige Chance für Red Bull, doch noch ein Rennen in dieser Saison zu gewinnen. "Es fällt immer schwer, wenn du ohne Trophäe von einem Rennen abweisen musst. Und es ist noch härter von vornherein zu wissen, dass du keine Siegchance hast."

Die härteste Prüfung aber ist, dass die Red Bull-Fahrer drei Rennen vor Ende der Saison immer noch nicht wissen, ob sie nächstes Jahr ein Cockpit haben. Ricciardo verschreibt sich in der offenen Motorfrage eine Portion Optimismus: "Je länger es geht, umso zuversichtlicher bin ich. Wenigstens wissen wir jetzt, dass Red Bull auf jeden Fall weitermachen will. Das einzige, was uns davon abhält ist, dass uns keiner einen Motor gibt."

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