Red Bull träumt vom Sieg

Besser als Ferrari im Rennen?

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Singapur - 20. September 2015 Foto: Red Bull 61 Bilder

Die Red Bull-Piloten starten beim GP Singapur von den Plätzen 2 und 4. Die Gegner von Daniel Riccardo und Daniil Kvyat sind nicht die Mercedes, sondern Ferrari. Red Bull setzt auf den geringeren Reifenverschleiß und hofft so, Ferrari unter Druck setzen zu können.

Am Ende war der Abstand zu Sebastian Vettel ein Klassenunterschied. Daniel Ricciardo fehlten auf seinen ehemaligen Teamkollegen 0,543 Sekunden. Der Australier startet im Sandwich der Ferrari-Piloten. Kimi Räikkönen konnte den Angriff des zweiten Red Bull mit Daniil Kvyat mit einem Vorsprung von 0,078 gerade so abwehren.

Von Mercedes keine Spur. Es ist ein Duell Rot gegen Blau. Was in der Qualifikation wie eine eindeutige Angelegenheit für Vettel aussah, kann sich im Rennen ins Gegenteil verkehren. Hofft zumindest Teamchef Christian Horner. "Unser Auto geht sehr nett mit den Reifen um. Wir hoffen, dass wir Ferrari auf diesem Weg unter Druck setzen können"

Red Bull träumt nicht ohne Grund von einer Siegchance. Ricciardo freut sich: "Singapur zeigt, wie gut unser Auto ist. Seit Silverstone ist wieder Leben drin. Es ist unsere beste Chance in dieser Saison."

Horner kann sich aus den Dauerläufen vom Freitag noch kein rechtes Bild von den Ferrari machen. "Seb hat immer wieder eine Abkühlphase für die Reifen eingelegt. Es sieht so aus, als könnten wir auf den weichen Reifen etwas länger fahren." Vettel korrigiert. "Meine langsamen Runden in meinem Longrun waren alle wegen Verkehr."

Red Bull verliert halbe Sekunde auf den Geraden

Sebastian Vettel ist in Singapur eine Bank. Er hat den Dreh raus, wie man die Reifen so aufwärmt, dass die Vorderreifen schon im ersten Streckensektor zubeißen, die Hinterreifen im letzten aber noch nicht verschlissen sind. Im Vergleich zu Ricciardo war er in der Aufwärmrunde im Schlussabschnitt eine Spur aggressiver. Der Ferrari-Pilot fuhr den letzten Sektor um 2,4 Sekunden schneller, bevor es in die schnellste Runde ging.

Ricciardo wurde ein bisschen durch Valtteri Bottas behindert, den Williams in seine Bahn schickte. "Ich konnte meine Aufwärmrunde nicht so planen, wie ich wollte. Deshalb war mein erster Sektor nicht so gut, mein letzter dagegen schon. Es soll aber keine Entschuldigung sein. Sebs Zeit lag für mich nicht drin." Teamkollege Kvyat gibt zu: "Es ist eine der schwierigsten Aufwärmrunden im ganzen Jahr. Weil sie so lang ist, und die Reifen wegen der vielen Kurven nie auskühlen können. Erfahrung macht da viel aus." Soll heißen. Da hat Teamkollege Ricciardo noch einen Vorteil.

Wie Vettel war auch Ricciardo von der schlechten Form der Mercedes überrascht: "Ich habe an einen Bluff gedacht, aber sie hatten offenbar Probleme. Du darfst sie aber nie für das Rennen abschreiben." Einzige Sorge ist wie immer der Top-Speed. "Wir verlieren auf allen Geraden zusammengerechnet eine halbe Sekunde auf Mercedes und Ferrari", bedauert Horner. Der Top-Speed spricht eine klare Sprache. Ricciardo und Kvyat fehlen 10,4 km/h auf die Ferrari und 12,3 km/h auf Mercedes.

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