Motorenhersteller in der Zwickmühle

Wer gibt Red Bull 2017 die Motoren?

Red Bull - GP Abu Dhabi - 28. November 2015 Foto: ams 31 Bilder

Für 2016 ist das Red Bull-Problem gelöst. Aber ein Jahr später kommt es mit voller Wucht wieder auf die Motorenhersteller zu. Dann läuft der Renault-Vertrag offiziell aus. Wenn das neue Motorenformat erst 2018 kommt, muss einer Red Bull ein Jahr lang aushelfen.

Die Geschichte hat die Formel 1 drei Monate lang beschäftigt. Nachdem sich Red Bull von Renault vorzeitig trennen wollte, suchte der Ex-Weltmeister Ersatz. Doch keiner wollte Red Bull Motoren geben. Mercedes, Ferrari und Honda sagten den Österreichern ab. Bis am Ende doch wieder Renault bereitstand und den alten Vertrag neu auffrischte. Für ein Schmerzensgeld von 30 Millionen Euro.

Red Bull sah sich in der Opferrolle. Trotzdem hielten sich die Sympathien für den Rennstall aus Milton Keynes in Grenzen. Der Tenor im Fahrerlager: Selber schuld. Warum musste es sich Red Bull auch mit seinem Motorenpartner verscherzen, wenn man sich nicht 100 prozentig sicher sein konnte, Ersatz zu haben? Ferrari-Präsident Sergio Marchionne und Mercedes-Teamchef Toto Wolff bedauerten: "Kein Team hat ein Anrecht, den besten Motor im Feld zu bekommen."

Hilft Mercedes ein Jahr lang aus?

So weit, so schlecht. Bis dahin konnten die Red Bull-Verweigerer mit ihren Argumenten noch punkten. Doch was machen sie im nächsten Jahr? Dann läuft der Motorenvertrag mit Renault ganz offiziell aus. Wenn das neue Motorenformat erst 2018 kommt, muss einer der vier Hersteller Red Bull 2017 aushelfen. Sonst würden sie sich dem Vorwurf aussetzen, ein Kartell zu bilden. Und der FIA den Ball zuspielen, Zwangsmaßnahmen durchzusetzen.

Renault wird sich Red Bull kaum eine weitere Saison lang antun. Ferrari bietet bestenfalls Vorjahresmotoren an. McLaren kann sein Veto-Recht nur noch bei bestimmten Teams geltend machen. Wenn Sauber oder Toro Rosso bei Honda anklopfen, müssen die Japaner liefern. Bei Red Bull könnte sich McLaren weiter sperren. Und wird es wahrscheinlich auch tun.

Hinter den Kulissen hört man, dass Mercedes Bernie Ecclestone signalisiert hat, Red Bull zur Not ein Jahr Überbrückungshilfe zu gewähren. Aber nur wenn der Formel 1-Boss seinen Billig-Motor beerdigt und sich damit zufrieden gibt, die aktuellen Motoren einfacher, billiger, stärker und lauter zu machen. Das wird sich im Januar entscheiden. Sollte Ecclestone dann noch seinen Wunsch durchsetzen, dass diese Motoren schon ein Jahr früher kommen und vom Reglement her für alle verfügbar sein müssen, wäre das Red Bull-Problem auch so gelöst.

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