Red Bull und Ferrari jagen Mercedes

Spritverbrauch als Trumpf?

Daniel Ricciardo - Lewis Hamilton - Sebastian Vettel - GP Australien 2018 Foto: xpb 93 Bilder

Red Bull und Ferrari wollen Mercedes vom Thron stoßen. Doch vor dem Saisonstart verzichten die Herausforderer auf große Kampfansagen. Weil Mercedes bei den Wintertestfahrten beeindruckte und der Spritfresser Melbourne den Silberpfeilen einen zusätzlichen Trumpf in die Hand spielt.

Die Meinung im Fahrerlager ist eindeutig. Unter den Teams und unter den Experten. Mercedes ist der Favorit auf den Titel. Es wäre der fünfte in Serie. Das Weltmeisterteam will die Favoritenrolle auch gar nicht von sich weisen. Gleichzeitig will man die Konkurrenz aber auch nicht abschreiben, bevor ein einziger Meter in der neuen Saison gefahren ist. Lewis Hamilton hat vor allem Red Bull auf der Rechnung. „Die Leute werden überrascht sein, wie gut die wirklich sind. Die Tests haben vieles verschleiert. Weil die Streckenbedingungen komisch waren und die Spritmengen differenzierten.“

Hoher Vollgasanteil gut für Mercedes

Red Bull gibt sich hingegen zurückhaltend. Obwohl man die besten Wintertests seit Jahren bestritt. „Unser neues Auto ist sicher ein Schritt nach vorne. Es ist ziemlich stark. Ich bin deshalb optimistisch, gleichzeitig aber realistisch“, sagt Max Verstappen, der in seiner fünften Formel 1-Saison endlich um die Weltmeisterschaft fahren will. „Wir müssen abwarten, wie unser Gesamtpaket im Vergleich mit der Konkurrenz abschneidet.“

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Verstappen deutet mit dieser Aussage an, was aus Sicht von Red Bull noch immer die Schwachstelle ist: der Renault-V6. Dass Mercedes den besten Motor hat, ist unbestritten. Red Bull sieht die 5,303 Kilometer lange Strecke im Melbourner Albert Park deshalb nicht als ideales Terrain. Obwohl in den 16 zumeist langsamen und mittelschnellen Kurven ein bremsstabiles und traktionsstarkes Auto gefragt ist. Das sind Eigenschaften, die man Red Bull in der Vergangenheit zuschrieb. Jedoch stehen die Fahrer zu über 70 Prozent der Runde voll auf dem Gas. „Deshalb sollte Melbourne eine der stärkeren Strecken für Mercedes sein“, glaubt Red Bulls Teamchef Christian Horner.

Ein hoher Vollgasanteil sowie viele Beschleunigungsphasen bedeuten gleichzeitig einen höheren Spritverbrauch. Und da lehrten die Vorjahre und die Wintertests, dass der Mercedes-V6 weniger Benzin schluckt als die Konkurrenzprodukte. „Unser Spritverbrauch ist automatisch höher. Weil wir langsamer auf den Geraden sind, verbringen wir mehr Zeit darauf mit Vollgas“, meint Verstappen höhnisch.

Vettel vertraut auf sein Team

Teamkollege Daniel Ricciardo will nach einem pannenreichen GP Australien 2017 sein Heimrennen dieses Jahr mehr genießen. Damals war dem Mann aus Perth erst ein Fehler im Qualifying unterlaufen. Für das Rennen musste das Getriebe gewechselt werden, weshalb Ricciardo in der Startaufstellung um fünf Plätze zurückfiel. Doch das war nicht einmal der schlimmste Teil des damaligen Wochenendes. Ein Fehler in der Elektrik sorgte dafür, dass er den GP erst begann, als die anderen schon zwei Runden zurückgelegt hatten. „Dieses Jahr werde ich bestimmt mehr Spaß haben. Letztes Jahr habe ich sogar die Nationalhymne verpasst, weil ich in der Garage wartete, dass mein Auto anspringt. Dieses Jahr liegt alles bereit für uns. Mercedes, Ferrari und wir werden weiter vorne sein. Ich hoffe, dass wir sie aufmischen und eine Chance auf das Podest haben.“

Auch Ferrari und Sebastian Vettel geben sich vor dem Saisonauftakt nicht zu Kampfansagen hin. „Mercedes und Lewis sind zurecht die Favoriten. Wir sind in einer guten Form, könnten aber in einer besseren sein“, sagt Vettel, der wie Hamilton zweimal in Melbourne siegte. Darunter im Vorjahr. Dass Ferrari damit rechnet, dass Mercedes in Melbourne vorne ist, verdeutlicht diese Aussage: „Wenn es nur ein Rennen wäre, wäre es eine andere Geschichte. Aber es ist eine lange Saison.“ Klingt schon nach Durchhalteparolen. Auf der anderen Seite vertraut der Heppenheimer in sein Team. „Wir haben Gründe, optimistisch zu sein. Unser Auto ist großartig. Es werden Upgrades kommen, die es weiter verbessern.“

Es heißt Red Bull habe für den GP Australien einige Updates im Köcher. Ferrari nur wenige, Mercedes überhaupt keine. Verstappen benennt zwei Faktoren bei der Mission Weltmeisterschaft: „Unser Motor muss besser werden. Und unsere Entwicklungsgeschwindigkeit muss so gut oder besser sein als die von Mercedes und Ferrari.“ Der Favorit sieht Konstanz als Schlüssel: „Dieses Jahr will ich noch konstanter sein als 2017. Ich möchte die Grenzen des Machbaren weiter verschieben“, sagt Hamilton, der sich noch nicht auf dem Leistungsgipfel sieht. „Wenn du merkst, dass du dein Fitnesslevel schwerer erreichst und dein Interesse abnimmt, dann hast du deinen Zenit überschritten. Aber so ergeht es mir sicher nicht.“

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