Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Ungarn 2017 - Budapest - Rennen sutton-images.com
Sebastian Vettel - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest - Rennen
Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Ungarn 2017 - Budapest
Valtteri Bottas - Mercedes - GP Ungarn 2017 - Budapest - Rennen
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Ungarn 2017 - Budapest - Rennen 21 Bilder

Red Bull verschenkt Punkte

Verstappen entschuldigt sich

Daniel Ricciardos Punkteserie endete in Ungarn, weil ihn der Teamkollege abräumte. Max Verstappen entschuldigte sich. Red Bull trauert den vergebenen Punkten nach, und muss an der Qualifikation arbeiten. Dafür braucht man aber Renault.

Bei Ferrari und Mercedes ging es um die Team-Taktik. Red Bull hatte in Ungarn andere Sorgen. Es trat der zweitschlimmste Fall ein. Ein Teamkollege nahm den anderen aus dem Rennen. Schlimmer wäre es nur gewesen, wenn sich Max Verstappen und Daniel Ricciardo komplett gegenseitig aus dem Grand Prix gecrasht hätten.

Horner hält Strafmaß für übertrieben

Die Schulfrage war schnell geklärt. Um 14:07 Uhr, also vier Minuten nach Rennstart, meldete die Rennleitung, dass die Sportkommissare den Fall Verstappen-Ricciardo untersuchen. Neun Minuten später brummten sie dem Niederländer eine Zehnsekundenstrafe auf. Er hatte Ricciardo in der zweiten Kurve seitlich torpediert. Am RB13 mit der Startnummer 3 riss ein Ölkühler. Ein beschädigter Hinterreifen sorgte dafür, dass sich der Australier in der dritten Kurve gefährlich inmitten des Feldes drehte. Jolyon Palmer lenkte seinen Renault gerade noch vorbei.

„Ein dummes Manöver“, urteilte Ricciardo. „Es war zu 100 Prozent seine Schuld.“ Der WM-Vierte, der erstmals seit dem GP Ungarn ohne Zählbares abreiste, trauerte einer vergebenen Chance nach: „Meine Rennpace wäre sicher gut gewesen.“ Über Funk machte der Sunnyboy seinem Unmut Luft. „Da sind ein paar Schimpfwörter gefallen.“

Immerhin verließen die Red Bull-Piloten den Hungaroring in Frieden. Verstappen entschuldigte sich später. „Es war gut, dass wir es gleich aus der Welt geräumt haben“, befand Ricciardo. „Es ist viel besser und ehrlicher, wenn man sich in die Augen schaut, als es über einen Anruf oder eine SMS zu regeln“, freute sich Teamchef Christian Horner.

Was den Engländer weniger erfreute, war das Strafmaß, mit dem die Stewards den Wunderknaben bedachten. „Wenn man es mit dem Bottas-Zwischenfall in Barcelona vergleicht, ist die Strafe etwas übertrieben“, erklärt Horner. „Für mich war es ein Rennunfall. Max hat einen Fehler gemacht, ja. Aber es war keine Absicht. Zehn Sekunden waren sehr hart für dieses Vergehen.“

In Barcelona hatte Bottas in der ersten Kurve zunächst Kimi Räikkönen berührt, der daraufhin in Verstappen rutschte. Während der Mercedes-Pilot weiterfahren konnte, mussten die Rivalen aufgeben. Die Kommissare sahen es als unglücklichen Rennunfall.

Einschwörung fruchtet nicht

Die FIA trägt für den Rammstoß gegen den Teamkollegen noch zwei Strafpunkte in Verstappens Sünderkartei ein. Der 19-Jährige muss sich aber keine Sorgen machen. Sein Konto steht bei 3 Strafzählern. Erst bei 12 muss er ein Rennen aussetzen. Für Horner war die interne Kollision nur eine Frage der Zeit. Weil Red Bull zwei Alphatiere im Team hat, die sich gegenseitig anstacheln. „Irgendwann musste es mal am Start knallen. In den letzten 12 Monaten hatten wir Glück, wenn man bedenkt, wie oft die beiden nebeneinander ins Rennen gingen.“ Die Einschwörung auf die Fahrer half in Ungarn nicht. „Wir predigen es vor jedem Rennen: Wenn ihr nebeneinander startet, gebt euch bitte ausreichend Platz in Kurve eins und zwei.“

Max Verstappen - Red Bull - GP Ungarn 2017 - Budapest - Rennen
xpb
Max Verstappen musste sich Mercedes in Ungarn geschlagen geben.

69 Runden lang war Red Bull in Ungarn ein Ein-Mann-Team. Durch die Strafe gegen Verstappen waren nicht mehr als zehn Punkte drin. So mager fiel die Ausbeute in diesem Jahr nur in Australien, Bahrain und Russland aus. „Es ist sehr frustrierend, nur zehn Punkte zu holen, wenn deine Autos viel mehr drin gehabt hätten“, meint Horner. Wäre vielleicht sogar ein Sieg möglich gewesen, weil Sebastian Vettel mit Lenkproblemen strauchelte? „Nur, wenn wir nach der ersten Kurve in Führung gelegen wären.“

Gegen Ferrari hätte es wohl nicht gereicht. Die Mercedes hätten Verstappen und Ricciardo womöglich aber schlagen können. Ohne Kollision wären sie beide vor Lewis Hamilton gewesen. So kurvte aber nur der Wunderknabe vor dem zweiten Mercedes. Mit Kontakt zu Bottas. Als Mercedes seine beiden Fahrer reinholte, entschied sich Red Bull dafür, auf den Supersoftreifen auszuharren. „Wir haben einfach das Gegenteil gemacht.“ Überholen ist in Ungarn praktisch unmöglich. Mit der Hypothek der Strafe war gegen Mercedes nur auf Rennglück zu hoffen. „Wir wollten Max so spät wie möglich frische Reifen für das Finale geben. In der Hoffnung auf ein echtes oder virtuelles Safety-Car.“

Horner freut sich auf Spa, und will nicht an Monza denken

Mit den Softreifen erzielte Verstappen teilweise die schnellsten Rundenzeiten und holte auf das Führungsquartett auf. „Unsere Pace ist ermutigend. Max war über lange Strecken der schnellste Mann im Feld.“ Allerdings hinkt der Vergleich. Ferrari hätte ohne Vettels Probleme viel schneller gekonnt. Das zeigen die ersten 15 Runden. Und Räikkönens Sektorenzeiten, als sein Teamkollege eine Runde vor ihm in die Box abbog. Mercedes steckte im zweiten Rennteil wie Räikkönen fest.

„Im Rennen sind wir gut aufgestellt“, sagt Horner. Red Bulls Schwachstelle ist das Qualifying. Und da kommt laut Teamführung Motorenpartner Renault ins Spiel. „Max war in Q1 und Q2 voll dabei. Dann kommt eben der dritte Durchgang und die anderen geben Extra-Leistung frei. Wir müssen dieses Extra-Quäntchen im Qualifying herauskitzeln“, erklärt Horner. Teamberater Helmut Marko unkt. „Sie legen einfach ihren berühmten Powermodus-Schalter um und fliegen davon. Man muss sich nur mal die Entwicklung zwischen Zielstrich und Topspeed-Messung anschauen. Zwischen Q2 und Q3 geht die Schere auf.“

Nach der Sommerpause folgen mit Spa und Monza zwei Highspeed-Strecken, die Red Bull mit gemischten Gefühlen sieht. „Am Samstag werden wir in Belgien kämpfen. Aber am Sonntag können wir da sein. Und in Spa kannst du überholen“, befindet Horner. Auf der Ardennenachterbahn zählt neben einem kraftvollen Motor auch eine effiziente Aerodynamik. In Monza verlagert sich alles zugunsten der Motorenleistung. Deshalb sagt Horner: „Über Monza möchte ich besser noch nicht nachdenken.“

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Ferrari hatte das schnellste Auto in Budapest.

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