Max Verstappen - Red Bull - GP Aserbaidschan 2021 - Baku - Qualifikation xpb
Lance Stroll - Aston Martin - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
Lance Stroll - Aston Martin - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Aserbaidschan - Baku - Samstag - 5.6.2021 32 Bilder

Hamilton im Vorteil: Verstappen verpasst Pole

Die erste Runde geht an Hamilton Tsunoda stiehlt Red Bull die Pole

GP Aserbaidschan

Die beiden Red Bull-Teams brachten alle vier Fahrer in die Top Ten. Doch das B-Team stand dem A-Team indirekt im Weg. Yuki Tsunodas Unfall im Q3 raubte Max Verstappen und Sergio Perez sich zu verbessern. Verstappen sah sich schon auf der Pole Position.

Das hatte sich Red Bull anders vorgestellt. Nach den freien Trainingssitzungen hätten alle im Fahrerlager ihr Geld auf Max Verstappen gesetzt. Und Mercedes stand wie in Monte Carlo auf verlorenem Posten. Nach einer unfallreichen Qualifikation mit insgesamt vier Abbrüchen stellten sich alle Prognosen auf den Kopf. An der Spitze qualifizierte sich ein Ferrari, dann ein Mercedes und erst an dritter Stelle ein Red Bull.

Max Verstappen war sichtlich angesäuert: "Was für ein dummes Training. Dauernd die roten Flaggen und jedes Mal einer in der Mauer." Dann folgten ein paar Schimpfworte, die der Moderator der TV-Konferenz nach dem Ende des Q3 wieder einfangen musste. Er entschuldigte sich für Verstappens Wortwahl.

Der Holländer hatte sich außerdem zu Unrecht über die Fehler von Lance Stroll, Antonio Giovinazzi, Daniel Ricciardo und Yuki Tsunoda aufgeregt. Dem Red Bull-Fahrer war im dritten Training das gleiche passiert. Er nagelte seinen Red Bull in Kurve 15 so heftig in die Tecpro-Barriere, dass die Sitzung abgebrochen werden musste. Die restlichen 35 Minuten schaute der WM-Spitzenreiter zu. Für seine Mechaniker hieß das: Arbeit statt Mittagspause.

Max Verstappen - Red Bull - GP Aserbaidschan 2021 - Baku - Samstag
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Max Verstappen leitete die Unfall-Orgie am Samstag mit seinem Crash im dritten Training ein.

Im Q1 baut Verstappen Vertrauen auf

Der Ärger von Verstappen war andererseits verständlich. Lange sah es so aus, dass sein WM-Gegner Lewis Hamilton wie schon in Monte Carlo im Nirgendwo landen würde. Es wäre eine weitere Gelegenheit gewesen, die WM-Führung kampflos auszubauen. Und plötzlich steht dieser Hamilton, der 180 Trainingsminuten kein Rad auf den Boden brachte, in der Startaufstellung vor ihm. Und auch noch Charles Leclerc im Ferrari als Störfaktor dazu.

Der Unfall im dritten Training warf Verstappen nur kurz zurück. "Ich habe das Q1 dazu genutzt, wieder etwas Vertrauen aufzubauen. Ab dem Q2 war ich wieder in meinem Rhythmus." Trotzdem drehte der zweifache Saisonsieger auf seinem Q2-Reifensatz, der auch sein Startreifen sein wird, zwei schnelle Runden mit einer Abkühlphase dazwischen. "Wir wollten mehr über das Verhalten der Reifen rauskriegen."

Red Bull war nicht verborgen geblieben, dass die Mercedes mit zwei Aufwärmrunden immer schneller wurden. Auch Verstappen machte die Erfahrung, dass die Soft-Reifen auch eine zweite schnelle Runde zuließen. Er verbesserte sich im Q2 von 1.41,756 auf 1.41,625 Minuten. Aber er schädigte die Garnitur auch einmal mehr als notwendig.

Kein Windschatten kostet drei Zehntel

Eigentlich hätte man es ahnen können. Nach den Unfällen in der ersten beiden Qualifikationsrunden war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es im Q3 wieder passiert. Deshalb wäre es wichtig gewesen, wie Leclerc gleich im ersten Versuch ein Zeichen zu setzen. Die erste Q3-Runde von Verstappen war ordentlich, reichte aber nur für den dritten Platz. Der Favorit auf die Pole Position baute zwei, drei kleine Fehler ein und ihm fehlte der Windschatten auf der langen Geraden. "Das hat uns drei Zehntel gekostet", war man im Team überzeugt. Exakt die Zeitspanne, die auf Leclerc fehlte.

Es ist die Ironie des Schicksal, dass ausgerechnet ein Alpha Tauri-Pilot Verstappen die Chance raubte, noch einmal einen Angriff auf die Bestzeit zu starten. Tsunoda untersteuerte in Kurve 3 in die Mauer und riss den dichtauf folgenden Carlos Sainz gleich mit ins Verderben. Eineinhalb Minuten vor dem Ende zeigte die Rennleitung zum vierten Mal die rote Flagge. Game over für alle, die glaubten, sich noch verbessern zu können. "Die Pole wäre heute möglich gewesen", ist Verstappen überzeugt.

Er hatte aber auch Glück im Unglück. Es hätte noch viel schlimmer kommen können. Pierre Gasly auf Platz 4 liegt nur zwei Tausendstel hinter Verstappen, und auch bei Carlos Sainz hat nicht viel gefehlt. Dem Spanier fehlten 0,011 Sekunden auf den Red Bull.

Sergio Perez hatte ebenfalls allen Grund sauer auf den Junior-Kollegen zu sein, der seinen letzten Versuch im Keim erstickte. Der Mexikaner zeigte mit den Plätzen vier, eins und zwei in den freien Trainingssitzungen, dass er mit seinem RB16B immer besser zusammenwächst. Ein Verbremser in Kurve 4 kostete ihn im ersten Q3-Versuch vier Zehntel auf Verstappen. Der zweite Anlauf ließ sich besser an: "Ich war richtig gut unterwegs, als die rote Flagge rauskam." Vom siebten Startplatz kann Perez trotzdem Verstappen nützlicher sein als Valtteri Bottas für Hamilton. Der zweite Mercedes schaffte es nur auf Rang 10.

Max Verstappen - Red Bull - GP Aserbaidschan 2021 - Baku - Qualifikation
Wilhelm
Im Rennen will Verstappen den dritten Saisonsieg einfahren.

Heckflügel-Protest als Damoklesschwert

Red Bulls Nummer eins klammert sich jetzt an die Hoffnung, dass sein Auto am Sonntag so gut unterwegs sein wird wie bei den Longruns am Freitag. "Wir haben auch ein starkes Auto für das Rennen." Doch diese Disziplin ist deutlich schwerer zu gewinnen als der Kampf um die schnellste Trainingsrunde. Mercedes hatte zwar seine Müh und Not mit dem Reifenaufwärmen, war aber im Dauerlauf von Anfang an auf Red Bull-Niveau.

Im Topspeed hat der WM-Gegner am Samstag mit einem kleineren Heckflügel zugelegt. Red Bull lieferte Mercedes mit seinem Mini-Flügel die Vorlage. Der produzierte immer noch genug Abtrieb, um die Reifen über die Distanz bei Laune zu halten. Mercedes geht mit frischen Motoren in den sechsten WM-Lauf. Bei Honda hielt man sich diese Option offen für den Fall, dass die Verschleißdaten am Freitag verdächtige Werte gezeigt hätten. Doch die Japaner gaben grünes Licht für ein sechstes Rennen in Folge. Sie wollen mit dem Einsatz der zweiten Generation lieber noch 14 Tage warten. Das bringt Zeit für weitere Nachbesserungen an der Zuverlässigkeit. Je besser die abgesichert ist, umso mehr Power kann Honda ab dem GP Frankreich freigeben.

Bei Mercedes wollte man anhand der Videoaufzeichnungen gesehen haben, dass er sich immer noch verbiegt. Aus FIA-Kreisen hören wir jedoch, dass Red Bull diesmal nicht aus dem Rahmen fällt und dass auch der Mercedes-Flügel Anzeichen von Biegsamkeit zeigt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff ließ trotzdem offen, ob nach dem Rennen ein Protest folgt. Je mehr der WM-Rivale im Ungewissen bleibt, umso besser.

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