Vettel vs. Verstappen - GP Australien 2019 Motorsport Images

Erstes Podium für Honda seit 2008

Notfalls Strafe für mehr Power

So hat sich Red Bull schon lange nicht mehr über einen dritten Platz gefreut. Für Motorenpartner Honda war es das erste Podium seit 2008. Red Bull lobt Honda über den grünen Klee und erwartet bald schon den nächsten Power-Schub. Notfalls für das Opfer einer Startplatzstrafe.

Verkehrte Formel 1-Welt. Mercedes gewinnt und nicht Ferrari. Und erster Mercedes-Jäger ist Red Bull-Honda und nicht der Geheimfavorit aus Maranello. Max Verstappen kam in Sichtweite von Lewis Hamilton als Dritter ins Ziel. Allerdings 22,5 Sekunden hinter Sieger Valtteri Bottas. Der große Abstand zu Mercedes treibt Red Bull-Sportdirektor Helmut Marko noch um. „Wir hoffen, dass die Mercedes-Form spezifisch für Melbourne war.“ Der Sieg über Ferrari ist nur für den Moment eine Genugtuung. „Wir waren vor Ferrari, aber wir wollen am Ende vor allen sein.“

Marko weiß auch schon, wie man Mercedes demnächst herausfordern kann. „Der beste Teil im Paket ist der Honda-Motor. Wir müssen das Chassis verbessern.“ Dann präzisiert der Grazer, was er damit meint: „Wir haben zu wenig Abtrieb, aber das ist aus der Philosophie der letzten fünf Jahre geboren, wo wir ständig mangelnde Leistung ausgleichen mussten. Wir haben immer auf der Geraden auf so wenig Luftwiderstand wie möglich geschaut. Deshalb hatten wir in Melbourne keine größeren Flügel dabei. Die existieren in unseren Vorstellungen gar nicht.“ Jetzt sei Zeit, umzudenken, peitscht Marko seinen Ingenieuren ein. „Wir versuchen das so schnell wie möglich zu lösen. So schnell wie wir es durch die CFD-Entwicklung und die Produktion bringen.“

Auf Mercedes fehlen noch 10 PS

Auf der Motorseite fühlt sich Red Bull gut gerüstet. Honda wird mit Lob geradezu überschüttet. Die Honda-Bosse bekamen jede Menge Streicheleinheiten. Das soll sie motivieren, noch mehr in die Motorentwicklung zu investieren. Das erste Rennen der neuen Kombination macht Mut. „Es gab kein Problem mit dem Motor seit der ersten Trainingsrunde. Wir wollten uns maximal Energie für die letzten drei Runden aufheben, aber leider ist Max neben die Strecke gerutscht.“ Pierre Gasly habe unter dem Überholknopf nicht die erwartete Power gefunden, sonst wäre auch er trotz Start von Platz 17 in den Punkterängen gelandet. Daniil Kvyat zurückzupfeifen, kam für die Red Bull-Bosse nicht in Frage: „Wir lassen alle unsere Fahrer frei fahren.“

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Australien - Melbourne - 15. März 2019
Motorsport Images
Der Honda-Motor hat über den Winter stark an Leistung zugelegt.

Verstappen glaubt nicht, dass der Ausrutscher in der ersten Kurve ihn einen 2. Platz gekostet hat. Marko insistiert: „Wir hatten noch viel Überholmodus-Power und eine volle Batterie in der Hinterhand. Die Strategie war darauf ausgelegt, mit den bestmöglichen Reifen in die letzten Runden zu gehen und uns alles für das Finale aufzuheben. Wer Max kennt, weiß: Er hätte es versucht.“ Nur in der Schlacht um den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde sah Marko schlechte Karten: „Der Bottas hatte zwei Runden Zeit, alles optimal aufzufüllen. Das war am Ende ein Quali-Modus. Da hätten wir keine Chance gehabt.“

Red Bull schätzt, dass eher 10 als 20 PS auf Mercedes fehlen. Diese Lücke soll so schnell wie möglich geschlossen werden. „Der Vorstand, der in Melbourne war, hat uns versprochen, dass bald mehr Leistung kommen soll. Es liegt nun an uns, das Chassis zu entwickeln, um die Leute vor uns einzuholen.“ Marko bestätigt, dass Red Bull im WM-Kampf volle Attacke fährt: „Wenn der Leistungszuwachs signifikant ist, warten wir nicht bis zum achten Rennen. Dann nehmen wir auch eine Startplatzstrafe in Kauf.“ Red Bull bleibt dabei: Fünf Siege sind das Minimum und die Teilnahme am Titelrennen Pflicht.

GP Australien 2019: Das Rennen in Bildern

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