Max Verstappen - Red Bull - GP Frankreich 2021 - Paul Ricard xpb
Yuki Tsunoda - Alpha Tauri - Formel 1 - GP Frankreich - Le Castellet - 19. Juni 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Frankreich - Le Castellet - 19. Juni 2021
Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP Frankreich - Le Castellet - 19. Juni 2021
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Frankreich - Le Castellet - 19. Juni 2021 45 Bilder

Red Bull-Pole auf einer Mercedes-Strecke

Red Bull schneller auf Mercedes-Strecke Vorteil auf Geraden, schnell in Kurven

GP Frankreich

Max Verstappen feiert in Frankreich die zweite Pole der Saison. Sergio Perez hadert mit dem dritten Qualifikations-Durchgang und dem vierten Startplatz. Red Bull ist trotz Mini-Flügel schnell in den Kurven und überragt Mercedes auf den Geraden. Was ist das Geheimnis der dunkelblauen Raketen?

2018 und 2019 war der Circuit Paul Ricard fest in der Hand von Lewis Hamilton. Der Weltmeister schnappte sich zwei Mal die Pole-Position, gewann beide Rennen und führte 105 der 106 Rennrunden an. Nur Kimi Räikkönen, damals noch im Ferrari, überließ Hamilton die verbliebenen 5,842 Führungskilometer.

Red Bull hingegen hat keine schlechten, aber auch keine allzu guten Erinnerungen an die Gastspiele im Süden Frankreichs. 2018 belegte Max Verstappen den zweiten Rang. 2019 den vierten. Zwei Jahre später rast der Niederländer in seinem RB16B den Mercedes in der Qualifikation um zweieinhalb Zehntelsekunden davon. "Wir wussten, dass wir hier besser sein würden als in den letzten Jahren", sagt Verstappen. "Das wir so gut sind, ist aber schon eine Überraschung für uns. Paul Ricard war in der Vergangenheit eine Mercedes-Strecke. Umso erfreuter bin ich über die Pole."

Max Verstappen - Red Bull - GP Frankreich 2021 - Paul Ricard
xpb
Red Bull hat auf der Gerade das schnellste Auto in Frankreich.

Schnell in Kurven, trotz Mini-Flügel

Die Kontroversen der letzten Wochen gerieten mit der fünften Pole-Position der Karriere vorerst in den Hintergrund. Der versteifte Heckflügel, die aufgeblasenen Pirelli-Reifen: Red Bull trotzte den Umständen und hatte am Samstag das schnellste Auto. Dorthin brachte eine Setup-Änderung im zweiten Training. Danach lenkte das Auto endlich so ein, wie es sich Verstappen vorstellt. Ab da machte sich die Mannschaft an das Feintuning.

Für das Rennen ist der WM-Führende ebenfalls optimistisch. "Wir sollten auch am Sonntag ein schnelles Auto haben. Ich will mir das zurückholen, was mit mit dem Reifenschaden in Baku verwehrt blieb. 25 Punkte. Zunächst müssen wir aber den Vormittag abwarten, was das Wetter macht." Regenschauer sind nicht ausgeschlossen.

Die Rückkehr auf eine gewöhnliche Rennstrecke hat zunächst nichts am Kräfteverhältnis verändert. Mercedes ist näher dran, Red Bull weiter vorn. Auf den Stadtkursen von Monte Carlo und Baku hatte Mercedes besonders gestrauchelt. Die Red Bull zündeten dagegen die Reifen zuverlässig an und flogen um die Kurven. Auf den RB16B ist auch in Paul Ricard Verlass. Red Bull entschied sich für einen Mini-Flügel, denselben wie in Aserbaidschan, und bewegte sich trotzdem in den überwiegend mittelschnellen und schnellen Kurven mit größeren Radien als zuletzt auf Augenhöhe mit den Mercedes.

Dieses Mal kam in der Qualifikation auch kein Unfall dazwischen. Verstappen ging bereits in der ersten Runde von Q3 auf Nummer sicher. Der 23-Jährige setzte die vorerst schnellste Zeit. So wäre es auch kein Problem gewesen, wenn wie in Monaco und Baku der letzte Versuch wegen einer roten Flagge hätte abgeblasen werden müssen. Im zweiten Run legte Verstappen um weitere drei Zehntel zu. Er musste es, sonst hätte ihm Hamilton den besten Startplatz noch abgenommen.

Red Bull fliegt ab Kurve neun

Der Pole-Setter erklärt die finale Steigerung: "In Q2 sind wir ausschließlich auf den Medium-Reifen gefahren." Wie Mercedes auch. "Da fehlt in der ersten Q3-Runde die Referenz. Deshalb bin ich unter dem Potenzial des Autos geblieben. In der zweiten Runde habe ich mich überall ein bisschen verbessert."

Wie sein WM-Rivale packte Verstappen die jeweils schnellsten Sektoren in den finalen Umlauf. Im ersten Abschnitt herrschte praktisch Gleichstand. Hamilton hatte um 31 Tausendstel die Nase vor. Den zweiten Sektor entschied der Red Bull-Star um 0,128 Sekunden. Im letzten Teil mit sechs Kurven nahm er Hamilton weitere 0,161 Sekunden ab. Trotz kleinem Heckflügel war der Red Bull gut um die Kurven und aus ihnen heraus.

Den entscheidenden Vorteil erarbeitete sich Verstappen zwischen Kurve neun und elf. GPS-Messungen sprechen von etwa zwei Zehntelsekunden, die der Red Bull ab der Schikane, die die Mistral-Gerade teilt, bis nach der Highspeed-Signes-Kurve auf Mercedes gewinnt. Auf dem zweiten Teil der Mistral-Gerade dürfen die Fahrer den Heckflügel nicht umklappen, um den Luftwiderstand zu verringern.

Sergio Perez - Red Bull - GP Frankreich 2021 - Paul Ricard
xpb
Sergio Perez glaubt, ohne die Probleme in Q3 in die erste Startreihe hätte fahren zu können.

Kleine Probleme für Perez

Motorleistung ist in diesem Streckenbereich genauso gefragt wie eine windschnittige Karosserie. Motorenpartner Honda hat mit dem frisch eingesetzten zweiten Triebwerk der Saison offenbar nochmals an Leistung gewonnen. Sergio Perez lobt: "Sie haben fantastische Arbeit verrichtet. Es ist aber nicht nur der Motor, sondern auch der kleine Flügel, der uns auf den Geraden so schnell macht." Die Hitliste der Topspeeds, gemessen vor Kurve acht am Ende des ersten Teils der Mistral-Gerade, führte Verstappen mit 328,7 km/h an. Hamilton fehlten 2,1 km/h. Zur Erinnerung: Hier aktivieren die Fahrer das DRS.

Sergio Perez trauerte einer verpassten ersten Startreihe nach. "Eigentlich hätte ich Zweiter werden müssen. Leider hatte ich in meiner ersten Q3-Runde einen Leistungsverlust aus Kurve neun heraus. In der zweiten Runde habe ich mir mit einem Fehler in Kurve zwölf selbst geschadet." Für das Rennen kündigt der zweimalige GP-Sieger an. "Ich will das nachholen, was ich heute verpasst habe. Unser Auto ist gut für einen Doppelsieg, weil es trotz des geringeren Abtriebs immer noch nach den Reifen schaut."

Spitze gegen Pirelli

Bleibt noch die Frage nach den Auswirkungen der erhöhten Reifendrücke, die Pirelli nach den Platzern von Aserbaidschan vorschreibt. Offensichtlich wurde Red Bull dadurch genauso wenig eingebremst wie durch die verschärften Heckflügeltests mit stärkeren Lasten, die Flexi-Flügel verhindern sollen. "Die höheren Drücke treffen alle gleich. Sie führen einfach zu weniger Haftung. Ich denke nicht, dass da ein Team stärker betroffen ist als andere", meint Verstappen.

Eine Spitze gegen Pirelli kann sich der Niederländer nicht verkneifen. "Ich bin froh, dass die FIA die Reifendrücke besser überwacht. Mit den Erklärungen von Pirelli bin ich immer noch nicht einverstanden. Ich weiß, was passiert ist. Das Team weiß es. Wir haben nichts falsch gemacht. Die Darstellung von Pirelli ist verwirrend – auch für die Fans."

Red Bull pocht darauf, sich zu jeder Zeit an die geltenden Vorgaben gehalten zu haben, und zu keiner Zeit unter dem Mindestluftdruck gefahren zu sein. Pirelli spricht nicht von einem Verstoß gegen das Regelwerk, aber davon, dass das Team wie Aston Martin unter den Erwartungen für den Reifendruck im Rennen geblieben sei. Deshalb seien die Reifenschäden hervorgerufen worden. Eine befriedigende Antwort hat das Rennwochende von Paul Ricard auf die Reifenfrage noch nicht geliefert.

Mehr zum Thema Red Bull F1
Aston Martin Valkyrie Straßenversion
Neuheiten
Max Verstappen - GP Ungarn 2021
Aktuell
Max Verstappen - GP Ungarn 2021
Aktuell
Mehr anzeigen