Max Verstappen - Red Bull - Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2021 xpb
Sergio Perez - Red Bull - GP Spanien - Barcelona - Formel 1 - Samstag - 8.05.2021
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien - Barcelona - Formel 1 - Samstag - 8.05.2021
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien - Barcelona - Formel 1 - Samstag - 8.05.2021
Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien - Barcelona - Formel 1 - Samstag - 8.05.2021 35 Bilder

Verstappen allein gegen Mercedes in GP Spanien

Red Bull im Mercedes-Sandwich Verstappen allein gegen Mercedes

GP Spanien

Red Bull wollte nach den Sternen greifen und verpasste die Pole Position um 36 Tausendstel. Schlimmer als das ist, dass Max Verstappen allein gegen zwei Mercedes kämpft. Teamkollege Sergio Perez fühlte sich nicht fit und erwischte einen rabenschwarzen Tag.

Nach dem Q2 sah Max Verstappen wie einer aus, dem die Pole Position nicht mehr zu nehmen ist. Der Holländer hatte in beiden Qualifikationsrunden nur einen Versuch gebraucht. So hat er mehr Reifensätze fürs Rennen zur Verfügung als er braucht. Seine Q2-Runde war so stark, dass sie die Mercedes-Piloten auch im zweiten Versuch nicht ernsthaft gefährden konnten. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas lagen immer noch zwei Zehntel zurück.

Doch immer wenn es ernst wird, zieht dieser Lewis Hamilton noch ein Ass aus dem Ärmel. Und bei Red Bull läuft irgendetwas nicht ganz nach Maß. Zunächst einmal zauberte Hamilton mit 1.16,741 Minuten eine Runde aus dem Hut, die um vier Zehntel schneller war als seine Q2-Zeit. Verstappen konnte sich nur noch um zwei Zehntel steigern und lag damit plötzlich 36 Tausendstel hinter seinem WM-Gegner.

Kehrtwende mit weniger Abtrieb

Weil Teamkollege Sergio Perez mit einem Dreher in Kurve 13 viel Kies auf der Bahn deponiert hatte, waren die Fahrer gezwungen, im letzten Abschnitt vor der Schikane eine andere Linie zu fahren. Keiner konnte sich mehr verbessern. Verstappen hatte noch Glück, dass Valtteri Bottas im ersten Q3-Versuch in Kurve 10 ein Fehler unterlief, der ihn etwas mehr als eine Zehntelsekunde gekostet hat. "Das wäre sonst die Pole Position gewesen", ist der Finne überzeugt.

Verstappen war trotz der Trainingsniederlage zufrieden. "Ich habe das Maximum aus dem Auto herausgeholt. Mehr ging nicht. Manchmal musst du akzeptieren, wenn andere schneller sind." Immerhin hatte Red Bull nach einem verkorksten Freitag die Trendwende geschafft. Die Autos wurden mit kleineren Heckflügeln auf die Rennstrecke geschickt. Schon stimmte der Topspeed wieder und damit die Rundenzeiten. Nach einer Bestzeit im dritten Training haderte Verstappen im Q1 noch ein bisschen mit der Balance und dem ständig drehenden Wind, doch nach ein bisschen Feintuning am Auto war er der erste, der die 1.17er Marke niederriss.

Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2021
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Red Bull schwenkte am Samstag auf einen kleineren Heckflügel um.

Horner verkauft Platz 2 als Fortschritt

Auch wenn die Niederlage nur denkbar knapp ausfiel, muss sie aus Sicht des Herausforderers schmerzen. Verstappen meinte zwar, dass ein zweiter Platz auf einer Mercedes-Strecke ein großer Fortschritt im Vergleich zum Vorjahr sein, doch er vergisst dabei, dass Barcelona von der Papierform nicht mehr unbedingt eine Mercedes-Strecke war. Alle hatten prophezeit, dass Mercedes mit seinem Problem an der Hinterachse Schwierigkeiten im dritten Sektor bekommt. Selbst die Mercedes-Ingenieure. Das war aber nicht der Fall, auch wenn Verstappen dort eine Zehntelsekunde auf die Silberpfeile gewann.

In der Theorie schien der RB16B wie maßgeschneidert für eine Strecke, auf der verlässlicher Abtrieb und ein stabiles Heck zählt. Es ist eigentlich eine jener Strecken, auf der Red Bull seinen WM-Gegner schlagen muss. Teamchef Christian Horner beharrte wie Verstappen auf einer positiven Sicht der Dinge und bemüht dabei die Statistik: "Es ist unser erster Start in Barcelona aus der ersten Startreihe seit zehn Jahren. Letztes Jahr lagen wir noch 0,7 Sekunden hinter der Pole Position, und nun ist Max fast so schnell wie Lewis. Ich glaube, da darf man von einem Fortschritt sprechen."

Sergio Perez - Red Bull - GP Spanien 2021
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Highspeed-Dreher in Kurve 13: Sergio Perez bereitet die linke Schulter Probleme.

Perez nicht hundertprozentig fit

Mercedes geht aber mit zwei großen Vorteilen in das Rennen am Sonntag. Hamilton und Bottas starten auf der richtigen Seite der Strecke. Links liegt erfahrungsgemäß mehr Grip. Und der Anlauf in Kurve 1 ist 579 Meter lang. Genug Zeit für Bottas, sich in den Windschatten des Red Bull zu ducken.

Außerdem steht Verstappen wieder vor dem alten Problem. Es ist ein Kampf 2 gegen 1. Sergio Perez wird vom achten Startplatz aus eine Weile brauchen, bis er auf den 4. Platz nach vorne kommt. Wenn es ihm überhaupt gelingt. Damit hält Mercedes strategisch wieder die besseren Karten in der Hand. Hamilton und Bottas können mit Verstappen Katz und Maus spielen, selbst wenn der Holländer in Führung gehen sollte.

Sergio Perez erlebte seinen bislang schwärzesten Samstag. Nach einem starken Longrun am Freitag und einem ordentlichen Auftakt im Q1 stürzte der Mexikaner böse ab. "Danach habe ich einfach keine Fortschritt mehr gemacht." Negativer Höhepunkt war ein Highspeed-Dreher im Q3 auf der Anfahrt zu Kurve 13. Danach war das Vertrauen weg. Der neue Mann im Red Bull fühlte sich körperlich nicht hundertprozentig fit: "Ich hatte Schmerzen in der Schulter."

Trotz der Sekunde Rückstand auf seinen Teamkollegen macht sich Perez um seine Position bei Red Bull keine Sorgen. "Ich weiß, dass ich mit diesem Auto klarkommen werde. Die letzten Rennen wurde es immer besser. Heute war ein Ausreißer. Irgendwie fand ich das Auto in Barcelona schwieriger zu fahren als anderswo, obwohl es eine Strecke ist, die wir besser kennen als jede andere." Der WM-Fünfte versprach: "Ich lasse mich nicht drausbringen. Der Speed im Renntrim stimmt. In zwei Rennen werde ich voll mit dem Auto vertraut sein, und Barcelona wird nur noch als schlechte Erinnerung in meinem Gedächtnis bleiben."

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