Verstappen & Bottas - Formel 1 - GP Steiermark - 26. Juni 2021 xpb
Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Steiermark - 26. Juni 2021
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Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Steiermark - 26. Juni 2021 54 Bilder

Verstappen-Ärger wegen Top-Speed-Frage

Verstappen wieder auf Pole Flügel-Bilder aus dem Drucker

GP Steiermark

Max Verstappen steht zum zweiten Mal in Folge auf Pole Position. Nur die Fragen der Presse nach dem guten Top-Speed konnten die gute Laune des Holländers am Samstag etwas stören. Teamkollege Sergio Perez klagte über einen verpatzten Start in das Qualifying.

Früher war Mercedes eine Macht im Qualifying. Der spezielle Party-Modus ließ die Silberpfeile beim Einzelzeitfahren fliegen. Doch mittlerweile liegt Red Bull in Sachen Power auf Augenhöhe. Max Verstappen raste schon in Le Castellet zur Pole Position. Beim Heimspiel in der Steiermark ließ der Holländer gleich Pole Nummer zwei folgen.

In der entscheidenden Q3-Session machte der WM-Spitzenreiter bereits früh alles klar. Schon mit dem ersten Run setzte Verstappen die Tagesbestzeit. Dabei war es kurz zuvor am Ende des Q2 nicht so recht nach Plan gelaufen. Nach den Medium-Runs, mit denen sich der Red Bull für die finale K.O.-Runde qualifizierte, schickte ihn sein Renningenieur noch einmal mit Softs raus, um die Gripverhältnisse zu checken.

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Steiermark - 26. Juni 2021
Wilhelm
An Pole Positions von Red Bull muss man sich erst einmal gewöhnen.

Mercedes-Taktik geht nicht auf

Dabei wurde Verstappen schon am Start der Runde aufgehalten. "Ich habe dann vorzeitig abgebrochen. Mein Ingenieur war etwas sauer und hat gesagt, dass ich hätte durchziehen sollen um mehr über die Bedingungen zu lernen. Das hat mich innerlich so angestachelt, dass ich direkt im ersten Q3-Run alles gegeben habe. Zum Glück hat gleich die erste schnelle Runde gesessen. Im zweiten Versuch habe ich ganz hinten in einem Zug gelegen. Da sind meine Reifen etwas ausgekühlt, bevor ich die Runde beginnen konnte."

Teamchef Horner zitterte in den entscheidenden Minuten mit: "Ich war etwas nervös, weil sich Lewis drei frische Reifensätze für das Q3 aufgehoben hat. Aber bei der Taktik sind die Outlaps immer etwas gehetzt. Zum Glück hat es bei uns am Ende für die Pole Position gereicht." Rund zwei Zehntel fehlten Hamilton übrigens auf seinen WM-Rivalen.

Nach dem Blick auf die Longruns am Freitag erwartet Verstappen am Sonntag ein ganz enges Rennen. Auf die Frage, ob er die möglichen Regenschauer fürchte, antwortete der Youngster ganz entspannt: "Das ist mir völlig egal. Ich bin mit allen Bedingungen einverstanden."

Max Verstappen - Red Bull - Formel 1 - GP Steiermark - 26. Juni 2021
Red Bull
Verstappen macht alleine den kleinen Heckflügel für die guten Top-Speeds verantwortlich.

Kein Leistungsgewinn mit neuem Motor?

Nur eine Frage brachte den Pole-Sitter etwas auf die Palme. Nach Andeutungen von Lewis Hamilton, dass Red Bull zuletzt ordentlich Power zugelegt habe, wollte ein Pressevertreter wissen, ob das auch der Grund für die guten Top-Speeds sei. Doch damit traf er bei Verstappen irgendwie einen falschen Nerv.

"Beim nächsten Mal bringe ich ausgedruckte Bilder von unserem Heckflügel für die Journalisten mit. Dann kann jeder den Unterschied sehen. Ich bekomme seit zwei Wochen nur noch diese Fragen nach unserem guten Top-Speed", schüttelte der Pilot mit dem Kopf.

"Ja, wir sind schnell auf den Geraden. Aber wir haben auch unterschiedliche Flügel. Honda hat einen super Job im Winter gemacht. Aber vom ersten auf den zweiten Motor ging es nur um Verbesserungen bei der Zuverlässigkeit. Es gibt keinen Vorteil was die Power angeht. Deshalb werde ich beim nächsten Mal wohl den Drucker anwerfen."

Was der Pilot aber nicht erwähnte: Laut Reglement sind Veränderungen am Motor zur Leistungssteigerung verboten. Aber jeder Ingenieur weiß, dass mit einer verbesserten Zuverlässigkeit auch schärfere Mappings aktiviert werden können, ohne dass der Antrieb Schaden nimmt. Die Konkurrenz hat ausgerechnet, dass der Red Bull 10 kW, also knapp 14 PS, zugelegt haben soll.

Sergio Perez - Red Bull - GP Steiermark - Spielberg - Formel 1 - 25. Juni 2021
Red Bull
Sergio Perez kam im Qualifying schlecht aus den Startlöchern.

Perez mit Problemen im Q1

Bei Teamkollege Sergio Perez half auch die Extra-Power nicht. Der Mexikaner fuhr nur die fünftschnellste Zeit, rückt aber durch die Strafe für Valtteri Bottas in Reihe zwei neben Lando Norris nach vorne. Der Ärger beim Edelhelfer war groß: "Im ersten Run im Q1 hat irgendwie die Balance nicht gepasst. Weil meine Zeit nicht zum Weiterkommen gereicht hätte, musste ich noch einen frischen Reifensatz nutzen. Ohne das Problem wäre mein ganzes Qualifying wohl anders gelaufen."

Das Problem lag darin, dass Perez im Q3 plötzlich nur noch einen Satz frischer Gummis hatte. "Der erste Versuch mit den gebrauchten Reifen war sehr gut. Aber dann hatte ich mit den frischen Reifen im zweiten Run nicht das richtige Gefühl für das Aufwärmen. Die Reifen waren zu kühl und schon in der ersten Kurve gingen ein paar Zehntel verloren. Die machten am Ende der Unterschied. Sonst hätte es bei den engen Abständen auch Platz zwei werden können. Das war der Preis für die schlechte Balance im Q1."

Der Reifenmangel im Q3 lag auch an der Alternativ-Strategie im Q2. Während Verstappen im Mittelabschnitt mit Medium-Reifen fuhr, verheizte Perez weiter die Softs. Die Entscheidung lag aber nicht in der schwächeren Pace begründet, wie der Pilot betonte: "Wir glauben, dass der Soft ein guter Rennreifen ist. Ich muss sicher etwas aufpassen im ersten Stint. Aber für uns ist es diese Strategie der schnellste Weg ins Ziel."

Zu Beginn steht aber erst einmal noch Lando Norris mit seinem McLaren im Weg, der auf den Geraden auch noch über einen guten Top-Speed verfügt. Am liebsten würde Perez das orangefarbene Auto direkt am Start schlucken. "Da werde ich die Aggressivität zeigen, die nötig ist. Ich muss unbedingt schnell vorbeikommen, um im Vergleich zu Max und Lewis keine Zeit zu verlieren."

Im Idealfall kämpfen am Ende zwei Bullen gegen einen Mercedes. Dann säße Lewis Hamilton in der Strategie-Falle. Das Heimteam könnte am Ende den vierten Sieg in Serie feiern. So etwas gab es bei Red Bull seit 2013 nicht mehr.

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