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Vettel fordert Ende der KERS-Probleme

Vor drei Rennen reagierte Sebastian Vettel auf die andauernden KERS-Probleme noch mit Humor. Jetzt werden der Hybridantrieb und seine Macken langsam zur Nervensäge. "Der Moment, an dem wir KERS verlässlich brauchen, ist gekommen. Ich hatte drei Mal hintereinander einen ungemütlichen Nachmittag."

Bis jetzt hat Sebastian Vettel noch kein Rennen wegen KERS gewonnen. Aber vielleicht hat er schon einen Grand Prix wegen KERS verloren. In Montreal hätte er die 82 PS extra im Kampf gegen Jenson Button gut gebrauchen können. Aber da hatte ihn der Hybridantrieb schon vom Start weg im Stich gelassen. Mark Webber ging es nicht viel besser. Er musste im Abschlusstraining auf die Power aus der Elektroreserve verzichten. Und im Rennen: "Mal war KERS da, mal war es weg."

Sebastian Vettel wird in Sachen KERS ungeduldig

Vettel treibt seine Ingenieure zur Eile. Der große Vorsprung von Red Bull schwindet dahin. Zumindest im Rennen. "Was wir verlieren, wenn es nicht funktioniert, ist bekannt. Je nach Rennstrecke zwischen drei und fünf Zehntel. Bei zehn Runden sind das schon zwischen drei und fünf Sekunden", rechnet Vettel vor. Der Zeitpunkt, an dem Red Bull auf die 82 PS für 6,7 Sekunden pro Runde nicht mehr verzichten kann, ist laut Vettel eingetreten: "Ich hatte drei Mal hintereinander einen ungemütlichen Nachmittag."

In Barcelona saß ihm Lewis Hamilton das halbe Rennen im Genick. In Monte Carlo hatte der WM-Spitzenreiter gleich zwei Autos formatfüllend im Rückspiegel: Fernando Alonso und Jenson Button. "Zum Glück hat KERS dort funktioniert", blickt Vettel zurück. Aber auch nur nachdem Red Bull im Parc fermé die Batterien getauscht hatte. Auf seiner Qualifikationsrunde musste der fünffache Saisonsieger auf die Hybrid-Power verzichten. Ein Kurzschluss hatte eine Batteriezelle lahmgelegt. In Montreal machte Jenson Button Jagd auf Vettel.

KERS in Valencia unverzichtbar

Valencia ist eine Strecke, auf der KERS eher fünf als drei Zehntel bringt. Es gibt gleich sechs Beschleunigungsabschnitte, auf denen man KERS strategisch einsetzen kann. Und es gibt zwei DRS-Zonen, in den der Heckflügel flachgestellt werden darf. Gerade dort ist KERS für den Vordermann das einzige Mittel zur Verteidigung.

Red Bull-Chefdesigner Adrian Newey weiß um das Problem und entschuldigt sich: "Wir sind ein Chassishersteller und kein KERS-Entwickler. Da ist es logisch, dass wir Lehrgeld bezahlen." Das Unberechenbare mit dem KERS-Problem ist, dass die Seuche immer an anderen Stellen ausbricht. Ist eine Baustelle aufgeräumt, tut sich anderswo eine neue auf.

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